"Unterstützung und Begleitung"

NEUMARKT. Nach Mißbrauchs-Vorwürfen gegen den früheren Reichertshofener Pfarrer bat die Diözese, "geschwisterlich zusammenzustehen".

Nachdem neumarktonline veröffentlicht hatte, daß sich der sexuelle Mißbrauch in der Pfarrei Reichertshofen zugetragen haben soll, brach am Samstag beinahe der Server zusammen, so groß war der Andrang der Leser. Am Sonntag wurden diese Informationen dann offiziell bestätigt, als im Gottesdienst in der Reichertshofener Kirche ein Schreiben der Diözese verlesen wurde.

Wie mehrmals berichtet wird ein 48jähriger Pfarrer beschuldigt, einen damals unter 14 Jahre alten Buben sexuell mißbraucht zu haben. Der Mann - zuletzt Pferrrer in Heideck - sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Nach einer dürren Stellungnahme von wenigen Zeilen am Montag veröffentlichte nun das Bistum am Dienstag-Morgen einen längeren Text, in dem allerdings auch weiterhin keine Ortsnamen genannt werden.

Die Gläubigen wurden gebeten, "geschwisterlich zusammenzustehen und mit Geduld die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten". Unter Bezug auf die 2010 von den deutschen Bischöfen festgelegten Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger wurde betont: "Opfer sexuellen Missbrauchs bedürfen besonderer Achtsamkeit. Sie müssen vor weiterer sexueller Gewalt geschützt werden. Ihnen und ihren Angehörigen müssen bei der Aufarbeitung von Missbrauchserfahrungen Unterstützung und Begleitung angeboten werden. Sexueller Missbrauch vor allem an Kindern und Jugendlichen ist eine verabscheuungswürdige Tat. Dies gilt besonders, wenn Kleriker oder Ordensangehörige sie begehen. Die Täter fügen der Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Sendung schweren Schaden zu. Es ist ihre Pflicht, sich ihrer Verantwortung zu stellen."

Zugleich wurde unter Bezug auf die Leitlinien festgestellt: "Auch der beschuldigten Person gegenüber besteht die Pflicht zur Fürsorge. Sie steht bis zum Erweis des Gegenteils unter Unschuldsvermutung."

Nach Informationen der Ingolstädter Zeitung "Donaukurier" wirft die Staatsanwaltschaft dem Geistlichen sieben Fälle des sexuellen Mißbrauchs vor - immer begangen an dem gleichen Buben. Derzeit würden Beweismittel untersucht und gesichtet, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, dem "Bayerischen Rundfunk".

Der 48jährige Pfarrer sitzt seit Dienstag letzter Woche in U-Haft. Am gleichen Tag wurden auch die Pfarrämter in Heideck und Reichertshofen durchsucht. In Heideck war der Priester zuletzt tätig, in Reichertshofen in den Jahren, in denen es zu dem Mißbrauch gekommen sein soll.

Wenn sich die Vorwürfe beweisen lassen, drohen dem Pfarrer bis zu 15 Jahre Gefängnis.
27.08.13
Neumarkt: "Unterstützung und Begleitung"
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