Kälte gegen Herz-Störungen


Priv. Doz. Dr. Peter-Hubert Grewe und Dr. Veronika Lingg neben
dem Therapiegerät
NEUMARKT. Am Klinikum Neumarkt steht ein neuartiges Therapieverfahren zur Behandlung von Herz-Rhythmus-Störungen zur Verfügung: die Kryo-Ablation.

Die neue Oberärztin in der Medizinischen Klinik I, Dr. Veronika Lingg, ist landesweit eine der wenigen Expertinnen auf diesem Gebiet.

Herzvorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland. Mehr als eine Million Menschen leiden darunter. Es ist zwar keine lebensbedrohliche Rhythmusstörung, beeinträchtigt viele Patienten aber im Alltagsleben. Häufig fühlen sich diese Menschen müde, abgeschlagen und registrieren eine Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit. Vielfach besteht Luftnot bei leichter körperlicher Belastung und Angstzustände.

Die wichtigste und schwerwiegendste Komplikation des Herzvorhofflimmerns ist eine stark erhöhte Schlaganfallrate, da sich durch Herzvorhofflimmern Blutgerinnsel im Herzen bilden können. Lösen sich diese Blutgerinnsel im Herzen, können sie über die Blutbahn in das Gehirn gespült werden und dort große und gefährliche Durchblutungsstörungen erzeugen. Eine Dauertherapie des Vorhofflimmerns mit Medikamenten ist häufig nicht erfolgreich. Ein neuartiges Therapieverfahren steht jetzt in der Medizinischen Klinik I am Neumarkter Klinikum zur Verfügung.

Mit der sogenannten Kryo-Ablation werden die körpereigenen elektrischen Störimpulse, die aus den Lungenvenen auf die Herzvorhöfe übergreifen und Herzvorhofflimmern auslösen, mittels eines Spezialkatheters unterbunden. An der Spitze des Katheters befindet sich ein Spezial-Ballon, der umschriebene kleine Areale der Herzvorkammer verödet und damit elektrisch isoliert. Die effiziente Verödung wird durch ein kurzfristiges Anlegen eines Ballonkatheters erreicht, der das umgebende Gewebe gezielt und umschrieben auf bis minus 65 Grad herunterkühlt.

Priv. Doz. Dr. Peter-Hubert Grewe, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, konnte für das neue Verfahren Dr. Veronika Lingg bewegen, an das Klinikum Neumarkt zu wechseln. Die neue Oberärztin ist eine der wenigen Kardiologen in Bayern, die sich auf das neue Verfahren spezialisiert haben. Auch wenn es erst wenige Jahre angewendet wird, gilt es inzwischen als bewährt. Seit Einführung des ersten Kälteballons wurden mittlerweile rund 35.000 Patienten von Vorhofflimmern befreit. Eine Weiterentwicklung dieses Kälteballonkathetersystems ist seit August 2012 europaweit zugelassen.

Durch Ihre langjährige Expertise konnte Dr. Lingg als eine der ersten Ärzte Bayernweit dieses weiterentwickelte Verfahren zum Einsatz bringen. "Die vergrößerte Kühlzone und der neue Ballon erlauben eine schnellere und schonendere Behandlung", so Dr. Lingg. Mittlerweile profitierten bereits mehr als zehn Patienten in Neumarkt von dem weiter entwickelten Verfahren.
14.01.13
Neumarkt: Kälte gegen Herz-Störungen
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