Gedanken zu Mariä Lichtmess

Von Dekan Monsignore Richard Distler

„Dein Brautgemach schmücke nun, Volk Gottes, es kommt ja dein König, das neue Licht“. So lautet ein alter Hymnus der Kirche aus der lateinischen Liturgie zum Lichtmess-Fest am Dienstag. Da wird die Kirche und mit ihr jeder Mensch eingeladen, den Christus, das göttliche Licht, mit gleicher Freude und Aufmerksamkeit zu empfangen, wie sich eine Braut freut über ihren Bräutigam. Ist das nicht ein wunderschönes Bild für die Beziehung zwischen der Kirche und Christus?

Er, der Bräutigam, hat sich sein Volk als Braut erwählt und will sich nun mit ihr vermählen. Dieser alte Lichtmess-Hymnus erinnert an das Alte Testament, in dem Gott Jahwe sich als Bräutigam des Volkes Israel versteht. Der Hymnus führt uns aber auch mitten hinein ins Neue Testament, in dem Christus und Kirche in bräutlicher Beziehung miteinander verbunden sind.

Mag sein, dass Sie jetzt sagen: Ist das nicht viel zu schön, um wahr zu sein? Ist nicht die Kirche manchmal eher eine unwürdige als ehrenhafte Braut? War sie nicht manchmal eher untreu als treu? Dennoch: Der Herr, unser Bräutigam, sucht immer neu seine Braut, auch dann noch, wenn sie sich verirrt oder verloren hat. Immer neu lädt er uns ein zum Hochzeitsmahl.

Das ist die heilige Eucharistie, die heilige Messe, wo er sich uns schenkt im Brot des Lebens und wo er sich mit uns vereinen möchte. Deshalb wurde schon um das Jahr 450 nach Christus in Jerusalem Lichtmess als das „Fest der Begegnung“ gefeiert. Aber wer begegnet da wem? Da begegnet der neugeborene Christus, also der Messias, zum ersten Mal im Haus Gottes seinem Volk. Die Vertreter dieses Volkes werden im Lukasevangelium genannt: Es sind Simeon und Hanna, aber auch Maria und Josef dürfen wir dazunehmen. Das sind Menschen, die zum sogenannten „heiligen Rest Israels“ gehören, Menschen, die es nicht aufgegeben haben, voller Sehnsucht auf das Kommen des Messias zu warten.


Nun aber erkennt Simeon kraft des Geistes Gottes: Es ist so weit! Der Messias, der Gottgesandte und Heilskönig Israels ist da. Simeon nimmt das Kind in seine Arme und preist den Gott Israels, weil ihm eine unglaubliche Freude geschenkt wurde: „Nun kann ich in Frieden sterben, denn meine Augen haben das Licht gesehen, das alle Welt erleuchtet!“ Simeon erkennt: In diesem Kind leuchtet der ganzen Welt etwas auf von der Größe und Herrlichkeit Gottes.

Aber was heißt dann: Lichtmess feiern? Lichtmess feiern heißt: Diesem göttlichen und himmlischen Licht folgen. Alles Dunkle, Boshafte, Gemeine und Niederträchtige hinter sich lassen, unsere Herzen von diesem Licht erleuchten lassen und neu werden an Geist und Gesinnung. Wie aber wird das möglich? Es wird möglich, wenn wir wie Simeon und Hanna wachsam sind, wenn wir das Warten auf den Herrn niemals aufgeben und mit großer Freude unserem himmlischen Bräutigam entegegen gehen.

Sehr schön ist diese Einladung ausgedrückt in einem bekannten Adventslied, wo es heißt:“Wachet auf, ruft uns die Stimme! Wohlauf der Bräutigam kommt, steht auf, die Lampen nehmt, halleluia! Macht euch bereit zu der Hochzeit. Ihr müsset ihm entgegen gehn!“
01.02.16
Neumarkt: Gedanken zu Mariä Lichtmess
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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