"Gut zu tun..."


Rettungswagen inmitten von närrischen Chinesen: in Dietfurt floß auch heuer wieder Blut

NEUMARKT. Die berüchtigte Nacht zum Freitag beim Chinesenfasching in Dietfurt verlief aus Sicht der Polizei etwas ruhiger als in den Vorjahren.

Das polizeiliche Einsatzgeschehen kann im Verhältnis zur Masse der Besucher als relativ überschaubar bezeichnet werden, erklärte ein Polizeisprecher. Schwerwiegende Sicherheitsstörungen blieben aus, wenngleich die Einsatzkräfte insbesondere beim nächtlichen Faschingstreiben schon gut zu tun hatten, um manch hitzige Gemüter zu beruhigen. Das Straftatenaufkommen zeigte sich in diesem Jahr leicht rückläufig.


„Ohne Vorkommnisse“ hieß es beim „Faschingszug“ am Nachmittag. Trotz des unangenehmen Wetters suchten geschätzte etwa 12.000 Besucher den Weg nach Dietfurt. Das Einsatzkonzept von Polizei, Feuerwehr, Stadtverwaltung und Sicherheitsdienst sorgte für einen reibungslosen Verlauf der Veranstaltung.

Lediglich ein neunjähriges Mädchen aus einem Nachbardorf hatte seine Gruppe und damit auch etwas die Orientierung verloren. Das sichtlich dankbare Mädchen durfte dann im Streifenwagen nach Hause fahren.

Bereits ab den frühen Abendstunden wurde von den Sicherheitskräften an den Zugängen zur Innenstadt gemäß der geltenden Stadtsatzung das mitgebrachte Glas in Form von Bier- und Schnapsflaschen „abgefischt“.

Zusammen mit einer starken Präsenz von Fußstreifen der Polizeieinheiten gelang es, den stark bevölkerten Innenstadtbereich recht friedlich zu gestalten, obwohl manche natürlich gar nicht begeistert waren, nicht in eines der überfüllten Lokal gelangen zu können. Weniger Scherben auf den Straßen und gut gefüllte Abfallbehältnisse waren das Ergebnis der Bemühungen.

Leider ignorierten aber noch viele Besucher, Lokalbetreiber und auch Faschingszugteilnehmer das geltende Glasverbot und sorgen damit neben Abfall auch für Gefahrenstellen auf den Verkehrsflächen. So mussten einige gestürzte Personen mit Schnittverletzungen vom Roten Kreuz versorgt werden.

Mit steigendem Alkoholpegel nehmen auch die vermeintlichen Kräfte von jungen Männern zu. So gerieten im Espanweg im Verlaufe des Abends ein 22jähriger und ein 20jähriger Mann aus dem Gemeindebereich Berg mehrfach aneinander und sorgten für gegenseitige Verletzungen, obwohl man sich ja eigentlich gut kennt.

Ein 19jähriger Mühlhausener legte sich gegen 21 Uhr an selber Örtlichkeit mit einem Brüderpaar aus Kipfenberg an. Nach vorausgehenden Beleidigungen üblerer Art verpasste er den 20- und 19jährigen Brüdern ein paar Hiebe, denen ein Schneidezahn zum Opfer fiel.

Geschlagen wurde hier um 22.30 Uhr auch ein 16jähriger Berchinger. Sein Kontrahent war ein 17jähriger Bursche aus Kipfenberg.

Gegen 23.00 Uhr „fing“ sich in der Hauptstraße ein 17jähriger Besucher aus Greding von einem Unbekannten einen Faustschlag ein. Der Täter konnte in einer Faschingsgruppe unerkannt entkommen. Der Schlag blieb ohne schwerwiegende Folgen.

In allen Fällen standen die Beteiligten deutlich unter Alkoholeinwirkung. Es blieb bei mehr oder weniger leichten Verletzungen. Die Strafverfahren laufen.

Ein "Diebstahl aus Verärgerung" wurde gegen 1 Uhr in der Innenstadt aktenkundig. Einer 21jährigen Frau aus Kelheim sowie ihrer 22jährigen Freundin aus Dietfurt wurden in einem brechend vollen Lokal der Innenstadt ihre Jacken entwendet. Aus Frust darüber klauten die beiden ihrerseits insgesamt sieben Jacken aus der Garderobe des Lokals. Allerdings wurden die beiden dabei ertappt.

Ein 20jähriger Mann aus dem Gemeindebereich Dietfurt fand es besonders witzig, mit einem Verkehrszeichen spazieren zu gehen. Gegen 2 Uhr kam ihm in der Bahnhofstraße aber eine Fußstreife der Polizei in die Quere, nahm ihm das Diebesgut ab und verpasste ihm im Ausgleich dazu eine Diebstahlsanzeige.

Besonders „cool“ wollte ein 17jähriger Bursche aus Beilngries sein, der nach 4 Uhr zusammen mit seinem 15jährigen Freund aus Kinding den Nachhauseweg auf dessen Motorroller antrat. Der Fahrer hatte zwar keine Fahrerlaubnis, dafür aber einen ordentlichen Alkoholpegel. Deshalb war eine Blutentnahme fällig. Bei der Durchsuchung des Rollers wurde dann auch noch ein verbotener Schlagring des 15jährigen Kumpels entdeckt.

Um die Zugangskontrolle zu einer Veranstaltungshalle passieren zu können, tauschten ein 18- sowie ein 17jähriger Beilngrieser kurzerhand Ausweisdokumente und wurden vom aufmerksamen Sicherheitsdienst prompt erwischt. Die beiden haben sich nun wegen des „Missbrauchs von Ausweispapieren“ zu verantworten.

Gegen 0.30 Uhr erleuchtete ein 17jähriger Breitenbrunner die Hauptstraße mit einem Laserpointer. Da dies hier ausdrücklich untersagt ist, hat die Aktion Folgen und der Pointer liegt jetzt bei der Polizei.

Darüber hinaus endete der unkontrollierte Alkoholkonsum zumindest für sechs junge Leute im Krankenhaus, Diagnose: „Verdacht auf Alkoholvergiftung“.

Die Polizeiinspektion Parsberg wurde abwechselnd von Dienstkräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, vom Einsatzzug Regensburg und einer Militärpolizeistreife der US-Armee unterstützt.
13.02.15
Neumarkt: "Gut zu tun..."
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15. Jahrgang
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