"Historisches Erbe"


Ein Modell einer zwei Meter hohen
Statue der Pfalzgräfin wurde in Berg
vorgestellt.
NEUMARKT. Die Gemeinde Berg will in Unterölsbach eine Statue der 1426 verstorbenen Pfalzgräfin Katharina von Pommern errichten.

Zweck ist laut Bürgermeister Helmut Himmler die "Präsentation des historischen Erbes"; allerdings dürfen auch und Naherholungs- und Kulturtouristen hinschauen.

Die Gemeinde Berg führt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Regensburger Amt für ländliche Entwicklung in Oberölsbach und Gnadenberg Dorferneuerungsmaßnahmen durch, die gemäß den Planungen bis Weihnachten abgeschlossen werden können. In Unterölsbach wurden neue Wasserversorgungsleitungen verlegt und die nicht beitragspflichtige Sanierung der Ortsstraßen ist ebenfalls fertig gestellt. Insgesamt werden in den drei Dörfern 500.000 Euro für ortsgestaltende Maßnahmen zur Vitalisierung der Ortskerne investiert, wobei die Gemeinde die Hälfte der Kosten vom Staat finanziert bekommt.

Ab Ostern 2010 beginnen in der Ortsmitte von Unterölsbach die aufwändigen Arbeiten für die Neugestaltung des Platzes. Im Rahmen dieser Arbeiten will Bürgermeister Helmut Himmler Pfalzgräfin Katharina von Pommern angemessen im Bewusstsein der Bevölkerung durch das Setzen einer Statue sowie einer Informationstafel verankern.

Die historische Bedeutung Katharinas werde bisher weder in Neumarkt noch in Berg angemessen gewürdigt. Dabei hätte es – so der Berger Bürgermeister - das Birgittenkloster Gnadenberg und manche Bauten in Neumarkt ohne den Willen und das Geld der Pfalzgräfin gar nicht gegeben.

Jetzt wurde das von Steinmetz Herbert Weissmüller gefertigte Modell einer zwei Meter hohen Statue der Pfalzgräfin präsentiert und diskutiert.

Die um 1390 geborene Katharina von Pommern-Stolp wurde 1407 mit dem jungen Pfalzgraf Johann verheiratet. Im Ehevertrag wurden der Braut Neumarkt und andere Orte als "Leibgeding" zugesagt und sie brachte 40.000 Gulden Mitgift in die Ehe ein. Auf Bitten und Drängen seiner Ehefrau stiftete Johann das Kloster Gnadenberg am sogenannten Eichelberg, was für das kleine Fürstentum Johanns eine gewaltige Aufgabe bedeutete. Im Jahr 1420 genehmigte Papst Martin die Errichtung des Klosters gemäß den Regeln der heiligen Birgitta.

Katharina hatte mit Johann sechs Kinder, von denen aber nur der 1416 in Neumarkt geborene Christoph das Erwachsenenalter erreichte. Die Pfalzgräfin starb am 12. März 1426 und wurde im Kloster Gnadenberg beigesetzt, während ihr Ehemann Johann in Neunburg seine letzte Ruhe finden wollte.

Die Platzgestaltung in Unterölsbach soll bis Juli 2010 fertig sein und nach Vorstellungen Himmlers mit der Willibaldkirchweih des Ortes entsprechend gefeiert werden. Nach dem Birgittenplatz in Gnadenberg wird die Gemeinde Berg mit dem "Platz der Katharina von Pommern" in Unterölsbach die lokale Geschichte markant präsentieren.

Naherholung suchende Bürger und Kultur- sowie Kunsttouristen sollen dann mit der historischen Klosterruine, dem Birgittenplatz, dem Museum Klostermühle, dem Industriedenkmal Ludwigskanal, dem Kunstprojekt "Kunst am Kanal", den Kirchen in Gnadenberg und Unterölsbach sowie dem neuen Katharinenplatz in der Altgemeinde Oberölsbach im Überlappungsbereich Oberpfalz-Mittelfranken lohnende Ziele finden.
09.12.09
Neumarkt: "Historisches Erbe"
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