Zum "Fest der Verklärung Christi"

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Schon seit den frühen christlichen Jahrhunderten feiert die Kirche am 6.August das Fest von der Verklärung Christi. Worauf geht dieses Christusfest zurück und wie kann man es verstehen?

Es gibt sie manchmal, sogar mitten im Alltag: Die Sternstunden. Ein überraschender Besuch, ein unerwarteter Erfolg oder eine nicht geahnte Genesung von einer Krankheit. All das sind besondere Augenblicke, Lichtblicke und Sternstunden. Da bricht das Besondere auf im Gewöhnlichen, das Farbenfrohe im Alltagseinerlei und die Wende in Tagen voller Angst. Von solchen Durchbrüchen und besonderen Augenblicken können wir dann zehren, wenn der Alltag uns wieder in Beschlag nimmt.

Eine solche Sternstunde oder ein Taborerlebnis schenkt Jesus auch drei von seinen Jüngern auf dem Berg der Verklärung. Es ist ein kostbarer, nahezu heiliger Augenblick, der da den Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes geschenkt wird. Jesus zeigt sich ihnen völlig unerwartet im verklärten, österlichen Licht, wie wenn er schon auferstanden wäre. Dieses mystische Ereignis deutet eine "Stimme vom Himmel" mit Blick auf Jesus: "Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!" Ein starkes Zeugnis, nahezu unglaublich! Denn die Gottessohnschaft Jesu wird bis heute in Frage gestellt.

Wie geht das zusammen, so wird gefragt: Jesus, der Menschensohn, geboren von der Jungfrau Maria und zugleich Gottessohn? Diese Spannung in der Person Jesu kannten auch die Jünger selbst. Um dieses spannungsgeladene Geheimnis zu begreifen, öffnet Jesus ihnen auf dem Berg Tabor eine Tür, aber nur für einen ganz kurzen Moment. Er tut dies auch, damit die gleichen drei Jünger bald schon den Tiefpunkt seiner ganzen Menschlichkeit verkraften können, seine Todesangst am Ölberg.

Wer je schon mal auf dem Berg Tabor war oder ihn gar ersteigen konnte, der ist heute noch, oben angekommen, von diesem herrlichen Ausblick fasziniert. Auf der Bergeshöhe trifft man auf eine byzantinische Bergkirche mit einem beeindruckenden Mosaik im Innern der Apsis: Dort ist die Christophanie oder Theophanie Jesu zu sehen, wie sich die Jünger vor ihm niederwerfen, neben ihm Mose und Elija, die beiden Gottesmänner des Alten Bundes. Das Taborerlebnis wird uns in den Evangelium von den drei Synoptikern überliefert, von Matthäus, Markus und Lukas. Auch im zweiten Petrusbrief kommt der Apostel nochmals auf sein Taborerlebnis zurück. Er sieht sich und seine Apostelkollegen als Augenzeugen der Macht und Größe Christi und bezeugt "die Stimme vom Himmel, die wir gehört haben, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren."

Das Fest von der Verklärung Christi gibt es in der ostsyrischen Kirche schon seit dem 5.Jahrhundert. Im Westen ist es bekannt seit dem 10. Jahrhundert. Von Papst Calixtus III. wurde es im Jahr 1457 für die ganze Kirche eingeführt.
06.08.11
Neumarkt: Zum "Fest der Verklärung Christi"
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