"Dauer-Thema" Schule

NEUMARKT. Die CSU-Fraktion beschäftigte sich mit aktuellen Entwicklungen in der Schullandschaft der Stadt und führte auf Vorschlag von Schulreferentin Gisela Burger ein sehr grundsätzliches Gespräch mit Michael Rüttinger, dem Schulleiter der Theo-Betz-Schule, der größten Grundschule der Stadt mit 15 Klassen und 345 Schülern.

Das Thema Bildung - und damit verknüpft Schulen - sei in der Kommunalpolitik trotz beachtlicher Investitionen in Vergangenheit und Gegenwart ein Dauerthema, "und nicht das unwichtigste", hieß es.

In der Theo-Betz-Schule gelang es – in Bayern eine bisher einmalige Situation – die Genehmigung für eine zweizügige Ganztagesschule zu bekommen, die im laufenden Schuljahr bereits starten konnte und im Endausbau acht Ganztagesklassen bedeutet. Voraussetzung für diese einmalige Entscheidung, so der Schulleiter, war sicher weniger die Größe der auf Dauer vierzügigen Grundschule als das überzeugende Konzept der Schule.

Man plant nämlich nicht, an den vormittags laufenden Unterricht ein betreuendes Nachmittagsprogramm anzufügen, sondern rhythmisiert den Tag von früh 7.15 Uhr bis nachmittags 15.30 Uhr und verteilt über diesen Zeitraum Unterricht, Lernzeiten, Freizeiten, Essenszeiten einschließlich der eigentlich nicht mehr anfallenden Hausaufgaben.

Dieser Wandel im Schultag erfordere naturgemäß erheblich andere räumliche Voraussetzungen, und hier sei die Stadt gefragt und gefordert. Die CSU-Faktion stehe zu den notwendigen Baumaßnahmen, um dem Modell Ganztagesschule auch den gewünschten Erfolg zu sichern. Der Erfolg sei nach Aussage der Lehrerin Dr. Gabriele Stier bereits jetzt zu beobachten, wenngleich auch "viele neue Erfahrungen für Lehrkräfte und Schüler warten".

Die Schule erhält pro Ganztagesklasse zwölf zusätzliche Lehrerstunden und 6000 Euro für "Lehrkräfte von außen", um das eigene Profil zu entwickeln. Jede Klasse braucht zusätzliche Räume für diese besondere Betreuung und das besondere Angebot, und alle Ganztagesschüler brauchen gemeinsame Räume, zum Beispiel für die Mahlzeiten.

Die an der Schule vorhandene Turnhalle soll daher zu einem Mehrzweckraum umgebaut werden und steht dann weiterhin für den Sport vor allem der ersten und zweiten Klassen zur Verfügung. Der übrige Sportunterricht verbleibt wie bisher im Turnerheim. Das Turnerheim dürfe in seiner Außenfassade Richtung Stadt nicht aus dem Stadtbild verschwinden, hieß es dabei von der CSU-Fraktion. Die Sanierung oder der Neubau einer Doppelturnhalle finden Zustimmung, wogegen eine Dreifachturnhalle "wohl weder dem Platz angemessen erscheint, noch die Verkehrsinfrastruktur einschließlich Parkangebot an dieser Stelle zu schaffen ist". Solche Entscheidungen zum Raumprogramm müßten freilich, so die Auffassung der CSU-Fraktion, im Stadtrat fallen und könnten nicht einem Architekten überlassen werden.

Um das Thema Schule ging es auch für die Grundschule Bräugasse. Dort fehlt es seit Jahren an Räumen für den schulischen Bedarf außerhalb des Pflichtunterrichts. Die Themen ausreichender Pausenhof, Mittagsbetreuung und Kinderhort an der Schule will die CSU-Fraktion baldigst und "nicht als vorübergehendes Provisorium" gelöst wissen. Auch mit dem dortigen Schulleiter werde die Fraktion umgehend das Gespräch suchen.

Ein völlig neues Thema ist der an der Hauptschule West geplante neue Schultyp der sogenannten Wirtschaftsschule, worüber Schulreferentin Gisela Burger berichten konnte. Diese Schule sei für das Schuljahr 2010/11 als fünfjähriger Modellversuch für Bayern in Neumarkt geplant und müsse jetzt vorbereitet werden. Gedacht sei an eine einzügige Schule über die drei Jahrgänge 8/9/10 in enger Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften der Berufsschule und der Hauptschule. Dieser Schultyp solle zu einer Aufwertung der Hauptschule beitragen, aber auch dem Spätentwickler oder dem Schulwechsler eine gute Chance eröffnen. Die CSU-Fraktion begrüßt ausdrücklich den Modellversuch in der Stadt und hofft, "dass die geforderte Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis bei der Finanzierung sachbezogen geregelt wird", hieß es.

Um Schule ging es auch bei den seit langem geforderten Parkplätzen an der Dr. Grundler Straße für die beiden Gymnasien, worum sich die CSU-Fraktionen der Stadt und des Landkreises seit Monaten bemühten. Inzwischen liege, so konnte Werner Thumann berichten und auf einem Plan zeigen, eine sinnvolle Lösung mit immerhin 139 Stellplätzen vor. Diese könnten und sollten umgehend auf dem Gelände des alten staatlichen Bauhofs entstehen. Stadt und Landkreis müßten sich hier bei der Finanzierung einig werden.
09.10.09
Neumarkt: "Dauer-Thema" Schule
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