"Druck muß bleiben"


In Berg trafen sich zahlreiche Stromtrassengegner

NEUMARKT. Unter dem Motto „Heimat ohne Monstertrassen - für eine tatsächliche Energiewende“ trafen sich Stromtrassengegner in Berg.

Zu Beginn sagte Bergs Bürgermeister Helmut Himmler, dass die bayerischen Bürger in Oberfranken, Mittelfranken, Oberpfalz und Schwaben den Politikern und dem Trassenbauer Amprion mit ihren lautstarken Protesten und Veranstaltungen seit Monaten „eine Lehrstunde in Demokratie“ geben würden. Die Bürger und somit der Souverän des Staates hätten laut Himmler die besseren Argumente, weil es um deren Heimat und Lebensraum gehe und das kollidiere mit den Gewinninteressen der Stromtrassenbetreiber. Diese erhalten nämlich eine garantierte Verzinsung ihrer Investitionen in Höhe von 9,05 Prozent über Jahrezehnte hinweg.


Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann forderte als stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Kommunen gegen die Gleichstrompassage Süd-Ost“ die Anwesenden auf, in der derzeit entscheidenden Phase nicht müde zu werden und sich weiterhin mit Aktionen gegen die Trasse zu wehren. Als „Augenwischerei“ bezeichnete Thumann die nun vorgelegte Verlängerung der Trasse in Richtung Windkraftanlagen in die Nähe der Ostsee.

Für Thumann war klar, dass durch die Leitung – ob über die 70 Meter hohen Masten und per Erdverkabelung hauptsächlich „dreckiger Strom“ aus dem Braunkohleabbaugebiet in den Süden von Bayern geleitet werden soll. Derzeit seien bereits 64 Kommunen mit rund 300.000 Menschen beigetreten. Thumann ging auch auf Äußerungen von Horst Seehofer ein, dass es gegen den Willen Bayerns keine Stromtrassen geben werde.

Der Altdorfer Bürgermeister Erich Odörfer bezeichnete die sogenannten Süd-Ost-Passage mitsamt den Monsterleitungen als nicht erforderlich. „Mit der Verlängerung der Stromleitung Richtung Ostsee soll der ganzen Sache der Wind aus den Segeln genommen werden“. Er hoffe, dass Seehofer zu seinem Wort stehe und in Berlin die von den Stromkunden zu bezahlende Leitung verhindert.

Viel Beifall gab es bei der Info-Veranstaltung für Rechtsanwältin Dr. Margarete Spiecker, die zum Thema „800 Kilometer Höchstspannungs-Leitungen in Bayern – die Position der Gemeinden“ sprach. Die Referentin war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht der Universität Regensburg und ist Expertin für Planungs-, Umwelt- und Energierecht. Sie referierte in Berg zu den Themenbereichen Erforderlichkeit der neuen Leitungen, Planungsrecht und Rechtsmittel, Wohn- und Umweltschutz, Erdverkabelung der Leitungen und Entschädigungsfragen für die Kommunen.

Nach der Aussprache zu den einzelnen Vorträgen waren sich die zahlreichen Besucher der Informationsveranstaltung einig, dass man auf dem Rechtsweg die Höchstspannungsleitung wohl kaum verhindern könne. Daher müsse der Druck und Einfluss auf die Abgeordneten in Berlin und München bleiben, denn faktisch werde im Bundestag sowie im Bundesrat entschieden, welche Leitungen gebaut werden.
14.11.14
Neumarkt: "Druck muß bleiben"
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