"Bio-Quote" bei 99,98 Prozent


Bei der "Neumarkter Lammsbräu" wurde der Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht - hier ein Teil der Mitarbeiter
Foto: Archiv
NEUMARKT. Die sogenannte "Bio-Quote" erreichte bei der "Neumarkter Lammsbräu" mit sagenhaften 99,98 Prozent eine neue Rekordhöhe.

Das geht aus dem 21. Nachhaltigkeitsbericht hervor, der am Dienstag vorgestellt wurde und das ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Engagement des Bio-Pioniers beleuchtet: Fast alle der selbstgesetzten und durchaus ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele wurden 2012 wieder erfüllt, hieß es.

Bei der "Bio-Quote" ist nach einer Sortimentsumstellung die 100 Prozent-Erreichung jetzt in greifbare Nähe gerückt, hieß es von der Neumarkter Brauerei. Gleichbleibend konnten 31 Prozent aller benötigten Rohstoffe und Betriebsmittel aus der nahen Region bezogen werden.

Im Jahr 2012 steigerte das Unternehmen seine Bio-Getränke-Produktion um 15 Prozent auf 135.350 Hektoliter. Der dadurch gestiegene Bedarf an Energie, Wasser und Rohstoffen erhöhte sich jedoch nur unterproportional, denn alle Ressourcen wurden noch effizienter genutzt: Umgerechnet auf die Menge der verkauften Getränke reduzierte sich der Materialeinsatz um fünf Prozent auf einen Bestwert von 580 Kilo je Hektoliter Verkaufsgetränk.

Die wichtigste Ressource einer Brauerei ist das Wasser. Das breite Sortiment und die über ein Jahrhundert gewachsene bauliche Struktur der Brauerei fordern beim Wasserverbrauch ihren Tribut. Trotzdem ist es gelungen, den Wasserbedarf je produzierter 0,5l-Flasche Getränk auf 3,3 Liter zu senken (2011: 3,4). Vor allem die Mälzerei hat zu diesem Erfolg beigetragen, indem sie mit sparsameren Reinigungsgeräten und höheren Einwaagen pro Charge ihren Wasserbedarf um zwölf Prozent auf 2,53 Hektoliter Wasser je Dezitonne Fertigmalz senkte. In der Brauerei konnte der Wassereinsatz um vier Prozent gesenkt werden (5,28 Hektoliter je Hektoliter Verkaufsgetränk).

Auch in einer Brauerei geht ohne Strom und Wärme nichts. Sowohl Brauerei wie auch Mälzerei haben in beiden Bereichen neue Sparsamkeits-Rekorde aufgestellt und Verbesserungen von bis zu neun Prozent erzielt: In der Mälzerei wurden nur noch 10,11 Kilowattstunden Strom zur Herstellung einer Dezitonne Fertigmalz benötigt (2011: 11,08) und der Brauprozess erforderte nur noch 13,78 Kilowattstunden Strom pro Hektoliter Verkaufsgetränk (2011: 14,39). Dazu haben die 2010 neu installierte Kälteanlage und Wärmerückgewinnungsverfahren maßgeblich beigetragen, hieß es.

Der "ökologische Fußabdruck" der "Neumarkter Lammsbräu" wurde 2012 nach dem durch Rekordernten bedingten Wachstum im Vorjahr wieder verkleinert: Nach Gegenrechnung von CO2-Erzeugung und -Ersparnissen hat die Brauerei 4.926 Tonnen CO2 beansprucht. Die vergleichsweise energie- und damit CO2-intensive landwirtschaftliche Rohstofferzeugung stellt grundsätzlich den größten Posten in der CO2-Bilanz von "Lammsbräu" dar.

Der Frauenanteil ist im gesamten Betrieb auf rund 40 Prozent gestiegen, diese Quote gilt gleichermaßen für die Führungsebene. Für eine männerdominierte Branche ist dieser Anteil ungewöhnlich hoch und dokumentiert die erfolgreiche Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Familienfreundlichkeit der "Neumarkter Lammsbräu", hieß es.

Prognose 2013

Das ungewöhnlich große Umsatzplus von 16 Prozent auf 15 Millionen Euro (2011: 13 Millionen Euro) wird in den nächsten Jahren in dieser Höhe nicht mehr erreicht werden können, die Bio-Getränke der "Neumarkter Lammsbräu" seien inzwischen sehr gut verbreitet. Weitere Verbesserungen beim Umwelt- und Klimaschutz sind aber in Arbeit.

"Unser 21. Nachhaltigkeitsbericht belegt, dass unternehmerisches Wachstum auch auf eine nachhaltige Weise möglich ist: Wir haben 2012 wieder viel geschafft", sagte Generalbevollmächtigte Susanne Horn. Mit dem bislang Erreichten geben man sich aber nicht zufrieden; neu installierte Drucktanks werden beispielsweise die Wassereffizienz 2013 weiter steigern. Auch ein CO2-Fußabdruck für das "Bio-Mineralwasser" sei in Arbeit. "Bis Ende 2014 werden wir zudem eine umfassende Klimastrategie erarbeiten, in der sowohl die mittel- und langfristigen Ziele festgelegt sind, sowie konkrete Maßnahmen, mit denen wir diese Ziele erreichen wollen", sagte Horn.

Bereits 1977 hatte die "Neumarkter Lammsbräu" eigene Umweltleitlinien entworfen, gemäß denen bis heute produziert wird. 1992 war die "Neumarkter Lammsbräu" eines der ersten mittelständischen Familienunternehmen, das überhaupt einen Nachhaltigkeitsbericht verfasste. Seitdem ist das Unternehmen für seine umfassenden und ehrlichen Nachhaltigkeitsberichte mehrfach ausgezeichnet worden.

Der Nachhaltigkeitsbericht der "Neumarkter Lammsbräu" spiegelt den Einsatz aller Mitarbeiter im Sinne der Unternehmensphilosophie wider. Herzstück des Berichtes ist ein im Laufe der Jahre immer ausführlicher gewordener Datenteil. Heute werden hier die Entwicklungen aller relevanten Produktionsmittel über einen Zeitraum von sechs Jahren analysiert. Der Bericht bewertet außerdem, inwieweit zuletzt gesteckte umweltrelevante, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Unternehmensziele erreicht wurden und definiert die nächsten Etappen – und zwar so präzise, dass der Erfolg gemessen werden kann.
11.06.13
Neumarkt: "Bio-Quote" bei 99,98 Prozent
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