Optimistische Unternehmer


Die Konjunkturentwicklung im IHK-Bezirk
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NEUMARKT. Die Konjunkturumfrage der IHK zhlt zu Jahresbeginn 47 Prozent zufriedene Unternehmer. 67 Prozent rechnen damit, dass die gute Geschftslage in den nchsten Monaten anhlt.

Der niedrige lpreis hat unser Geschft beflgelt, sagte sogar ein Neumarkter Heizl-Hndler zusammen mit Vertretern fast aller Branchen.

Als weiteren Grund fr die gute Konjunktur fhrt die IHK-Umfrage das anhaltend niedrige Zinsniveau an. Im Chinageschft der regionalen Betriebe gab es bisher keine Einbrche und die Flchtlingskrise habe zustzliche konjunkturelle Impulse gesetzt, vor allem in der Bauwirtschaft, bei Busunternehmen und Sicherheitsdiensten.


Die Kapazittsauslastung in den Betrieben war im Umfragezeitraum so hoch wie seit 2012 nicht mehr. Der Auslastungsgrad liegt bei der Hlfte der Unternehmen am Limit. Das erfordert in vielen Betrieben Kapazittserweiterungen und Investitionen. Trotz der leichten Aufwrtsbewegung bei den Investitionen sind wir von einer Trendwende beim Investitionsklima weit entfernt, warnt allerdings stellvertretender IHK-Hauptgeschftsfhrer Josef Beimler.

Das auenwirtschaftliche Engagement der Unternehmen bleibt stabil. Vor allem Industrieunternehmen planen Auslandsinvestitionen, davon geben 66 Prozent die Eurozone, 35 Prozent China und 24 Prozent Nordamerika als Zielregion an. Besonders Logistik und Transportunternehmen profitieren von der guten Wirtschafts- und Exportlage. Wenn ich allerdings hre, dass wegen der Flchtlingskrise wieder dauerhaft Kontrollen an den Grenzen durchgefhrt werden sollen, frchte ich, dass sich das schdlich auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken wird, sagte ein Unternehmens-Sprecher. Das betreffe den gesamten EU-Binnenmarkt und wird die deutsche Wirtschaft jhrlich mehrere Milliarden Euro kosten, wenn LKWs stehen statt Waren zu bewegen. Handel und Logistik werden leiden".

Starker Handel

Mit 67 Prozent rechnet die Mehrheit der Unternehmer in den nchsten Monaten mit einer unvernderten Geschftslage. Zwar ist der Handel allgemein so optimistisch wie seit 2014 nicht mehr, doch sind die regionalen Unternehmen im Durchschnitt weniger euphorisch. Der Anstieg der Erwartungen ist eher als saisonaler Effekt einzelner Branchen zu sehen. Als grte wirtschaftliche Risiken nehmen die Unternehmen die Inlandsnachfrage und die politischen Rahmenbedingungen wahr. Bei allem Verstndnis fr die Flchtlingskrise, die die Politik derzeit beschftigt, erwarten die Unternehmerinnen und Unternehmer, dass wichtige Wirtschaftsthemen nicht dauerhaft von der politischen Agenda verschwinden.

Kaum Arbeitslose

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent erreichte der IHK-Bezirk einen historischen Tiefststand und einen bayerischen Spitzenwert. Vor allem Industrie- und Dienstleistungen stockten personell auf. Die Aussichten fr den regionalen Arbeitsmarkt bleiben gut. Ein Fnftel aller Unternehmen im IHK-Bezirk will zustzliche Arbeitskrfte einstellen. Es sind berwiegend kleine und mittlere Unternehmen in der Mitte und Sden des IHK-Bezirks. 43 Prozent der Befragten sehen die steigenden Arbeitskosten allerdings als wachstumshemmenden Faktor, darunter vor allem Industrie- und Tourismusbetriebe.

Bauwirtschaft

ber die Wintermonate melden die regionalen Bauunternehmen rcklufige Auftrge im Wohnungs- und ffentlichen Bau. Der Wirtschaftsbau stagnierte. Dennoch erachten 46 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschftslage als gut und sind mit ihrem Auslastungsgrad zufrieden. Der Bedarf an Unterknften fr Flchtlinge berbrckte die Winterflaute. Wie die Zeitreihe zeigt, verringert sich seit einem Jahr die Reichweite der Auftragsbestnde. Fr den Start in die neue Bausaison zeigen sich 91 Prozent der Betriebe optimistisch.

Im Gegensatz zum ffentlichen und Wirtschaftsbau rechnen alle Unternehmen mit einem steigenden Auftragsvolumen aus dem Wohnungsbau. Mit Ausnahme der ffentlichen Auftrge plant die Branche, gestiegene Materialkosten ber Preiserhhungen weiterzugegeben. 34 Prozent der Hochbauunternehmen erwarten eine Verbesserung der Geschftslage, Tiefbauunternehmen und das Ausbaugewerbe stellen sich fr die nchsten Monate auf eine gleichbleibende Auftragslage ein.

Dienstleistungen fr Unternehmen

Die Auswirkungen der im Herbst eingebrochenen Geschftserwartungen zeigen sich am deutlichsten bei den Dienstleistern. Werbeunternehmen, Marktforscher und IT-Dienstleiser hatten weniger Auftrge und beurteilen ihre Geschftslage als schlecht. Bei 22 Prozent reduzierten sich die Auslandsumstze. Eine Ausnahme bildeten die Beratungsunternehmen. ber die Hlfte der Beratungsunternehmen meldet gestiegene Umstze. Im Finanzsektor sind Lage und Erwartungen stabil. Die Logistiker in der Region erwarten ein gutes Jahr 2016 und rechnen mit steigenden Inlands- und stabilen Auslandsauftrgen. 26 Prozent planen Kapazittserweiterungen, 74 Prozent Ersatzinvestitionen. Die Rohstoffpreise ermglichen einigen Teilnehmern Dieselabschlge bei der Preisgestaltung. Die Branchenprognosen fr das Inlandsgeschft der kommenden Monate zeigen nach oben, steigende Auftragszahlen aus dem Ausland erwartet niemand.

Handel

Gesttzt durch die positiven Rckmeldungen aus dem Grohandel bleibt die Geschftslage im Handel stabil. Im Einzelhandel liefen die Geschfte bei einem Drittel der Befragten gut. In den Monaten Dezember und Januar steigerte sich der Umsatz im stationren Handel bei einem Drittel der Befragten, das Online-Geschft wuchs um 36 Prozent. Die Lagerbestnde liegen ber dem saisonalen Durchschnitt, im Grohandel halten 27 Prozent der Betriebe mehr Waren und Rohstoffe vor. Im Einzelhandel finden strukturell stark divergierende Entwicklungen statt. Verkaufsflchenreduzierung und Personaleinsparungen im klassischen Handel stehen Expansionen gegenber. Der niedrige Eurokurs verteuert die Importe. Erstmals seit 2012 will ber die Hlfte der Unternehmen aufgrund hherer Hersteller- und Lieferantenpreise die Verkaufspreise erhhen. Die Prognose fr den Handel mit Rohstoffen und Investitionsgtern ist deutlich positiver als in der Herbstumfrage 2015.

Industrie

Der Aufschwung in der regionalen Industrie hat sich weiter gefestigt. Fast die Hlfte produziert unter voller Kapazittsauslastung. Die gnstigen Rohstoffpreise untersttzen die gute Ertragslage. Inland, Eurozone und China fllten in den letzten Monaten die Auftragsbcher der Industrie. ber ein gestiegenes Auftragsvolumen aus China berichten 24 Prozent. Gleichzeitig ist die chinesische Wirtschaft eine starke Konkurrenz. Nach Angaben der Befragten sind derzeit keine direkten Auswirkungen der VW-Affre messbar, aber der Preisdruck in der Automobilindustrie ist zu Jahresbeginn enorm. Trotz der hohen Abhngigkeit von den Wechselkursen nennt die Exportindustrie den Eurokurs bei den Risiken fr die wirtschaftliche Entwicklung erst an vorletzter Stelle (14 Prozent der Antworten). Nachfrageverhalten und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen gelten bei der Mehrheit als Risikofaktoren. Investitions- und Vorleistungsgterproduzenten setzen wie im Vorjahr auf ein erfolgreiches Jahr 2016.

Tourismusgewerbe

44 Prozent aus dem Hotel-, Gaststtten- und Reisegewerbe uern sich zufrieden mit der aktuellen Geschftslage. Dabei nahm der Umsatz mit Geschftsreisenden deutlich zu. 41 Prozent berichten ber eine gestiegene Auslastung, sieben Prozent bewerten diese als nicht zufriedenstellend. Im Hotel- und Gaststttengewerbe lag der Auslastungsgrad bei durchschnittlich 58,4 Prozent. Bei den Reisebros und -veranstalter halten sich die positiven und negativen Angaben zur Anzahl der Reisebuchungen die Waage. Trotz des bevorstehenden Saisonstarts besteht nur bei zwlf Prozent zustzlicher Personalbedarf, ein Fnftel rechnet mit einer Verbesserung der Geschftslage. Groe Investitionsbereitschaft zeigt das Gastgewerbe. 30 Prozent wollen ihre Angebote durch innovative Produkte und Konzepte attraktiver machen. Die weltweite Terrorgefahr stimmt das Reisegewerbe pessimistisch, 43 Prozent rechnen mit sinkenden Umstzen bei Reisen. Urlauber und Geschftsreisende mssen sich 2016 auf steigende Preise einstellen.

neumarktonline-Leser konnen die vollstndige Konjunkturumfrage der IHK hier herunterladen (PDF, 245 kb)
03.02.16
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