Kündigungen drohen im Mai


Erhebliche Kritik am Arbeitgeber US.-Armee gab es bei der Vorstandssitzung des Fachbereiches Bund und Länder

NEUMARKT. Am Truppenübungsplatz Hohenfels drohen deutschen Mitarbeitern aktuell 35 Kündigungen. Die US-Armee feuert sogar Betriebsräte.

Um den vorhandenen gesetzlichen Schutz kümmern sich die Amerikaner dabei keine Bohne. Und auch Vorschläge der deutschen Gewerkschaften, die Mitarbeiter in unbesetzten oder bald frei werdenen Positionen unterzubringen, würden von den Arbeitsgebern "komplett ignoriert", hieß es jetzt von der Gewerkschaft Verdi.


In der Oberpfalz wurden den Betriebsvertretungen (so werden die Betriebsräte dort genannt) des Joint Multinational Training Command (JMTC) bei den Stationierungsstreitkräften (SSK) 50 Beendigungskündigungen vorgelegt - 15 davon in Grafenwöhr und 35 in Hohenfels, sagte Wolfgang Dagner, Vorsitzender der Verdi-Landesfachgruppe SSK Bayern anlässlich der Sitzung des Verdi-Vorstandes des Fachbereiches Bund und Länder. Die Kündigungen, die derzeit im Stufenverfahren bei der Bezirksbetriebsvertretung sind, dürften nach Einschätzung von Verdi im Mai den Betroffenen zugehen.

Dies stehe im Widerspruch zu den Aussagen der US-Offiziellen, die Oberpfälzer Truppenübungsplätze seien sicher. So geht die US-Seite also mit seinen “Kronjuwelen” um – stellte stellvertretender Verdi-Bezirksgeschäftsführer Karlheinz Winter fest. Den ortansässigen deutschen Mitarbeitern würde gekündigt; und sollte sich dann später herausstellen, dass der Personalbedarf nicht gedeckt ist – was jetzt schon nach Überzeugung von Verdi und den Betriebsvertretungen belegt werden könne - würden halt US-Zivilisten eingestellt oder amerikanische Vertragsfirmen, die keine Steuern in Deutschland zahlen, mit den Tätigkeiten beauftragt.

Trotz gesetzlichem Schutz kündige der Arbeitgeber auch Vorsitzende, Stellvertreter und Mitglieder der Betriebsvertretungen von JMTC in Grafenwöhr und Hohenfels.

Da sich die Belegschaft wegen des derzeitigen Durchschnittsalters von 56,5 Jahren in naher Zukunft halbieren wird, sei es völlig unnötig, die Beendigungskündigungen auszusprechen, so die Gewerkschafter. Ebenso unverständlich sei, dass in diesem Bereich überhaupt ein Personalabbau stattfinde, da die avisierte Auslastung auf den Truppenübungsplätzen in Grafenwöhr und Hohenfels für die Kalenderjahre 2015 und 2016 so hoch wie noch nie zuvor sei.

Gewerkschaftssekretär Dirk Stockfisch und Karlheinz Winter berichteten zudem, dass insbesondere in den Versorgungseinheiten (AAFES) vermehrt immenser Druck auf die Beschäftigten ausgeübt wird; „die aus unserer Sicht berechtigten Klagen über Mobbing am Arbeitsplatz nehmen stark zu“ berichteten die beiden Verdi-Hauptamtlichen aus ihrer täglichen Praxis.

Hintergrund ist nach ihrer Meinung, dass auch hier vermehrt deutsche Beschäftigte durch US-Zivilisten ersetzt werden sollen; „unseren betroffenen Mitgliedern werden wir natürlich alle Unterstützung – bis hin zu möglichen gerichtlichen Verfahren – geben“, so Stockfisch.
19.03.15
Neumarkt: Kündigungen drohen im Mai
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