Gedanken zu Mariä Lichmess

Von Dekan Monsignore Richard Distler

„Wie kann ich den Sinn meines Lebens finden?“ So fragte mich vor kurzem ein junger Mensch. Meine Antwort war nur: „Du findest ihn, indem du dich auf die Suche machst!“ Dabei wurde uns beiden klar, dass die Suche nach dem Lebenssinn durch Höhen und Tiefen, durch Licht und Schatten gehen kann. Doch diese Suche lohnt sich, Rückschläge mit eingerechnet. Aber dazu brauchen vor allem unsere jungen Menschen gute Wegbegleiter. Das sind Eltern, Freunde, gute Bekannte, Lehrer und auch Seelsorger.

Dann aber verwies ich diesen jungen Mann auf Jesus, auf die Bibel und das Wort Gottes. Denn Gott und Jesus sind schon vielen Menschen so etwas wie ein Licht in ihrer Sinnsuche geworden. Sagt er doch selbst: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wandelt nicht in der Finsternis, er hat das Licht des Lebens!“ Aber warum kann Jesus Licht und Lichtträger auf den dunklen Wegen des Lebens sein? Er ist es deshalb, weil er als Gottes geliebter Sohn selber in die Dunkelheiten und Abgründe menschlichen Daseins hinabgestiegen ist. Er hat sogar die Abgründe der Gottverlassenheit und des Todes durchlitten. Doch Gott hat ihn ins Licht, ins Leben und ins ewige Leben gehoben.


Gerade weil er selbst all das durchgestanden hat, ist er jedem Menschen nahe, der nach dem Sinn seines Lebens sucht und der sich auf den Weg vom Dunkel zum Licht macht. Auch im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus als „Licht der Welt“ und im Evangelium vom heutigen Lichtmesstag (2.Febr.) nennt der greise Simeon schon den ganz jungen Jesus „das Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit ist für sein Volk Israel“. Da ist also Licht in unserem Leben, auch dann noch, wenn es dunkel, einsam, finster, kalt und gefährlich wird, auch dann noch, wenn alles nur noch Chaos, Verzweiflung und Sinnlosigkeit sein mag.. Auch dann ist noch einer da, der uns erleuchten, Klarheit verschaffen und uns den Weg zu einer Lösung und zur Erlösung zeigen kann.

Genau darum geht es heute am Lichtmesstag, allein deshalb feiern wir heute genau 40 Tage nach Weihnachten nochmals so etwas wie ein drittes Weihnachtsfest. Der biblische Anlass ist der Gang der Eltern Jesu in den Tempel von Jerusalem. Dort soll Jesus, ihr erstgeborenes Kind, Gott dem Herrn geweiht werden. Als äußeres Zeichen dafür geben sie für den Tempel ein Opfer, es sind zwei junge Tauben, so wie es das jüdische Gesetz vorschreibt. Doch dann dieses unbeschreibliche Glück der beiden alten Leute Simeon und Hanna. Sie können es kaum fassen: Ihr langes Warten, Beten und Fasten hat sich gelohnt. Sie dürfen noch das Christkind schauen, es segnen und lobpreisen.

Deshalb lädt die Kirche heute alle Christen ein mit dem alten Lichtmess-Hymnus: „Dein Brautgemach schmücke nun, Volk Gottes. Nimm auf den König, Christus. Umpfange, Maria, des Himmels Pforte. Du trägst ja den König, das neue Licht!“

Das Lichtmessfest ist schon sehr früh gefeiert worden. Schon im 4. Jahrhundert gab es in Jerusalem dieses Fest mit einer Prozession, Messe und der Predigt des Bischofs. Im Jahr 542 wurde es durch den Kaiser im ganzen Osten eingeführt und nannte sich „Hypapanthe“, Fest der Begegnung des Messias mit dem auf ihn wartetenden Rest des Volkes Israel. Auch heute noch kann vielen Menschen dieser Messias und Christus Licht, Leben, Freude und Hoffnung auf der Sinnsuche ihres Lebens sein. Aber wichtig ist, dass wir uns auf die Suche machen.
01.02.15
Neumarkt: Gedanken zu Mariä Lichmess
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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