"...zu treuen Händen"


Eines der wenigen Gebäude mit Historie: das Neumarkter
Turnerheim in alten Zeiten.


Das Turnerheim der Neuzeit
NEUMARKT. "Das Turnerheim darf nicht untergehen!" - leicht theatralisch stellt sich die CSU als künftige Retter einer Traditionsstätte vor.

Die traditionsreiche Sportstätte war im Februar 2007 in die Schlagzeilen geraten, als neumarktonline über einen städtischen Investitionsplan für die Jahre bis 2010 berichtete, in dem ein Abbruch des Hauses als möglich erwähnt wurde. Oberbürgermeister Thomas Thumann dementierte allerdings zu diesem Zeitpunkt: Es gäbe "weder Planungen für einen Abbruch noch Überlegungen zu sonstigen Maßnahmen beim Turnerheim" (wir berichteten).

Anderthalb Jahre später schien allerdings die Zeit gekommen: im September 2008 stand im Neumarkter Stadtrat ein "Ersatzbau" für das Turnerheim auf der Tagesordnung. Fraktionsübergreifend sprach sich jedoch die Mehrheit im Stadtrat für die Schaffung eines Steuerungskreises und die "Prüfung des Erhaltes zumindest von Teilen der historischen Bausubstanz" aus (wir berichteten).

Die Verwaltung hatte damals einen "besonderen städtebaulichen Wert" des Turnerheims als "nicht erkennbar" bezeichnet. Es ging damals darum, im Zuge des Ausbaus der Theo-Betz-Schule zur Ganztagsschule eine neue Dreifachturnhalle zu errichten. Das im Jahr 1926 errichtete Turnerheim erforderte gleichzeitig jährlich hohe Unterhaltsleistungen, hieß es.

Am Donnerstag warf sich nun die Neumarkter CSU ins Zeug, um "unser Turnerheim" zu retten: Die Ringer würden den hervorragenden Schwingboden im alten Turnerheim schätzen, der Theaterverein Schloßspiele stehe in der langen Tradition des Theaterspielens im Turnerheim und - "wie viele Neumarkter haben hier ihren Tanzkurz absolviert?", hieß es bei einem Pressegespräch in der Gaststätte des Turnerheims, in das Werner Thumann, Helmut Jawurek und Achim Silberhorn geladen hatten.

Die CSU-Fraktion sehe sehr wohl "eine besondere städtebauliche Qualität mindestens des ersten Bauteiles mit seiner regionaltypischen Kalksteinausführung. Eine Stadt, die in den letzten Kriegstagen fast vollständig zerstört wurde, habe eine besondere Verantwortung im Umgang mit den wenigen Gebäuden mit Historie, die ihr noch verblieben sind.

Darüber hinaus verfüge die Stadt Neumarkt über "sehr gelungene Beispiele beim charmanten Zusammenspiel einer werterhaltenden Sanierung alter Bausubstanz und moderner Ergänzung" - gemeint waren die alten Expresswerken.

Die CSU-Fraktion sperre sich nicht gegen eine "zeitgemäße Sanierung und eine Ergänzung möglicherweise mit einer neuen Doppelturnhalle". Für eine Dreifachturnhalle könne der Bedarf jedoch "nicht nachvollziehbar belegt werden". Die geschätzten Kosten von acht Millionen Euro ohne Abrißkosten und Entsorgung seien sehr hoch und auch die städtebauliche, sensible Einbindung einer Dreifach-Turnhalle in die vorhandene kleinstrukturierte Bebauung an der Maria-Hilf-Straße erscheine kaum möglich.

Besonders problematisch seien jedoch die ungünstigen Anfahrtsmöglichkeiten nahe dem Stadtzentrum und die fehlenden Parkmöglichkeiten für die Besucher von Großveranstaltungen in einer Dreifachturnhalle.

Alles spreche deshalb aus Sicht der CSU-Fraktion für eine sensible Weiterentwicklung und Sanierung des Turnerheimes unter Beachtung des städtebaulichen Zusammenhanges und der dortigen Lage.

Selbst der liebe Gott und der damalige Vorsitzende des Neumarkter Männerturnvereines, Johann Höpfl, wurden von der CSU in dem Pressegespräch bemüht.
Höpfl habe damals bei der Einweihung des Turnerheimes am 7. August 1927 gesagt:

"Möge Gottes Segen über diesem Hause sein, mögen alle die ein- und ausgehen, glückliche Stunden in ihm verleben ... Gebt es wieder zu treuen Händen der Jugend, die nach Euch kommt! Möge das Haus dann stets in dem Geiste erhalten bleiben, in dem es geschaffen wurde!"

10.09.09
Neumarkt: "...zu treuen Händen"
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