Gedanken zur Heiligen Walburga

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Nicht mit Gewalt, sondern mit innerer berzeugung und persnlichem Einsatz den Glauben weiterzugeben, das steht Christen auch heute gut an. Glaube ist eben nicht Privatsache, wie es heute oft gesagt wird, sondern eine ffentliche Sache und hat mit der Erneuerung der Welt und mit der Vernderung der Herzen zu tun.

Sagt doch Jesus selbst:Was euch ins Ohr geflstert wird, das ruft von den Dchern! Er betont damit die ffentlichkeit der Verkndigung des Glaubens. Diesem Ideal haben sich im 8.Jahrhundert auch jene Glaubensboten und Missionare verschrieben, die von England ins damals noch heidnische Germanien kamen. Einer von ihnen war Bonifatius, der Apostel der Deutschen. Bonifatius aber holte zur Verstrkung eine Reihe von Helfern ins deutsche Missionsfeld: Es waren Sturmius, Willibrord und Lioba und im frnkischen Raum seine Verwandten, die Geschwister Willibald, Wunibald und Walburga.

Alle waren in angelschsischen Klstern im Sden England fr ihre neue Aufgabe gut ausgebildet und bestens vorbereitet worden. Sie waren fasziniert vom Ideal der Christusnachfolge und von der Freude am Glauben. So auch die heilige Walburga, deren Fest heute am 25. Februar gefeiert wird.


Walburga ist nicht nur eine Dizesanheilige des Bistums Eichsttt. Sie wurde vor allem im Mittelalter im ganzen Heiligen Rmischen Reich Deutscher Nation als Reichsheilige sehr geschtzt und verehrt. Die Grnde liegen vermutlich in ihrer adeligen Herkunft in England und in der Tatsache, dass Walburga bei allerlei Krankheiten und Nten angerufen wurde und viele ihre Hilfe erfahren durften.

Geboren im Jahr 710 in einem kinderreichen Herrenhaus in der englischen Grafschaft Wessex, brachten sie ihre Eltern Richard und Wuna schon sehr frh zur Erziehung in ein Frauenkloster, hnlich wie ihre Brder Willibald und Wunibald. Sie genoss eine umfassende benediktinische Erziehung. Im Jahr 751 kam sie zunchst zu Lioba ins Kloster Tauberbischofsheim. Dann aber holte sie Bischof Willibald zur missionarischen Verstrkung in die neu gegrndete Dizese Eichsttt.

Ein wichtiger Sttzpunkt war im westlichen Teil des Bistums das Benediktinerkloster Heidenheim im jetzigen Landkreis Weienburg-Gunzenhausen. Dort stand ihr Bruder Wunibald bereits einem Mnnerkloster vor. Walburga wurde btissin des dortigen Frauenklosters. Nach dem Tod von Wunibald 761 bernahm Walburga die Funktion als btissin fr beide Klster.

Bald gesellten sich weitere Frauen aus England und aus der einheimischen Bevlkerung dazu, so dass das Kloster bald zu voller Blte kam. Es wurde zu einem Ort, hnlich wie in England, wo Mdchen und junge Frauen geistliche und praktische Schulung und Bildung erhielten. Die Wohngebude fr Frauen und Mnner waren strikt getrennt, doch die Gottesdienste und das Chorgebet wurden gemeinsam gefeiert.

Diese Aufgabe wurde Walburga jedoch nicht immer leicht gemacht. Es wird berichtet, als ein Mnch sich weigerte, ihr nach dem abendlichen Gebet das Licht voranzutragen, erstrahlte im Schlafsaal der Nonnen whrend der ganzen Nacht ein geheimnisvolles Licht. So kann man Walburga durchaus als eine Lichtgestalt unserer Dizese Eichsttt bezeichnen. Aufgrund ihrer Hilfe fr Arme und Notleidende finden sich in der Gruft im Kloster St. Walburg in Eichsttt Dank- und Votivtafeln. Sie zeugen vom himmlischen Beistand und vom tiefen Vetrauen, das Walburga ber Jahrhunderte hing vom glubigen Volk entgegen gebracht wurde.
25.02.16
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