Noch mehr Reduzierungen ?

NEUMARKT. In Hohenfels sind laut Gewerkschaft die Mitarbeiter über den Stellenabbau bei der US-Armee geschockt: drohen jetzt noch mehr Reduzierungen?

neumarktonline hatte vor einer Woche über die vorgesehenen Entlassungen von rund 220 zivilen Mitarbeitern in Hohenfels und Grafenwöhr berichtet (Meldung hier).

Inzwischen hatten sich auch Politiker vor Ort eingefunden: Staatssekretär Albert Füracker besuchte Hohenfels, Staatsministerin Christine Haderthauer führte Gespräch im Grafenwöhrer Rathaus.

Für die Betriebsvertretungen der Gewerkschaft Verdi kritisierte Klaus Lehl massiv, dass "erneut" seitens der US-Armee wohl geltendes Recht verletzt wurde. "Das Bundespersonalvertretungsgesetz schreibt vor, dass die Betriebsvertretungen rechtzeitig und umfassend von allen Maßnahmen zu unterrichten sind!", zitierte Lehl geltendes Recht. Rechtzeitig bedeutet, vor einer Entscheidung mit den betroffenen betrieblichen Interessensvertretungen zu reden.

Die Gewerkschafter fordern zudem, die "scheibchenweise Bekanntgabe" von immer neuen Stellenkürzungen zu beenden – "die Beschäftigten haben ein Recht auf einigermaßen gesicherte Zukunft", so Karlheinz Winter vom Verdi-Büro in Weiden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass bereits jetzt weitere Reduzierungen im Raum stünden – das "Ende der Fahnenstange" also nicht erreicht sei.

Bereits mit dem Abbau von 300 Arbeitsplätzen im letzten Haushaltsjahr sei die Arbeitsbelastung der Beschäftigten enorm gestiegen, stellte Werner Walberer fest. Dies schlage sich seit einiger Zeit in steigenden Krankheitszahlen nieder – wobei hier wiederum Symptome wie ‚psychische Belastungen‘ eine große Rolle spielen.

"Wie es in anderen Bundesländern möglich war, wollen auch wir die bisher maximale Kündigungsfrist von 7 auf 12 Monate verlängert haben", brachte Hans Lenz von der Betriebsvertretung in Vilseck eine zentrale Forderung in die Diskussion. "Gebt uns in den Dienststellen mehr Zeit, die wohl nicht mehr zu verhindernden Stellenkürzungen so weit wie möglich ohne Kündigungen bewältigen zu können" – so die Verdi-Betriebsvertreter.

Die Kollegen "im Standort Hohenfels sind geschockt!", so BV-Vorsitzende Christa Meier-Mühlbach. "Mit diesem Kahlschlag konnte keiner rechnen", verwies sie auf die verabreichten "Beruhigungspillen" der US-Armee. Hierzu zählt sie die Ankündigung, das Deutsch-Amerikanische Volksfest heuer wieder durchzuführen; aber auch die fehlenden Hinweise auf einen Abbau dieser Größenordnung bei den kürzlich stattgefundenen Dienst-Jubiläumsfeiern.

"Wenn wir die Amerikaner beim Wort nehmen können, den erneuten Personalabbau sozialverträglich gestalten zu wollen, dann wird es endlich an der Zeit, uns vor Ort die volle Mitbestimmung nach dem Betriebsverfassungsgesetz einzuräumen!", sagte Wolfgang Dagner für die Verdi-Landesfachgruppe Bayern. Nach wie vor gelte das eingeschränkte Bundespersonalvertretungsrecht – bei Abzug der Sowjets aus der damaligen DDR galt unverzüglich die volle Mitbestimmung – "das muss wohl auch für unsere Freunde USA gelten!"

"Diese Forderung geht an die Bundesregierung", so Karlheinz Winter. Verdi fordere die unverzügliche Aufnahme von Gesprächen zu einem neuen NATO-Truppenstatut – eine Forderung, die die Gewerkschaft bereits seit vielen Jahren – "leider bisher erfolglos" – gestellt habe.
26.02.14
Neumarkt: Noch mehr Reduzierungen ?
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