"Willkommenskultur" gefordert


Der Neumarkter Dekanatsrat tagte in Reichertshofen
Foto: Christian Schrödl
NEUMARKT. 362 Flüchtlinge und Asylbewerber gibt es derzeit in Unterkünften im Landkreis. Der Dekanatsrat forderte jetzt eine "Willkommenskultur".

Der Dekanatsrat von Neumarkt traf sich im Pfarrheim von Reichertshofen zu seiner Herbstvollversammlung. Zu der Sitzung mit sehr emotionalen Themen und zahlreichen Wortbeiträgen konnte Vorsitzender Robert Bogner die zahlreichen Vertreter aus den Pfarreien sowie den kirchlichen Verbänden und Einrichtungen begrüßen. Zunächst berichtete Dekanatsjugendseelsorger Clemens Mennicken aus Neumarkt, dass es in der kirchlichen Jugendarbeit der beiden Dekanate Neumarkt und Habsberg am 1. September zu strukturellen Veränderungen gekommen sei.

Die Jugendstelle im Neumarkter Johanneszentrum sei zukünftig für die Begleitung der Jugendarbeit in beiden Dekanaten zuständig. Wegen der von der Diözese Eichstätt 2011 vorgenommenen Veränderung der Dekanatsstruktur habe es in den letzten Jahren Unklarheiten in den Zuständigkeiten gegeben, die für die engagierten Jugendlichen nicht hilfreich gewesen seien. Dekan Richard Distler freut sich, dass die Jugendstelle in den nächsten Wochen mit dem Religionspädagogen Stephan Götz aus Berngau, derzeit noch Gemeindereferent in der Pfarrei Woffenbach, zügig wiederbesetzt werden könne.


Die stellvertretende Vorsitzende des Dekanatsrats, Renate Großhauser, zugleich Geschäftsführerin des Kreisjugendring Neumarkt, legte Zahlen vor, wonach gerade auch im Bereich der katholischen Jugendarbeit die Zahl der Freizeit- und Bildungsmaßnahmen zuletzt stark zurückgegangen sei. Dekan Richard Distler bedauerte in der Diskussion, dass gerade die verbandliche Jugendarbeit personell durch die Diözese Eichstätt „zu stark gestutzt wurde“. Er verweist darauf, dass im Neumarkt 1.200 Ministranten ihren Dienst tun würden, es aber darüber hinaus auch Angebote für Jugendliche geben müsse.

Sehr betroffen zeigten sich die Delegierten aus den Pfarreien und katholischen Verbänden und Einrichtungen von der Situation der Flüchtlinge im Landkreis Neumarkt. Renate Großhauser konnte druckfrische Zahlen aus dem Landratsamt mitbringen: Derzeit leben in den Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterbringungen 362 Personen. Der Dekanatsrat sprach sich in einem Beschluss deutlich dafür aus, dass der Landkreis Neumarkt mit den Kirchen, der islamischen Gemeinschaft und den Verbänden einen Leitfaden entwickelt, wie die Hilfe für Flüchtlinge vor Ort strukturiert und geleistet werden kann.

Richard Forster, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Seligenporten, berichtete von einem ersten Treffen zwischen Pfarrangehörigen und den Flüchtlingen, die in ihrem Ort untergebracht sind: „Dieses Treffen hat allen gut getan. Nach zehn Minuten waren die gegenseitigen Vorbehalte schon abgebaut.“

Dekan Distler forderte in diesem Zusammenhang, dass sich auch der Caritasverband der Diözese Eichstätt in der Asylberatung vor Ort engagiere. Aus Eichstätt habe er hier schon grünes Licht erhalten. Außerdem habe er beim Landratsamt vor Tagen schon einen Asylgipfel angeregt.

In der Diskussion kommt zu Sprache, dass eine Wohnung für irakische Flüchtlinge benötigt wird, dass die Neumarkter Hofpfarrei eine Wohnung für eine Flüchtlingsfamilie renoviert, dass Hilfen beim Erlernen der deutschen Sprache besonders gefragt sind oder dass gemeinnützigen Organisationen gesucht würden, die Flüchtlingen eine Beschäftigung geben könnten.

Richard Rupp vom Pfarrgemeinderat Woffenbach sagte, dass die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpft werden müssten, und rief dazu auf, die Projekte der kirchlichen Hilfswerke intensiver zu unterstützen. „Wir brauchen auf alle Fälle“, fasst Renate Großhauser die Diskussion zusammen, „eine gute Willkommenskultur in unseren Pfarrgemeinden.“

Der Dekanatsrat ist die höchste Laienvertretung im Dekanat Neumarkt. Er trifft sich zweimal jährlich zu Vollversammlungen und behandelt wichtige Fragen des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. Mitglieder sind die Vertreter der neun Seelsorgeeinheiten im Dekanat, der katholischen Verbände wie BDKJ, Frauenbund, Kolping, DJK oder KAB sowie der kirchlichen Einrichtungen wie Caritas oder Katholische Erwachsenenbildung.
22.10.14
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