Ein Fall im Landkreis

NEUMARKT. Im letzen Jahr erkrankten in Deutschland 654 Personen an Legionellose. Auch im Landkreis Neumarkt gab es einen Legionellen-Fall.

Ein Mann hatte sich nach Angaben von Medizinaldirektor Dr. Heinz Sperber während einer Kreuzfahrt-Reise mit den Bakterien angesteckt. Legionellen sind Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen, sich aber besonders im Wasser bei Temperaturen zwischen 25°C und 45°C wohlfühlen, erklärte der Chef des Neumarkter Gesundheitsamtes. Trinkwasser, das längere Zeit in unbenutzten Leitungen steht, könne daher ein ideales Medium zur Vermehrung der Bakterien sein.

Erstmals beschrieben wurde eine Infektion durch Legionellen im Jahr 1976. Bei einem Veteranentreffen kam es zu einem Massenausbruch dieser Erkrankung. Die Erkrankung wird seit dieser Zeit als Legionärskrankheit bezeichnet.

In den letzten Jahren gab es auch in Deutschland immer wieder kleinere Epidemien. Der größte Teil der Erkrankten hat nur eine sehr leichte Form mit grippaler Symptomatik und eventuell Fieber. Bei etwa zehn Prozent der Erkrankungen jedoch kommt es zu einer schweren Lungenentzündung bis hin zu Todesfällen.

Gefährdet sind insbesondere alte Menschen und Kranke. Die Übertragung erfolgt offensichtlich leicht über Tröpfchen z.B. beim Duschen.

Um Erkrankungen zu verhindern, wurde nun die Trinkwasserverordnung geändert. Trinkwasser darf nur noch eine bestimmte Anzahl von Legionelleneinheiten enthalten.

Öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime wurden nach Angaben von Dr. Sperber schon immer regelmäßig untersucht. Nach der neuen Trinkwasserverordnung ist nun vorgeschrieben, dass erstmals bis zum Stichtag 31.Dezember auch Mehrfamilienhäuser mit einem Trinkwasserspeicher größer als 400 Liter eine entsprechende Untersuchung nachweisen müssen.

Im Neumarkter Gesundheitsamt wurden in den letzten Monaten die Kliniken, die Pflegeheime, sämtliche Campingplätze, die Schul-Turnhallen und die Auto-Raststätten kontrolliert. Bei etwa 14 Prozent gab es leichte Beanstandungen. Gravierende Befunde konnten nicht erhoben werden, so Sperber.

Das Gesundheitsamt gab nun Tipps, wie man vorsorgen kann, damit die Infektionsgefahr möglichst gering bleibt: Das Gesundheitsamt steht unter Telefon 09181/470-512 für weitere Auskunfte zur Verfügung.
27.08.13
Neumarkt: Ein Fall im Landkreis
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