"Viele Vorteile"

NEUMARKT. Der neue Standort für das beschlossene Biomasseheizkraftwerk und das neue Konzept bieten nach Meinung der Stadt viele Vorteile.

neumarktonline hatte bereits am Mittwochabend kurz nach der Entscheidung darüber berichtete, daß der Neumarkter Stadtrat mit einer 22:11-Entscheidung den Bau einer solchen Anlage am neuen Satandort beschlossen hat (Bericht hier).

In einer Pressemitteilung aus dem Rathaus wurde am Freitag noch einmal drauf hingewiesen, daß sich das neue Gelände im Besitz der Stadt befindet, so dass der Kauf oder das Anpachten von Grundstücken nicht notwendig sind.

Eine ganz besondere Verbesserung der Situation gegenüber den früheren Planungen habe die Neuauslegung des EEG 2012 vor wenigen Wochen mit sich gebracht. So führen technische Veränderungen der Anlagentechnik zu Kosteneinsparungen. Darüber hinaus gibt es nun Fördermittel für die Erstellung des Fernwärmenetzes und auch die Vergütungssätze sind durch das EEG 2012 und das nun mögliche Marktprämienmodell höher. Auch die Rohstoffverwendung ist nicht mehr wie bei früheren Planungen nur auf Nawaro-Produkte beschränkt, sondern gestaltet sich wesentlich flexibler. Bei derzeitigem Stand wird von Wärmegestehungskosten ausgegangen, die bei 46,1 Euro pro MWh liegen. Dies sei, wie auch die Fachleute bestätigten, ein attraktiver Preis.

Die Stadt und die Stadtwerke hatten daher in den letzten Monaten ein neues Konzept für ein BMHKW im Gewerbegebiet "Haberslehla" erarbeitet und den Fraktionsvorsitzenden sowie dem Stadtrat bei einer Klausurtagung vorgestellt (wir berichteten).

In der Stadtratssitzung stellte Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden die technisch-wissenschaftliche Prüfung der Planunterlagen vor und Vertreter der Rechtsanwaltskanzlei Becker, Büttner, Held erläuterten das Verfahren der nun möglichen und lukrativen Direktvermarktung aus juristischer Sicht.

Wie Oberbürgermeister Thomas Thumann und auch Stadtwerkedirektor Manfred Tylla bekräftigten, seien durch die neuen Entwicklungen wesentlich bessere Voraussetzungen gegeben, ein solches Werk zu errichten und ein Fernwärmenetz zu installieren. Oberbürgermeister Thumann wies dabei darauf hin, dass eine mögliche Wärmeabnahme aus dem Werk der Firma Pfleiderer damit keineswegs ausgeschlossen sei. Vielmehr erinnerte er daran, dass er stets für eine Wärmeversorgung der Stadt über ein Fernwärmenetz plädiert habe, das von Norden her durch das Biomasseheizkraftwerk der Stadt und, bei einer Einigung über die Abnahmemodalitäten mit der Firma Pfleiderer, von Süden her mit der Abwärme von deren Werk gespeist werde.

Sehr erfreut zeigte sich Oberbürgermeister Thumann, dass nunmehr für die Errichtung des Fernwärmenetzes bei derzeitigem Stand sogar rund 3,8 Millionen Euro an Fördergeldern zu erwarten seien. Auch dies habe sich gegenüber früheren Planungen deutlich verbessert. Nach dem jetzigen Konzept wird die Errichtung des Biomasseheizkraftwerkes mit rund 17 Millionen Euro veranschlagt, während für das Netz rund 11 Millionen Euro notwendig wären.

Dabei wies Oberbürgermeister Thumann darauf hin, dass angesichts der günstigen Konditionen auf dem Kapitalmarkt die Bauinvestitionen über Bankdarlehen finanziert werden sollen. Die Abfinanzierung dieser Darlehen erfolge durch die Einnahmen aus der Strom- und Wärmeerzeugung des neuen BMHKW.

Nach dem derzeitigen Konzeptentwurf sind für das Werk eine elektrische Leistung von maximal 3,1 Megawatt und eine thermische Leistung von maximal 8 Megawatt vorgesehen. Die jährliche Stromerzeugung würde dann netto bei rund 18.000 Megawattstunden liegen, während die Wärmeauskopplung pro Jahr bei knapp 44.000 Megawattstunden angesetzt ist. Der Brennstoffbedarf bei diesem Konzept wird mit 28.392 Tonnen "Atro-Material" pro Jahr veranschlagt. Dies sei aber ein variabler Wert, je nach eingesetztem Brennstoffmix.

Im Hinblick auf die Belieferung des geplanten Biomasseheizkraftwerkes stellten Oberbürgermeister Thumann und Stadtwerkedirektor Tylla noch einmal klar, dass Absichtserklärungen für die Belieferung von einem Unternehmen aus Batzhausen genauso vorliegen wie von der Waldbauernvereinigung. Zudem könne sich aus der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Landshut eine interessante weitere Belieferungsschiene mit Landschaftspflegeholz ergeben.
29.06.12
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