Gedanken zum Aschermittwoch

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Wenn Masken und Kostüme, Faschingshüte und Schminke abgelegt werden, dann beginnt eine neue Zeit: Es beginnt der Aschermittwoch und mit ihm die Fastenzeit. Fasten ist mittlerweile in Mode gekommmen. Man stellt die Ernährung um, damit man Gewicht und Pfunde los bekommt oder einfach nur, um gesünder zu leben. Andere setzen auf das Auto- und auf das Energiefasten zum Schutze der Umwelt. All das ist gut und heilsam.

Doch ist die Fastenzeit aus der Sicht der Kirche mehr als nur Verzichten und Abspecken. Daran erinnert uns das Aschenkreuz am Aschermittwoch. Asche ist Sinnbild für unsere Vergänglichkeit und Sterblichkeit. Denn der Aschermittwoch erinnert uns daran, das oft allzu Irdische, das Materielle und Vergängliche loszulassen und uns dem anzuvertrauen, der auch noch jenseits des Todes auf uns wartet. Das christliche und religiöse Fasten eröffnet also eine neue Blickrichtung. Es möchte uns frei machen von der Jagd nach Geld, Gewinn und übertriebener Genussucht, frei von der Sorge um Hab und Gut, Rendite und Karriere.


Das religiöse Fasten gibt uns den Blick auf das rechte Maß im Umgang mit uns selbst, im Haushalten mit unseren Kräften, im Umgang mit Essen und Trinken und mit den Resourcen der Schöpfung. Gerade das rechte Masshalten würde unserer modernen Zeit besonders gut anstehen. Wenn man bedenkt, dass massig Lebensmittel weggeworfen werden, während Menschen in den südlichen Ländern hungern und verhungern. Die Fastenaktion der Katholiken „Misereor“ und der evangelischen Kirche „Brot für die Welt“ weisen uns deutlich darauf hin. Oder wenn man bedenkt, dass immer mehr Staaten, Privathaushalte, der Finanzsektor und sonstige Unternehmen auf Pump leben und die Schuldenquote das Dreifache der Gesamtwirtschaftsleistung beträgt. So hat es vor kurzem ein großes deutsches Nachrichtenmagazin gemeldet.

Ist es da nicht Zeit, die Notbremse zu ziehen und wirklich umzudenken? Denn all das geht vor allem auf Kosten der kommenden Generationen. Wird Geld, mit dem man gewissenlos spekuliert, immer mehr losgelöst vom Realwert? Kommt es sogar eines Tages zum Crash des ganzen Geld- und Finanzsystems? Wie aber kommt es da zum Umdenken? Eine Wegweisung gibt uns das Fasten aus religiösen Gründen.

Denn vor allem darum geht es der Kirche in den kommenden 40 Tagen der Fastenzeit, die auch Österliche Bußzeit genannt wird. In dieser Zeit lenkt die Kirche unsere Blicke und Herzen auf Gott und auf die Erneuerung unserer Gottesbeziehung. Sie lenkt den Blick auf das Gebet, auf den Gottesdienst, auf das Nachdenken über das eigene Handeln, auf die Orientierung am Wort Gottes und am Glauben. Denn der Aschermittwoch und die Fastenzeit sagen uns: Diese Welt ist nicht alles und nicht das Letzte. Wir gehen auf Ostern zu, auf das Fest der Auferstehung.

Ostern aber gibt uns die Kraft und den Mut, unsere Welt zu verwandeln. Es gibt uns den Mut, umzudenken und eine Welt zu schaffen, wie Jesus sie verkündet und wie Gott sie gewollt hat. Es ist eine Welt der Freiehit, des Friedens, der Solidarität, der Liebe und der Gerechtigkeit. Endgültig begonnen hat diese neue Welt Gottes mit der Auferstehung Christi. Es liegt an uns allen, uns gerade jetzt in der Fastenzeit davon ergreifen zu lassen.
17.02.15
Neumarkt: Gedanken zum Aschermittwoch
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