Viele sind gefährdet

NEUMARKT. Im Rahmen eines Aktionstages konnten sich die Beschäftigten des Klinikums sowie weiterer Behörden und Unternehmen mit den gesundheitlichen und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von suchtkranken Mitarbeitern am Arbeitsplatz befassen.

Alkohol, Medikamente und Opiate stellen die am häufigsten missbrauchten Suchtmittel am Arbeitsplatz dar. Jeder Betrieb in Deutschland muss damit rechnen, dass bei zehn bis 15 Prozent ihrer Beschäftigten die Gefahr einer Sucht- und Missbrauchsproblematik auftritt. Neben den persönlichen Auswirkungen auf den Suchtabhängigen und deren Angehörigen verursacht die Sucht für den Betrieb erhebliche Mehrkosten, angefangen von Fehlzeiten und Leistungsminderung über die Erhöhung der Unfallgefahr und eine Verschlechterung des Betriebsklimas bis hin zum Verlust eines wertvollen Mitarbeiters.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, MdB Sabine Bätzing, betonte bei der Vorlage des Drogenberichts der Bundesregierung 2009 die vier Säulen der Drogen- und Suchtpolitik: Prävention – Beratung, Behandlung und Rehabilitation – Überlebenshilfe und Schadensreduzierung – Regulierung und Angebotsreduzierung.

Die Aktivitäten in diesen vier Bereichen sind dann erfolgreich, wenn sie ein Bündel verschiedenster Maßnahmen beinhalten. Unter anderem kommt dabei den Betrieben eine große Bedeutung zu, um einerseits die Gefahr einer Suchterkrankung bei ihren Beschäftigten zu vermindern, andererseits, um Abhängigen und deren Angehörigen eine Hilfestellung bei ihrem meist langen Weg aus der Sucht zu ermöglichen.

"Gerade in Gesundheitseinrichtungen sind die Beschäftigten besonderen Belastungen ausgesetzt durch Schichtarbeit und der hohen personellen Beziehung zum Patienten und dessen Angehörigen. Die Gefahr einer Sucht, und hier vor allem der Medikamentenabhängigkeit, wird somit noch verstärkt", betonte Priv. Doz. Dr. Ulrich Schwemmer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum und Mitinitiator des Aktionstages.

"Das Klinikum ist sich seiner Fürsorgepflicht gegenüber seinen über tausend Beschäftigten bewusst. Daher wollten wir ihnen mit der Veranstaltung die Möglichkeit geben, sich umfassend mit der Thematik zu befassen", so Vorstand Peter Weymayr. Neben einer anschaulichen Ausstellung zum Thema "Sucht" fanden Vorträge durch die Suchtberatung des Gesundheitsamtes, der Anonymen Alkoholiker, des Freundeskreises für Suchtkrankenhilfe und Oberarzt Dr. Werner Schittenhelm statt.

Mit Prof. Dr. Christoph Maier, dem Leiter der Abteilung für Schmerztherapie an der Uniklinik Bergmannsheil Bochum konnte ein namhafter Experte gewonnen, der zum Thema "Drogenabhängigkeit am Arbeitsplatz" referierte. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen bauten Stände auf, an denen sich die Mitarbeiter umfassend beraten lassen konnten.

Die Einladung zu dem Aktionstag erging auch an alle Behörden im Stadtgebiet und weitere Unternehmen.
14.10.09
Neumarkt: Viele sind gefährdet
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