Hohe Aufklärungsquote


Die Kriminalitätsentwicklung im Bereich der Parsberger Polizei
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NEUMARKT. Während die Zahl der Straftaten im Landkreis stark zurückging, präsentiert man im Süden eine nur "leicht rückläufige" Statistik.

Während im Landkreis im letzten Jahr über 7 Prozent weniger Straftaten gezählt wurden (wir berichteten), meldete die Parsberger Polizei lediglich 3,1 Prozent Rückgang. Allerdings liegt die Zahl der im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Parsberg registrierten Straftaten auf einem im Langzeitvergleich unterdurchschnittlichen Wert, sagte am Freitag der Parsberger Polizei-Chef, Erster Polizeihauptkommissar Peter Gotteswinter. Deutlich gesteigert werden konnte der Wert der Aufklärungsquote auf 69,2 Prozent (Vorjahr: 62,1 Prozent).

Im Jahr 2014 zählte die Parsberger Polizei in ihrem Bereich 848 (875) Kriminalfälle. Damit ergibt sich eine sogenannte Häufigkeitszahl von 26 - das bedeutet 26 Delikte pro 1000 Einwohner. Im Vergleich dazu liegt diese Häufigkeitsziffer im Landkreis Neumarkt im Jahre 2014 bei 29 (32), im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz bei 45 (46) und bayernweit bei 51 (50).

Die niedrigen Werte im Bereich der Parsberger Polizei können aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß vier der fünf "gefährlichsten" Gemeinden des Landkreises im Süden und Südwesten liegen: Parsberg führt mit 50 Straftaten pro 1000 Einwohner vor Velburg (48), Neumarkt (45), Hohenfels (31) und Lupburg (30).

So schlimm ist es dann wenigstens in Velburg und Lupburg doch nicht, wie ein Sprecher der Parsberger Polizei auf Nachfrage von neumarktonline sagte: hier verzerren Straftaten im Bereich der Autobahn die Statistik erheblich - ohne Autobahn liegen die Zahlen hier deutlich niedriger.

Die Zahlen für Hohenfels muß man noch einmal mit besonderer Vorsicht sehen: die zahlreichen in der Gemeinde lebenden US-Amerikaner werden bei der Bevölkerungszahl traditionell nicht mitgezählt, die von ihnen begangenen Straftaten allerdings schon - so daß die Häufigkeitszahl in Wahrheit niedriger liegen müßte.

Die Verteilung von Straftaten, Aufklärungsquoten und Häufigkeitszahl auf die verschiedenen Gemeinden:


Wo lebt man am sichersten ? Die Polizei veröffentlicht die Straftaten-Zahlen - aufgeschlüsselt nach Gemeinden
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Von den erfassten 848 Straftaten wurden 587 (543) Fälle aufgeklärt. Die diesjährige Aufklärungsquote liegt damit bei 69,2 Prozent (62,1 Prozent). Zu den geklärten 587 Delikten wurden 477 (495) Tatverdächtige ermittelt, wovon 295 Personen bereits polizeilich in Erscheinung getreten waren oder sind. Der Gesamtanteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zeigt sich mit einem Wert von 94 (107) Personen rückläufig und beträgt 19,7 Prozent (21,6).

Insgesamt 67 (68) Tatverdächtige, also 11,4 Prozent (12,5) standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Im Bereich der Gewaltkriminalitätsdelikte waren dies 35 Prozent (57,1), bei den reinen Körperverletzungsdelikten 38,4 Prozent (46,4) und bei den Delikten der Straßenkriminalität 11,1 Prozent (42,9). Mit 34 Tatverdächtigen standen 5,8 Prozent (6,4) unter Drogeneinfluss.

Der Bereich der Diebstahlskriminalität umfasst mit 32,5 Prozent (29,7) den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität und verzeichnete einen Zuwachs von 2,6 Prozent (+ 7 Fälle). Hier flossen die Seriendelikte wie Einbrüche, Kfz-Teilediebstähle, Kfz-Ladungsdiebstähle sowie die Diesel-Seriendiebstahlsdelikte entlang der Autobahn A 3 des Jahres 2013/2014 ein. Die Zahl der Wohnungseinbrüche bewegt sich mit elf Delikten auf exakt dem Niveau des Vorjahres. Drei dieser Einbrüche wurden während des Tages (Tageswohnungseinbrüche) verübt.

Der Bereich der Ladendiebstähle weist eine Zunahme um 20 Prozent auf 30 (25) Fälle auf, was allerdings nichts über die tatsächliche Situation und das wohl immense Dunkelfeld aussagt sowie insbesondere vom Einsatz der Ladendetektive abhängt. Die Delikte des Fahrraddiebstahls im gesamten Dienstbereich sind im Berichtszeitraum um fünf auf 14 Fälle angestiegen.

Mit einem exakt gleichen Zahlenwert des Vorjahres von 163 Delikten und 19,2 Prozent nimmt der Bereich der Straßenkriminalität (das sind Delikte wie Diebstähle und Sachbeschädigungstaten aller Art, die ausschließlich oder überwiegend im öffentlichen Raum begangen werden) neuerdings Rang 2 an der Gesamtkriminalität ein. Hier konnte im vergangenen Jahr eine Aufklärungsquote von guten 33,1 Prozent (8,6 Prozent) erreicht werden.

Der Sektor der Vermögens- und Fälschungsdelikte zeigt sich mit 158 Fällen und einem Anteil von 18,6 (23,8) Prozent an der Gesamtkriminalität um deutliche 50 Fälle rückläufig. Die Straftatenobergruppe wird dabei mit einem Anteil von 87,2 Prozent von den Betrugsdelikten dominiert, deren Anzahl auf 133 Fälle (183) zurückging. Die Delikte mit Bezug zur Internetkriminalität tendieren weiter nach oben. Einen drastisch sinkenden Wert zeigen die „Tankbetrügereien“ mit 38 (89) Fällen. Erfreulicherweise konnte dabei die Aufklärungsquote auf 71,1 Prozent gesteigert werden.

Der Sektor der Gewaltkriminalität belegt einen Anteil von 2,6 Prozent an der Gesamtkriminalität und war mit 22 Delikten (16) ansteigend.

Der Bereich der Rohheitsdelikte weist eine erkennbare Steigerung um 24 Fälle und + 20 Prozent auf 144 Fälle aus. Fälle von Körperverletzungen häufen sich insbesondere im Zusammenhang mit Veranstaltungen wie Rocknächten, Faschingstreiben und Disko-Betrieb, aber auch im häuslichen Bereich.

Der Sektor der „Häuslichen Gewalt“ entwickelte sich um zwölf Fälle auf insgesamt 30 (18) Delikte drastisch nach oben. Hier fließen auch die aktenkundig gewordenen zwölf Vorfälle im Bereich der US-Streitkräfte mit ein.

Bei den Delikten der Rauschgiftkriminalität ist mit 28 Delikten (41) eine aktuell rückläufige Tendenz zu erkennen, wobei es sich hier natürlich weitgehend um ein Kontrolldelikt handelt, aber auch das Umfeld der Parsberger „Drogenklinik“ zum Ergebnis beiträgt.

Die Anzahl von Delikten gegen Polizeibeamte, wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, nahm mit 4 (3) Straftaten leicht zu. Ernsthaft verletzt wurde dabei kein Beamter. Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag) wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Parsberg im Jahr 2014 nicht verübt.

Leicht abnehmend zeigen sich die Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von Sexueller Nötigung bis zur Verbreitung pornographischer Schriften): 13 (15) Fälle. An politisch motivierter Kriminalität wurde ein (3) strafrechtlich relevantes Delikt registriert. Ein Obdachloser hatte in einem öffentlichen Gebäude in Parsberg ein Hakenkreuz in einen Tisch geritzt.

Die Entwicklung der hiesigen Kriminalitätsbelastungssituation im Gesamten gesehen unterstreicht, dass sich unsere Gemeindebürger sicher und wohl fühlen können, sagte der Parsberger Polizei-Chef beid er Vorstellung der Kriminalstatistik. Erfreulicherweise sei die allgemeine Sozialkontrolle im ländlichen Bereich stark ausgeprägt. Mit vielen Hinweisen und mitgeteilten Beobachtungen haben Bürger zur Klärung von Straftaten beigetragen und so einen aktiven Beitrag für die Verbesserung der örtlichen Sicherheitslage geleistet.
20.03.15
Neumarkt: Hohe Aufklärungsquote
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