Klassenzimmer im Wald


Hier mußten die Kinder die richtigen Blätter zuordnen


Beim Tannenzapfen-Zielwerfen
NEUMARKT. Seit Dienstag finden im Stadtwald nördlich von Holzheim für rund 900 Schüler aus dem Landkreis die Waldjugendspiele statt. Noch bis Donnerstag lernen 44 dritte Klassen viel über Schonung und Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Vor 300 Jahren hat der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz umfassend die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes beschrieben. Er forderte die Wälder so zu pflegen und zu bewirtschaften, dass auch nachfolgende Generationen der gleiche Nutzen aus dem Wald zur Verfügung steht.

Dieser Grundansatz ist heute aktueller denn je, hieß es am Dienstag bei der Eröffnung der Waldjugendspiele. Zugleich sei der Wald nämlich ein gutes Bespiel, an dem ein schonender Umgang und die Nutzung aller natürlichen Ressourcen vermittelt werden könne. Aus diesem Grund ist der Wald ein Schwerpunktthema im Sachkundeunterricht der 3. Klassen.

Um den Schülern zusätzlich zum Unterricht den Wald hautnah zu vermitteln, gehen in dieser Jahrgangsstufe Förster mit den Kindern in den Wald. Dazu bietet die Bayerische Forstverwaltung die Waldjugendspiele an. Seit 44 Jahren sind sie für Ostbayern ein wichtiger Beitrag zur Waldpädagogik der Bayerischen Forstverwaltung.

Für den Landkreis Neumarkt werden sie noch bis Donnerstag wieder als Gemeinschaftsprojekt des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Stadt Neumarkt durchgeführt. Wegen der großen Nachfrage der Schulen finden die Spiele wieder an drei Tagen statt. 44 Schulklassen mit rund 900 Schülern nehmen an den Waldjugendspielen teil. Die Stadt Neumarkt stellt wieder ihren Wald für die Spiele zur Verfügung und hilft beim Aufbau des Parcours. Außerdem wirken auch Förster der Bayerischen Staatsforsten mit.

Die Kinder sollen im Rahmen der „Waldjugendspiele“ spielerisch über das „grüne Drittel“, den heimischen Wald, aufgeklärt werden und die Vernetztheit, aber auch die Verletzlichkeit dieses Ökosystems verstehen lernen sowie an die Grundzüge einer naturnahen Forstwirtschaft herangeführt werden. „Nur was man kennt, das schätzt man, und nur was man schätzt, das schützt man auch“. Unter diesem Motto steht die Idee der Waldjugendspiele.

Bei den Waldjugendspielen begleitet jeweils ein Förster eine Schulklasse durch den dreieinhalbstündigen Parcours. Von ihm erfahren die Kinder wie Bäume wachsen, welchen Nutzen die Menschen vom Wald haben, welches Holz geerntet werden kann und wie Tiere und Pflanzen im Wald leben. Spiele zu diesen Themen lockern den Spaziergang auf.

Bei den Spielen wird auch angesprochen, wie der Wald durch die Klimaerwärmung gefährdet wird und wie Mischwälder den Wald widerstandsfähig machen. Andererseits bindet Holz auch CO2. Der Kohlenstoff von einer Tonne CO2 steckt in einem Kubikmeter Holz. Wenn dann in einem Spiel ein vorgefertigter Dachstuhl zusammengebaut wird, sollen die Kinder spüren, wie der nachwachsende Baustoff Holz eingesetzt werden kann.

Die Waldjugendspiele sind eine Aktion der Bayerischen Forstverwaltung, die nun von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fortgeführt wird. An 16 Spielorten zwischen Tirschenreuth, Passau und Neumarkt nehmen insgesamt 729 Schulklassen mit über 15.100 Kindern teil.
04.06.13
Neumarkt: Klassenzimmer im Wald
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