"Unter einem Dach..."


Ein "Braunes Langohr"
Foto:Georg Knipfer
NEUMARKT. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) startet in diesem Jahr ein von der Stadt Neumarkt gefördertes Projekt zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen in der Stadt.

Zentrale Veranstaltung ist ein Workshop unter dem Motto "Menschen und Tiere unter einem Dach" am 22. Februar in Neumarkt. Zu dieser Veranstaltung lädt der LBV alle Personen ein, die sich beruflich mit dem Thema "Bauen" und "Gebäudeunterhalt" beschäftigen, zum Beispiel Architekten, Stadtplaner, Bauträger und Behördenvertreter. Natürlich sind auch interessierte Hausbesitzer willkommen.

Da im Stadtgebiet konkrete Maßnahmen an Schulen geplant sind, hat der LBV zudem die Schulen in Neumarkt und Umgebung zu dem Workshop eingeladen. Die Grundschulen in der Hasenheide und in Woffenbach haben bereits Interesse geäußert, sich an der Aktion zu beteiligen.

Seit es Siedlungen gibt, sind wildlebende Tiere den Menschen gefolgt, heißt es von den Vogelschützern. Einige Tierarten, etwa die Schwalben, haben ihre Lebensweise so eng an die menschlichen Behausungen angepasst, dass sie durch die Veränderungen der modernen Bau- und Wirtschaftsweise in ihrem Bestand bedroht sind.

Auch wenn Vögel und Fledermäuse von Hausbesitzern nicht immer gerne gesehen werden, hat sich die Einstellung zu den Kulturfolgern gewandelt: Falkenhorste an Kirchtürmen werden mit Webcams bestückt, viele Stadtbewohner bestaunen die Flugkünste von Mauerseglern oder verfolgen die abendlichen Jagdflüge der Fledermäuse. Nebenbei vertilgen Schwalben, Rotschwänze und Fledermäuse für den Menschen lästige Insekten.

In dem Workshop am 22.Februar berichtet Landschaftsarchitektin Sylvia Weber aus ihrer mehrjährigen Arbeit als LBV-Referentin für Artenschutz an Gebäuden. Sie zeigt Beispiele, wie bei der Gebäudeplanung und bei der Ausführung von Baumaßnahmen die Interessen des Bauherrn mit dem Vogel- und Fledermausschutz in Einklang gebracht werden können.

Georg Knipfer, Koordinator der Fledermausbetreuer im Landkreis Neumarkt, informiert über die Lebensansprüche von Fledermäusen in Siedlungen und das Anbringen von Gebäudequartieren. Wolfgang Görgner, Barbara Görgner und Hans Prün zeigen praktische Beispiele für Artenschutzmaßnahmen an Gebäuden aus dem Landkreis Neumarkt.

Der Begleitausschuss zum Förderprogramm "Nachhaltigkeit neu lernen" bei der Stadt Neumarkt hat das LBV-Projekt als "Mikroprojekt" ausgewählt und fördert es im Rahmen der Auszeichnung "Stadt der Weltdekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung 2013/2014". Das Projekt zielt auf die Erhaltung von Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten von Vogelarten und Fledermäusen, die sich an das Siedlungsumfeld angepasst haben. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Gruppen, die mit dem Bau und der Sanierung von Gebäuden zu tun haben, für den Schutz der Artenvielfalt zu sensibilisieren, so dass es von einem Randthema zu einem allgemeinen Anliegen wird.

Der LBV will aber nicht nur den Artenschutz fördern, sondern auch die Umweltbildung. Menschen sollen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld wildlebende Tiere beobachten können und somit ein Bewusstsein für den Wert der Biologischen Vielfalt gewinnen, hieß es.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung bis 15.Februar in der LBV-Landesgeschäftsstelle unter Telefon 09174/4775–0 oder per eMail o-wieding@lbv.de
30.01.13
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