Schulweg untersucht


Die meisten Kinder machen sich zu Fuß auf den Schulweg - und nur selten ist ein helfender Polizist dabei, wie auf unserem Archiv-Foto vom Schuljahresbeginn

NEUMARKT. Die meisten Schüler der neun Grund- und Mittelschulen im Neumarkter Stadtgebiet machen sich zu Fuß oder per Rad auf den Weg zur Schule.

Auf dem dritten Platz folgt das Auto der Eltern - das ergab eine Umfrage zu "sicheren und klimafreundlichen Mobilität" entlang des Schulwegs.

Im Frühjahr 2014 wurde die Befragung durchgeführt. Die Teilnahme war freiwillig. Anhand der gewonnen Daten möchte die Stadtverwaltung die Schulwege gegebenenfalls sicherer gestalten und noch mehr Eltern und Schüler motivieren, klimafreundlich und umweltbewusst zur Schule zu gelangen, hieß es.

Insgesamt wurden 1310 Fragebögen durch das Amt für Nachhaltigkeitsförderung ausgewertet. Der Abschlussbericht wird auch an alle beteiligten Schulen, die Elternbeiräte, das Schulamt, die zuständige Verkehrspolizei und die Verkehrswacht sowie stadtintern verteilt.


Die Ergebnisse liefern nicht nur einen Ansatz für Verbesserungen, sondern auch wichtige Argumentationshilfen, wenn es darum geht zukünftig noch mehr Eltern für eine umweltbewusste Schulwegsmobilität zu begeistern, hieß es beim Pressegespräch am Dienstag. Berechnungen im „Masterplan 100% Klimaschutz“ zeigen, dass eine "Umstiegsquote" - also ein Verzicht auf eine Autofahrt - von fünf Prozent bei den Schulen zu einer jährlichen Einsparung von 22 Tonnen CO2 führen würde.

Stadtintern wird nun geprüft, welche baulich-/technischen Optionen bereits im Gesamtverkehrsplan enthalten sind und welche organisatorischen Maßnahmen eventuell zusätzlich unterstützen könnten. Bereits in Planung ist eine Neuauflage der sogenannten „Kindermeilen“ im Frühjahr 2015. Über Sammelhefte sollen die Kinder an den Schulen zur klimafreundlichen Mobilität motiviert werden. Im Jahr 2011 stieß dieses Projekt bereits auf sehr große Resonanz an den Schulen.

Besonders erfreulich sind die Ergebnisse hinsichtlich Entfernung und Zeitaufwand, hieß es. Die meisten Schüler wohnen in einem Umkreis bis zwei Kilometer von ihrer jeweiligen Schule entfernt und brauchen auch nicht länger als eine halbe Stunde, um in die Schule zu gelangen - unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels. Dies sei eine überaus positive Tatsache, denn je kürzer der Schulweg ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser umweltfreundlich gestaltet und auf motorisierte Unterstützung verzichtet werden kann.

Die Mehrheit aller Schüler kommt zu Fuß zur Schule. An zweiter Stelle stehen Fahrrad und City-Roller. Mit einigem Abstand folgt am dritten Platz das Auto.

Ausschlaggebend für die Verkehrsmittelwahl ist ganz offensichtlich die Entfernung zwischen Wohnort und Schule. Viele Eltern gaben auch gesundheitliche Aspekte, wie frische Luft und Bewegung an. Die Umweltfreundlichkeit als relevanten Grund für die Verkehrsmittelwahl, nannten immerhin 106 der teilnehmenden Eltern.

Die Mitnahme mit dem Auto ergibt sich häufig aus anderen zwingenden Fahrten, wie zum Beispiel dem Weg zur Arbeit. Aber auch entwaffnend ehrlich wurde geantwortet: „Ich bin zu faul, um zu Fuß zu gehen“.

Bei der Frage nach Gefahrenpunkten wurde von den Eltern die Nichteinhaltung grundlegender Verkehrsregeln durch Autofahrer genannt: Zebrastreifen würden missachtet; beim Abbiegen werde den Fußgängern und Radfahrern die Vorfahrt genommen, Bushaltestellen, Gehwege und Zebrastreifen seien zugeparkt, Ampelschaltungen würden ignoriert.

Als ein typisches „Neumarkter Übel“ bemängelten zahlreiche Eltern die hohe Zahl an Straßenbaustellen. Die zwingen die Kinder immer wieder die Straßenseite zu wechseln oder Umwege in Kauf zu nehmen. Weitere potentielle Risiken sehen die Eltern bei der Gestaltung der Bushaltestellen, bei den Anfahrtszonen direkt an den Schulen sowie beim Geh- und Radwegenetz.

Zwei Straßenkreuzungen haben sich unter den vielen Antworten deutlich hervorgehoben: die Ecke Mariahilfstraße/Friedenstraße („AOK-Kreuzung“) und die Kreuzung Amberger Straße/Pelchenhofener Straße sowie die komplette Pelchenhofener Straße. Sie wurden als besonders kritisch und für die Schulkinder als schwierig beschrieben.

Unnötiges Gedränge herrscht nach Meinung von etlichen Eltern auch in den Schulbussen. Sie weisen darauf hin, dass die Kinder häufig im Bus stehen müssten und große Platznot herrsche. Die Angaben der Kinder unterscheiden sich inhaltlich kaum von denen der Eltern - mit Ausnahme von einigen kindlichen Ausreißern wie der Forderung nach „mehr Süßigkeitenläden“ oder einem „privaten Flugzeug“.

neumarktonline-Leser können den gesamten Bericht zur Schulwegsmobilität hier herunterladen (PDF, 950 kb).


Ralf Mützel, OB Thomas Thumann und Tina Paulus bei der Vorstellung der Umfragergebnisse
04.11.14
Neumarkt: Schulweg untersucht
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