Zum Hochfest "Mariä Verkündigung"

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Heuer wegen dem 5.Fastensonntag, der Vorrang hat, einen Tag später, am 26.März gefeiert, ist das Hochfest Mariä Verkündigung, auch Verkündigung des Herrn genannt, ein sehr bedeutsames Fest.

Man nennt es gern "die Sternstunde der Menschheit". Aber warum eigentlich? Dieses Hochfest nimmt vor allem jenen einmaligen Moment in den Blick, wo Gott es wagt, in unsere Welt einzutreten. Doch dieses Eintreten ist ein Risiko in zweifacher Hinsicht. Denn wenn Gott schon zur Welt kommt, dann tut sich sofort die Frage auf: Wer empfängt ihn, wer öffnet ihm die Tür und wer lässt ihn ein? Die zweite Frage ist: Wie wird es ihm dabei ergehen? Es war eine junge Frau, Maria aus Nazareth, die Gott die Tür in die Welt geöffnet hat. Sie war dafür ganz offen, auch wenn sie ihre Einwände sagen durfte. Denn immerhin war es für Maria höchstgefährlich, ein Kind zu empfangen, das nicht von ihrem Verlobten stammte. Da riskierte sie ihr Leben. Und dennoch sagte sie ein mutiges: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort!" Dieses selbstlose und risikoreiche Jawort Mariens wurde jedoch zur Sternstunde für die ganze Menschheit.

Der tiefe Denker und Dichter Reinhold Schneider spricht gar davon, dass für einen kurzen Augenblick, als der Engel sie grüßte, das Geschick der ganzen Welt in der Hand Mariens lag. "Sie versteht ahnend das Ungeheure und gehorcht. Ihre Tat ist Gehorsam gegenüber dem erschreckend-unbegreiflichen Gott". So konnte er endlich zur Welt kommen. Das Christkind, der Messias konnte empfangen werden durch die freie Zustimmung eines jungen Menschen. Aber dieser Eintritt in unsere Welt wurde dann auch für Gott zu einem Risiko, zu einer lebensgefährlichen Angelegenheit. Eine ganz alte christliche Tradition setzt nämlich den Tag der Empfängnis Jesu im Schoß Mariens, den 25. März, gleich mit dem Tag seines Todes, also mit dem Karfreitag. Es ist nahezu unglaublich: Gott, der selbst das Leben ist und Leben spendet, scheut sich nicht, Mensch zu werden und lässt sich sogar ein auf die tiefsten Abgründe menschlichen Daseins, auf den Tod.

Warum aber geht Gott diesen Weg? Er zeigt uns dadurch die totale Solidarität mit unserem Schicksal, mit unserem Geborenwerden, aber auch mit dem Sterbenmüssen. Er zeigt aber auch, dass dieser Weg nicht sinnlos ist oder gar Verderben führt, sondern zur Auferstehung und zur ewigen Erlösung.

Das Fest der Verkündigung des Herrn wurde im Osten bereits um 550 bezeugt und zwar für den 25.März, also neun Monate vor Weihnachten. In Rom wurde es seit der Mitte des 7.Jahrhunderts gefeiert. Wie bedeutsam dieses Fest für den Glauben ist, besagt auch der schöne Brauch, dass wir sogar dreimal am Tag durch das "Angelus-Läuten" in den katholischen Kirchen an diese Sternstunde erinnert werden.
26.03.12
Neumarkt: Zum Hochfest "Mariä Verkündigung"
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