Kein „Turbo-Putzen“

NEUMARKT. Die rund 720 Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer im Landkreis Neumarkt sollen nach Meinung der IG Bau mehr verdienen.

Die "Gebäudereiniger-Gewerkschaft" will ein „sauberes Lohn-Plus“ von 6,4 Prozent durchsetzen – für die Innenreinigung sogar 80 Cent mehr pro Stunde. Damit würde der Tarif-Mindestlohn der Branche auf einen Stundenlohn von 10,35 Euro steigen. Mit dieser Forderung will die IG Bau in die bevorstehende Tarifrunde gehen. Davon würden neben den rund 230 regulär beschäftigten Gebäudereinigern auch rund 490 Mini-Jobber, die in der Gebäudereinigung im Landkreis Neumarkt arbeiten, profitieren.


„Der Lohn würde für das Reinigen von Büros und Schulen genauso gelten wie für das Saubermachen in Fabrikgebäuden“, sagt Stefan Königsberger. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Oberpfalz will darüber hinaus „vernünftige Spielregeln gegen den enorm wachsenden Leistungsdruck“ in der Gebäudereinigung. „Im Moment beherrscht ein Prinzip die Branche: Immer mehr Fläche putzen – ohne mehr Zeit, ohne mehr Geld. Das ist Turbo-Putzen pur“, so Königsberger.

Reinigungskräfte würden häufig Überstunden zum Null-Tarif leisten, um die ihnen zugeteilten Büroräume, Klassenzimmer oder Altenheime überhaupt zu schaffen. Lohnerhöhungen seien so „durch umsonst geleistete Mehrarbeit verpufft“. Damit müsse jetzt Schluss sein. Die IG Bau will "den Leistungsdruck am Tariftisch regeln".
23.02.15
Neumarkt: Kein „Turbo-Putzen“
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