Weiter gegen "Stromtrassenwahn"

NEUMARKT. Der Kampf gegen die "Gleichstrompassage Sd-Ost" geht weiter: jetzt vernetzen sich die Gegner bei einer "Trassenkonferenz" in Pegnitz.

Nach der "Phase der Wut, Emprung und des Zorns der Brger" wird jetzt - so der Berger Brgermeister Helmut Himmler - die nchste Phase des Widerstands gegen diesen "organisierten Unsinn des Stromtrassenwahns" vorbereitet. Das von der Bayerischen Staatsregierung postulierte Moratorium, das die Netzbetreiber zwingen soll, bis zum Herbst alle Planungen einzustellen, habe nach seiner Einschtzung vor allem taktische Grnde. Horst Seehofer wolle damit im Vorfeld der Kommunal- und Europawahlen Zeit gewinnen, aus der Defensive und ber die Wahltage kommen.

Seehofer knne nach Aussagen Himmlers den Stillstand gar nicht erzwingen, denn der Beschluss zum Netzausbau beruhe auf einem Bundesgesetz, dem er im Bundesrat zugestimmt habe. Der Netzbetreibers "Amprion" habe auch wiederholt erklrt, die Netzplanungen weiter zu betreiben - gem dem gesetzlichen Auftrag.

Die von den Netzausbauplnen betroffenen Brger mitsamt den Regionalpolitikern entlang der Trasse in Bayern stellen sich auch weiterhin parteibergreifend gegen die vorliegenden Planungen und bezweifeln die behauptete Notwendigkeit der 450 Kilometer langen Hochspannungstrasse von Bad Lauchstdt in Sachsen-Anhalt bis nach Meitingen bei Augsburg, hie es.

Man werde weiter Druck auf die Landes- und Bundespolitik ausben und gegen den "geballten Widerstand der Brger entlang der Trasse in Bayern" werde dieses Groprojekt nicht durchsetzbar sein. meint Himmler. Auch in Thringer formiere sich jetzt deutlich der Widerstand und das werde so bleiben, weil im Herbst dort Landtagswahlen stattfinden, sagte er.

Am 24. Februar findet in Pegnitz (18 Uhr, Wiesweiherhalle) eine "Trassenkonferenz - Gleichstrompassage Sd-Ost" mit Kommunalpolitikern und Brgerinitiativen statt, zu der Brgermeister Uwe Raab eingeladen hat. Bei dieser Konferenz soll die bayernweite Vernetzung und die Planung des weiteren Widerstands beraten und organisiert werden. Darber hinaus geht es auch um rechtliche Belange im Zusammenhang der Trassenplanung. Dieser Aspekt wird in Zukunft eine wesentliche Rolle in er Auseinandersetzung spielen.

Helmut Himmler spricht von "bereits eingetretenen massiven Wertverlusten" der Immobilien in den von der Stromtrasse betroffenen Orten. Bereits durch die verffentlichten Planungen seien Wohnhuser und Grundstcke nicht mehr oder nur mit erheblichen Wertverlusten zu veruern.

Dies spiele aber in der ffentlichen Debatte kaum eine Rolle - im Gegensatz zu den hheren Kosten einer mglichen Erdverkabelung der Stromleitungen. Die Brger sollen demnach gewaltige Wertverluste ihrer Immobilien im "vorgeschobenen Interesse der Energiewende" klaglos hinnehmen, "whrend hhere Kosten fr die Netzbetreiber mitsamt ihrer Kapitalgeber wegen geringerer Profite bejammert werden". Das alles - so Himmler - werde nicht funktionieren und die "politische Klasse" habe sich "vllig verrechnet".

Mit einem Beschleunigungsgesetz habe man sogar die Rechtsmittel "massiv eingeschrnkt", um die Stromtrassenprojekte rasch und gegen lokale Widerstnde durchzusetzen.

Daher msse man in der Kommunalpolitik und von Seiten der Brgerinitiativen weiter Druck machen und sich auf einen langen Prozess einrichten, "der aber erfolgreich sein werde".
09.02.14
Neumarkt: Weiter gegen "Stromtrassenwahn"
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