"Organspendepreis" erhalten


Dr. med. Dipl. Biol. Thomas Breidenbach von der DSO, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Transplantationsbeauftragter Dr. med. Götz Gerresheim, stellvertretender Landrat Willibald Gailler und Minister Dr. Marcel Huber (v.l.)
Foto: Andreas Seeger, DSO
NEUMARKT. Das Neumarkter Klinikum wurde mit dem Bayerischen Organspendepreis 2012 ausgezeichnet. Diese gemeinsame Auszeichnung des Bayerischen Umweltministeriums und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ehrt Krankenhäuser, die sich in Fragen der Organspende besonders verdient gemacht haben.

Ausschlaggebend für die Preisvergabe waren der verantwortungsvolle ethische Umgang mit dem Thema, die Zusammenarbeit der beteiligten Fachabteilungen untereinander und das hohe persönliche Engagement aller Mitarbeiter bei der Realisierung der Organspenden, hieß es am Montag.

Zurzeit warten in Deutschland etwa 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Nach dem Deutschen Transplantationsgesetz sind alle Krankenhäuser zur Mitarbeit bei der Organspende verpflichtet. Hirntote Patienten, die als Spender in Frage kommen, müssen der DSO gemeldet werden. Wenn ein Einverständnis zu einer Organentnahme bei einem hirntoten Patienten besteht, realisieren die Krankenhäuser die Organentnahme in Zusammenarbeit mit der DSO.

Das Klinikum Neumarkt hat sich in den vergangenen Jahren dieses emotionalen und persönlichen Themas sehr engagiert angenommen, hieß es. Hervorzuheben sei hier der offene und persönliche Umgang mit den Angehörigen hirntoter Patienten. Es gelte, in sehr schwierigen Fragen und Entscheidungen zu betreuen – besonders wenn zu Lebzeiten des Patienten keine eindeutige Äußerung für oder gegen eine mögliche Organspende stattgefunden hat.

Das wichtigste Ziel für jeden Patienten, der auf der Intensivstation nach einem schweren Unfall mit Kopfverletzungen oder einem schweren Schlaganfall behandelt wird, ist dessen Heilung. Dennoch kann es in sehr schweren Fällen einer Hirnschädigung zu einem unwiederbringlichen Ausfall aller Gehirnfunktionen, dem Hirntod, kommen. Erst wenn dieser Hirntod von zwei unabhängigen Fachärzten nach klinischen und apparativen Untersuchungen sicher bewiesen ist und nur wenn der verstorbene Patient aus medizinischer Sicht für eine Organspende geeignet ist, sprechen die Ärzte des Klinikums eine mögliche Spende an.

Es gilt außerdem den Willen des Verstorbenen zu bestimmen. Erst wenn sicher ist, dass der Patient einer Organspende zugestimmt hätte und wenn alle Angehörigen diese Entscheidung akzeptieren, wird die Organentnahme geplant. Bei der Durchführung müssen viele Fachabteilungen des Klinikums eng zusammenarbeiten. Eine Organentnahme kann fünf Menschen, die auf der Warteliste für ein lebenswichtiges Organ stehen, das Leben retten.

Das Klinikum Neumarkt ist neben der Uniklinik Erlangen und dem Klinikum Ingolstadt eines von drei bayerischen Kliniken, die mit dem Bayerischen Organspendenpreis ausgezeichnet worden sind. Den Preis nahmen der stellvertretende Landrat Willibald Gailler und Dr. Götz Gerresheim für das Klinikum aus den Händen des Bayerischen Staatsministers Dr. Marcel Huber in München im Empfang.

Dr. Gerresheim ist transplantationsbeauftragter Arzt des Hauses und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin unter der Leitung von Chefarzt Priv. Doz. Dr. Ulrich Schwemmer. Mit den ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitern der Intensivstation und der Operationsabteilung betreut Dr. Gerresheim die Patienten und die Angehörigen. Er realisiert die Organspenden in Zusammenarbeit mit der DSO.

Das Thema Organspende hat derzeit eine besondere Aktualität: Im Mai dieses Jahres hat der Deutsche Bundestag eine Überarbeitung des Deutschen Transplantationsgesetztes beschlossen. Der wichtigste Teil dieser Novellierung ist die Einführung der Entscheidungslösung: Jeder Bürger ab dem 16. Lebensjahr wird jetzt mit der Frage konfrontiert, ob er nach seinem Tod Organe spenden möchte oder dies ablehnt. Alle deutschen Krankenkassen müssen regelmäßig ihre Versicherten anschreiben und die persönliche Entscheidung erfragen.

Die Organspende sei ein emotionales und sehr persönliches Thema, mit dessen Für und Wider sich jeder Einzelne nun mehr als zuvor auseinandersetzen müsse, hieß es Vor diesem Hintergrund veranstaltet das Neumarkter Klinikum einen Informationsabend. Referenten des Klinikums werden mit einer Vortragsveranstaltung zum Thema informieren. Ziel ist es objektive Informationen zu bieten und damit die persönliche Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Der Vortragsabend "Organspende – die Entscheidungslösung" findet am 26.Juli ab 19 Uhr in der Aula des Landratsamtes statt. Er wird durch die interaktive Ausstellung "Organpate werden" ergänzt, die das Klinikum in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betreut. Die Ausstellung kann vom 26. bis zum 28. Juli, täglich von 9 bis 19 Uhr, im Eingangsbereich des Klinikums besucht werden.
16.07.12
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