Buch vorgestellt

Straße umbenennen

NEUMARKT. Buchautor Markus Urban legte der Stadt nahe, die nach einem Nazi-Maler benannte Albert-Reich-Straße (wir berichten vielfach) endlich umzubenennen.

OB Tomas Thumann erwiderte bei der Feierstunde, das Thema sei auf der Tagesordnung der nächsten Bausenatssitzung am Donnerstag.
NEUMARKT. OB Thomas Thumann stellte zusammen mit den Autoren Dr. Markus Urban und Katrin Kasparek das Buch "Neumarkt i.d.OPf. im Nationalsozialismus 1933 – 1945" vor.

Dabei wies er darauf hin, dass sich Neumarkt gerade heuer im Jahr des Stadtjubiläums 850 Jahre Neumarkt nicht nur den Anfängen der Stadt im Mittelalter, sondern auch der jüngeren Vergangenheit stelle. Die nun vorgelegte wissenschaftlich fundierte Dokumentation widmet sich erstmals umfassend der Geschichte der Stadt während des Dritten Reiches. Schon vor rund drei Jahren hatte er dazu den Auftrag erteilt, um auch diesen Teil der Geschichte der Stadt zu dokumentieren. Herausgekommen ist eine 190seitige, reich bebilderte Dokumentation, die in einer Auflage von 2.000 Exemplaren erschienen ist.

In seinem Vortrag bei der Präsentation vor geladenen Gästen wies Oberbürgermeister Thumann darauf hin, dass sich seit Mitte der 80er Jahre das Interesse an der Geschichte Neumarkts im Dritten Reich verstärkt habe. Erstmals seien es Neumarkter Gymnasiallehrer und ihre Schüler gewesen, die in einer Vielzahl von Facharbeiten begonnen hätten, diese Zeit aufzuarbeiten.

Er erinnerte auch an das Schulprojekt am Ostendorfer Gymnasium über das Schicksal der jungen Neumarkter Jüdin Ilse Haas, die 20-jährig im Jahr 1944 im KZ-Stutthof bei Danzig von den Nazis ermordet wurde. Daraus entstand ein vielfach preisgekröntes Musical mit dem Titel "Der letzte Brief". Die Stadt habe dies auch zum Anlass genommen, die Brüder von Ilse Haas nach Neumarkt einzuladen und so für eine Annäherung zu sorgen. Auch ein Weg durch den Stadtpark sei als Ilse-Haas-Weg benannt worden.

Zudem habe die Stadt auf mehrfache Weise gezeigt, dass sie sich dieses Abschnitts der Geschichte stelle. Bereits seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts pflegt die Stadt zusammen mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge den Kriegsgräberfriedhof am Föhrenweg mit über 5000 Toten. Nicht weit davon entfernt habe die Stadt in der Wolfsteinstraße einen "Friedenspark" eingerichtet, der an das Durchgangslager für Fremdarbeiter in Neumarkt erinnert. Ein Friedenskreuz und ein Bronzemodell des Lagers ergänzen diesen Erinnerungsbereich.

Im Jahr 2008/2009 habe es zudem eine Ausstellung im Stadtmuseum unter dem Titel "Rechts-Staat? – Neumarkt in der NS-Diktatur. Eine Zwischenbilanz" gegeben. Eine weitere Ausstellung, die heuer im Dezember im Stadtmuseum eröffnet wird, widmet sich unter dem Titel "Wider das Vergessen – Neumarkter Lebenswege 1919 – 1945" den persönlichen und beruflichen Lebenswegen von Neumarktern von der Weimarer Republik bis in die NS-Diktatur.

Die Rede des Oberbürgermeisters zur Buchvorstellung finden neumarktonline-Leser hier als Dokumentation

"Neumarkt i.d.OPf. im Nationalsozialismus 1933 – 1945"
19,80 Euro
ISBN 978-3-930699-68-1.
09.11.10
Neumarkt: Buch vorgestellt
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