Mehr Unfälle, mehr Verletzte


Die meisten Unfälle auf der Autobahn gingen glimpflich aus
Fotos:Archiv/Polizei
NEUMARKT. Zum ersten Mal seit fünf Jahren gab es im letzten Jahr im Landkreis Neumarkt keinen tödlichen Autobahn-Unfall.

Allerdings war dies bei der Bekanntgabe der Unfall-Bilanz bei der Autobahnpolizei kein reiner Grund zur Freude: Nur wenige Kilometer jenseits der Landkreis-Grenze gab es im Bereich der Parsberger Polizisten vor gut einem Jahr einen grauenvollen Unfall, bei dem ein Ersatz-Busfahrer starb und und 16 Bus-Insassen verletzt wurden, sechs von ihnen schwer.

Weil sich der Einzugsbereich der Parsberger Autobahnpolizei auf das etwa 50 Kilometer lange Teilstück zwischen den Anschlussstellen Oberölsbach und Laaber - also auch über die Landkreis-Genze hinaus - erstreckt, steht der tödliche Unfall in der jetzt vorgestellten Statistik der Autobahnpolizisten, nicht aber in der Polizei-Statistik für den Landkreis Neumarkt (wir berichteten).

Insgesamt erhöhte sich auf der Autobahn die Zahl der Verkehrsunfälle im letzten Jahr von 340 auf 376. Bei 44 Unfällen wurden 80 Personen verletzt. Dies bedeutet einen Rückgang von etwa zehn Prozent bei der Zahl der Unfälle (Vorjahr: 49), jedoch einen Anstieg der verletzten Personen um etwa 18 Prozent (Vorjahr: 68). Die sogenannten „Verkehrsunfälle mit schwerwiegendem Sachschaden“ nahmen um etwa zwei Prozent von 92 auf 94 zu.

Leider ereignete sich auch ein Verkehrsunfall mit einer getöteten Person, sagte Dienststellenleiter Polizeihauptkommissar Peter Kemeter bei der Vorstellung der Statistik.

Am 4.Februar 2013 stellte sich gegen 3.25 Uhr ein türkischer Sattelzug auf der rechten Spur zwischen den Anschlussstellen Beratzhausen und Parsberg vor Beginn des Granswanger Berges zunächst quer und fuhr dann bei schneebedeckter Fahrbahn in die rechte Schutzplanke (wir berichteten).

Ein später nachfolgender, ebenfalls türkischer Sattelzug wich nach links aus und kam dadurch ins Schleudern. Sein Sattelzug knickte ein und kam auf dem rechten Fahrstreifen und dem Standstreifen zum Stehen.

Hinter diesem türkischen Sattelzug fuhr ebenfalls auf der rechten Fahrspur ein ungarischer Sattelzug. Als der Fahrer die beiden türkischen Lastwagen sah, wollte er nach links auf die Überholspur wechseln. Bevor er jedoch wechselte, wurde er von einem rumänischen Reisebus überholt.

Der Reisebus fuhr nahezu ungebremst auf den zweiten türkischen Sattelzug auf. Der ungarische Sattelzug war mittlerweile hinter dem Reisebus. Als der Fahrer des ungarischen Sattelzuges die Situation erkannte, bremste er und zog seinerseits nach rechts. Dabei streifte er den Bus noch am hinteren Ende mit der linken Vorderseite seines Aufliegers und riss den am Heck des Busses angebrachten Koffer ab.

Von den 22 Personen, die sich im Bus befanden, wurden der Ersatz-Fahrer getötet und sechs Personen schwer verletzt. Weitere zehn Personen wurden leicht und mittelschwer verletzt. Der Sachschaden betrug insgesamt etwa 120 000 Euro.



Hauptunfallursachen waren auch auf der Autobahn das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder "nicht angepasste Geschwindigkeit" (34 Unfälle) und Fehler beim Überholen (31 Unfälle). 18 Unfälle passierten wegen ungenügendem Sicherheitsabstandes und 17 wegen begangener Fehler beim Abbiegen, Ein- und Anfahren. Bei einem der Unfälle war der Fahrer alkoholisiert.

Der Gesamtschaden bei den Unfällen mit Personenschaden und den schwerwiegenden Unfällen betrug 1.356.000 Euro. Der Sachschaden bei den Kleinunfällen wird nicht registriert.

Das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen auf Höhe der Anschlußstelle Neumarkt lag 2012 (neuere Zahlen sind nicht vorhanden) bei etwas mehr als 36.000 Fahrzeugen in beiden Fahrtrichtungen. Der Anteil des Schwerverkehrs lag dabei bei 26,9 Prozent - das sind etwa 9750 Fahrzeuge.

Die Beamten der Autobahnpolizei Parsberg kontrollierten im letzten Jahr insgesamt knapp 6100 Fahrzeuge. 3520 davon waren Lastwagen. 1404 davon - also knapp 40 Prozent - mussten beanstandet werden. Die häufigsten technischen Mängel waren Beanstandungen der Lichtanlage und Elektrik (69), der Reifen (21) und der Bremsanlage (15). 26 Mal musste wegen schwerwiegender Mängel die Weiterfahrt unterbunden werden.

Nach wie vor stellt die Verfolgung von Verstößen gegen die Sozialvorschriften (Lenk- und Ruhezeiten) im Lkw-Verkehr einen absoluten Arbeitsschwerpunkt dar, sagte Kemeter. 2013 wurden auf diesem Sektor 962 Anzeigen nach dem Fahrpersonalrecht und 41 Anzeigen nach dem Güterkraftverkehrsgesetz erstellt. Außerdem verfolgten die Beamten der Autobahnpolizei 524 Verstöße nach der Straßenverkehrsordnung und der Straßenverkehrszulassungsordnung. Die häufigsten Verstöße waren hier Ladungssicherungsverstöße, Nichteinhalten des Lkw-Überholverbotes, Gurt- und Handyverstöße.

Bei einer großen Anzahl der beanstandeten Kfz-Führer handelt es sich um Ausländer. Um die Bezahlung der Geldbuße sicherzustellen, wurden 452 Sicherheitsleistungen erhoben.

2013 wurden im Umfeld der Autobahn insgesamt 276 Strafanzeigen bearbeitet. 68 Delikte waren Tankbetrügereien (Vorjahr 63). Ein enormer Anstieg wurde bei den sogenannten Dieseldiebstählen verzeichnet. Insgesamt mussten hier 54 Delikte verfolgt werden. Im Vorjahr wurden 23 Dieseldiebstähle angezeigt. Daraus ergibt sich eine Steigerung von 135 Prozent. Die Tatorte sind in der Regel Autobahnparkplätze. Dort werden von Lastwagen die Tankdeckel abgedreht und der Diesel abgepumpt. Dies passiert in der Zeit, in der die Fahrer in ihrer Schlafkabine die Ruhezeit einbringen.

2013 wurden durch die Beamten der APS Parsberg insgesamt 455 Schwertransporte begleitet. Es fielen dadurch 951 Einsatzstunden an.

Ein enormes Problem entlang der Autobahn stellt überwiegend in der Nachtzeit die akute Parkraumnot auf den Autobahnparkplätzen dar, hieß es von der Autobahnpolizei. Diese führe dazu, dass verschiedene Lkw-Fahrer entweder behindernd oder gar auf dem Seitenstreifen der Autobahn parken, um ihre Ruhezeiten einzubringen.


Im Januar 2013 brannte in der Nähe der Autobahnausfahrt Neumarkt ein Tiertransporter total aus. 45 Schweine starben. Menschen wurden nicht verletzt
13.03.14
Neumarkt: Mehr Unfälle, mehr Verletzte
Telefon Redaktion



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