Pfarrer zieht Konsequenz


Pfarrer Norbert Zawilak (M.) - hier bei seiner Begrüßung in der Gemeinde Deining

NEUMARKT. Der wegen einer Rede beim Neujahrsempfang heftig ins Kreuzfeuer geratene Pfarrer Norbert Zawilak verläßt die Pfarrei Deining.

Am Sonntag wurde der Verzicht des Geistlichen auf seine Pfarrstelle aus Eichstätt offiziell bestätigt. neumarktonline hatte über einen Redebeitrag des Pfarrers beim Deininger Neujahrsempfang berichtet, bei dem Zawilak mit rechtslastigen Sprüchen gegen Islam, Homosexuelle, die Presse und die Politiker auffiel und bei der er gleichzeitig den Limburger "Protz-Bischof" in Schutz nahm (wir berichteten).


Mehrere Teilnehmer beim Neujahresempfang beschwerten sich daraufhin schriftlich beim Bischof in Eichstätt. Während der Pfarrer zum Generalvikar zitiert wurde (wir berichteten), erhoben weitere Pfarrangehörige teils heftige Vorwürfe gegen den Geistlichen, der Frauen als "Weiber, die hinter den Herd gehören", bezeichnet haben soll oder während einer Beerdigungzeremonie dem Verstorbenen prophezeite, er werde wohl nicht in den Himmel kommen. Ein im Rollstuhl sitzendes, an Leukämie erkranktes Kind sei von dem Pfarrer beschimpft worden, es sei "zu faul zum Laufen" und nicht folgsamen Kinder habe er im Religionsunterricht gedroht, ihnen würden Hörner wachsen (wir berichteten).

Das wollten sich viele Pfarrangehörige nicht mehr bieten lassen: sie bezeichneten in ihrem Schreiben Zawilak als "nicht gesellschaftsfähig".

Jetzt bestätigte ein Bistums-Sprecher, daß der 48jährige Pfarrer von Deining dem Bischof von Eichstätt den Verzicht auf seine Pfarrstelle angeboten habe. Bischof Gregor Maria Hanke hat diesem Antrag entsprochen und Pfarrer Zawilak mit Wirkung vom 16. März von dieser Aufgabe entpflichtet. neumarktonline berichtete am Sonntag-Morgen mit einer Eil-Meldung.

Sein Rücktrittsgesuch begründete Pfarrer Zawilak mit der Erkenntnis, dass eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit mit allen Gremien und Gläubigen der Pfarrei "nicht mehr uneingeschränkt möglich" sei. Es gehe nicht um seine Person, sondern darum, dem Wohl der gesamten Pfarrei zu dienen. Die intensiven Gespräche der zurückliegenden Wochen hätten gezeigt, dass ein Verbleib in der Pfarrei der Seelsorge nicht dienlich wäre.

In einer persönlichen Erklärung bei den Gottesdiensten in Deining am Samstag und Sonntag sagte Pfarrer Zawilak, bei dem intensiven Gespräch mit dem Pfarrgemeinderat vor zwei Wochen sei ihm klar geworden, dass er "manchmal durch seine direkte Art Menschen verletzt" habe. Dies bedauere er und dafür wolle er auch um Verzeihung bitten.

Gleichzeitig wollte er sich aber auch "bei den vielen bedanken, die ihm Mut zugesprochen hätten und ihn gebeten hätten, zu bleiben. Er habe sich im Blick auf das "übergeordnete Gesamtwohl seiner Pfarreien" so entschieden.
15.03.15
Neumarkt: Pfarrer zieht Konsequenz
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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