Hanfprodukt gegen Schmerzen


Die Zahl der Arbeitsplätze wuchs in Deutschland um 14 Prozent
NEUMARKT. Die Neumarkter Firma Bionorica hat aktuell eine Zulassung für ein Fertigarzneimittel auf Basis von Dronabinol eingereicht.

Dronabinol wird aus Medizinalhanf gewonnen und seit Jahren als von Ärzten verordnete Rezeptur für die Linderung von Symptomen bei Schwerstkranken eingesetzt, hieß es am Rande der Jahrespressekonferenz des Neumarkter Unternehmens. Die Ankündigung eines Gesetzesentwurfs zur Aufnahme von „Cannabis“ in die Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen für Schmerzpatienten erfolgte vor kurzem durch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

„Wir begrüßen die politische Diskussion, weil solche Patienten ihre schweren Leiden nicht mehr mit anderen Medikamenten lindern können“, sagte Bionorica-Besitzer Prof. Dr. Michael Popp.

Mit ihren wissenschaftlich erforschten pflanzlichen Arzneimitteln expandiert Bionorica in Russland trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation, und dies überproportional besser als der Wettbewerb, hieß es. Während generell im russischen Pharma-Markt 1,9 Prozent weniger Packungen in 2014 abgesetzt werden konnten, legte Bionorica in diesem internationalen Kernmarkt um 11,2 Prozent zu.


Auch im deutschen Heimatmarkt punktete das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr. Nahezu alle Präparate steigerten ihre Marktanteile, vor allem Sinupret, Bronchipret und Imupret N. Größter Gewinner war Canephron N, das um 51 Prozent zulegte, und jetzt genau wie Sinupret in seinem Anwendungsgebiet die Spitzenposition belegt.

Ihre seit Jahren wachsenden Markterfolge führt die Bionorica auf ihre besondere Forschungs- und Herstellungsphilosophie und die daraus resultierende Qualität der Präparate zurück. Das Programm mit dem Namen „Phytoneering“ basiert auf weltweiter wissenschaftlicher Forschung, Entwicklung eigener Heilpflanzen-Sorten, patentierten Herstellungsmethoden und anerkannten klinischen Studien über die Wirkung und Sicherheit der Präparate. Bislang konnten zwölf pflanzliche Arzneimittel entwickelt und in Deutschland sowie in diversen anderen Ländern erfolgreich im Markt platziert werden.

Um noch mehr Deckungsbeiträge für die kostenintensive Forschung zu erzielen, will das Unternehmen in angestammten und in neuen Märkten expandieren. Für die Innovation Sinupret extract erreichte Bionorica jetzt, neben Deutschland, erstmals eine europäische Zulassung für zehn weitere EU-Staaten, unter anderem für Österreich und Polen. Ebenfalls in diesem Jahr sollen neue Märkte erschlossen oder ausgebaut werden. Dies betrifft die Länder Schweden, Spanien, Malaysia und Indien. In Indien wurde deshalb vor wenigen Wochen mit einem Partner eine neue Produktionsstätte eingeweiht. Ferner laufen Verhandlungen für eine weitere Produktion in Russland.

Insgesamt beschäftigt Bionorica weltweit knapp 1500 Mitarbeiter, auch in Deutschland wurden im letzten Jahr wieder 14 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 erzielte die Bionorica-Gruppe einen vorläufigen Netto-Umsatz von 232,4 Millionen Euro. Die leichte Abschwächung zum Vorjahr (-0.7 Prozent) resultiere vor allem aus dem Kursverfall des russischen Rubel, der in der Spitze bis zu 60 Prozent gegenüber dem Euro in 2014 verlor. Währungsbereinigt wäre der Umsatz des Unternehmens in Folge auch in 2014 gewachsen, um über 11,7 Prozent.

Für ihr weiter angestrebtes nationales wie internationales Wachstum sei Bionorica gerüstet, das Unternehmen verfüge über eine Eigenkapitalquote von 79 Prozent.
06.03.15
Neumarkt: Hanfprodukt gegen Schmerzen
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