Streuobstwiesen schützen


Hier sind zupackende Helfer gefragt: Mitarbeiter der CAH befeuern die Presse mit frischen Äpfeln. In der Mosterei Berching entstand der Saft, der als Grundlage für die Juratäler Apfelsaftschorle dient.


Jetzt wurde der neue Jahrgang der Apfelsaftschorle vorgestellt.
NEUMARKT. Landkreis, CAH, Landschaftspflegeverband, Obst- und Gartenbauverein Berching und Neumarkter Lammsbräu wollen mit einer "Non-Profit-Aktion" die Streuobstwiesen im Landkreis Neumarkt bewahren. entstanden ist daraus die "Juratäler Apfelsaftschorle".

Die Schorle, frisch gepresst aus den Äpfeln der Region, gibt es ab sofort wieder. Der "Gravensteiner" ist den Wenigsten ein Begriff und den "Geheimrat Dr. Oldenburg" hält wohl kaum einer für einen Apfel. Dabei handelt es sich gemäß der Kreissortenliste um "empfehlenswerte Sorten für die freie Landschaft" – also um Obst, das zur Neumarkter Kulturlandschaft passt.

Insgesamt gibt es rund 2000 kultivierte Apfelsorten in Deutschland. Doch seit den 1970er Jahren wurde europaweit der Anbau auf großen Fläche begünstigt, die leichter abzuernten sind. Die Früchte wurden standardisiert, etliche alte Sorten gingen dabei verloren. Dass Streuobstwiesen heute wieder vermehrt gefördert werden, liegt nicht zuletzt daran, dass die alten Sorten oft besser vertragen werden.

Von der Rückbesinnung auf das Wissen der Pomologen, der Obstsortenkundler, profitieren viele. Streuobstwiesen sind kleine Garten Eden, Paradiese für bedrohte Arten wie Hornissen, und dem gerade zum "Vogel des Jahres 2011" gekürten Gartenrotschwanz. Ein einziger Apfelbaum beherbergt bis zu 1000 Arten.

Mit den "Juratäler Apfelsaftspezialitäten" wollen die Kooperationspartner diesen faszinierenden Lebensraum erhalten. So stammen alle Äpfel, die in der Mosterei Berching einmal und nicht mehrfach gepresst werden und deren Saft dann die Neumarkter Lammsbräu ohne Zusatzstoffe abfüllt, von naturbelassenen Streuobstwiesen aus dem Landkreis Neumarkt. All die gesunden Stoffe, die im Apfel stecken, findet man auf diese Weise weitgehend unverfälscht in der Juratäler Apfelsaftschorle wieder, hieß es.

Die Herstellung der regionalen Spezialität ermöglicht eine Kooperation von Landkreis, Landschaftspflegeverband, Mosterei des OGV Berching, Christlicher Arbeiterhilfe (CAH) und Neumarkter Lammsbräu. Um auch in der Bevölkerung des Landkreises einen Anreiz für die Pflege von Streuobstwiesen zu schaffen, werden für jeden Doppelzentner Äpfel, der zur Mosterei gebracht wird, bis zu zehn Euro gezahlt.

Für Ernte und Anlieferung kann die Hilfe der CAH-Mitarbeiter, koordiniert von Geschäftsführer Hans Georg Spille, in Anspruch genommen werden. Der Obst- und Gartenbauverein Berching mit Vorsitzendem Helmuth Fiegl stellt seine Mosterei zur Verfügung. Die Neumarkter Lammsbräu macht aus dem frisch gepressten Saft zum Selbstkostenpreis die Juratäler Apfelsaftspezialitäten.

Der Landschaftspflegeverband legt laut Werner Thumann großen Wert auf die Qualität der verarbeiteten Äpfel. Langfristig ist es das Ziel, das EU-Bio-Siegel für die Schorle zu erhalten. Die gemeinsame Arbeit lohne sich, hieß es, denn mit jeder Flasche Apfelsaftschorle, die am Ende verkauft wird, profitiere die Natur.
22.11.10
Neumarkt: Streuobstwiesen schützen
Telefon Redaktion


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