Irrgarten geplant


Gleich schriftlich fix gemacht: Landrat Löhner unterschreibt den
Aufnahmeantrag.
NEUMARKT. Das Bündnis gegen Agrogentechnik im Landkreis Neumarkt, Zivil Courage, ist jetzt ein Verein - und Landrat Albert Löhner wurde am Montag das erste Ehrenmitglied.

Vorsitzender Thomas Weiß will jetzt die Bemühungen, den Landkreis zu einem gentechnikfreien Raum zu machen, intensivieren. Das erklärte er bei einer Pressekonferenz am Montag im Landratsamt, an der auch der Landrat teilnahm.

Zivil Courage-Organisationen gibt es in ganz Bayern, in Neumarkt schlossen sich engagierte Bürger im März 2006 zusammen. Seither hat sich viel getan: Die Zahl der Unterstützer ist beachtlich gewachsen – mittlerweile sind es über 50 verschiedene Organisationen sowie zahlreiche Privatpersonen – und die Aufklärungsarbeit trägt Früchte. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen im Landkreis Neumarkt wissen, was Agrogentechnik ist und welche Konsequenzen sie hat. Zivil Courage setzt unter anderem auf den mündigen Verbraucher, der sich bewusst gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel entscheidet und damit Druck auf die Wirtschaft ausübt.

Zivil Courage wird von Landwirten, Naturschutzverbänden, Verbraucherorganisationen, Unternehmen und Kirchenvertretern unterstützt. Gründungsmitglied des Vereins ist das Kloster Plankstetten. Damit nicht genug: Mehrere Unternehmen im Landkreis Neumarkt haben inzwischen erklärt, ihre Produktion frei von Agrogentechnik zu halten. Zu diesem Erfolg hätten nicht zuletzt prominente Unterstützer von Zivil Courage beigetragen, zu denen Landrat Albert Löhner zählt, hieß es am Montag.

"Ich habe selbst längst Farbe bekannt durch die Unterstützung des bisherigen Bündnisses Zivil Courage – und ich möchte es jetzt noch deutlicher tun durch den Beitritt zum Verein", erklärte Löhner am Montag, bevor er den Mitgliedsantrag unterzeichnete. Die Risiken der Agrogentechnik für Landwirte, Verbraucher und Natur seien immens, sagte der Landrat. "Bei der Agrogentechnik geht es um substantielle Veränderungen auf der Welt, das betrifft unser aller Lebensgrundlagen." Löhner forderte, alle Politiker müssten sich mit dem Thema beschäftigen, nicht nur die Agrarbeauftragten. Nur so könnten sie verantwortungsvolle Entscheidungen fällen.

Zivil Courage Neumarkt hat mittlerweile Vorbildfunktion für andere Regionen: Laut Löhner schauen viele auf den Landkreis und ahmen das Bündnis nach. "Durch die Vereinsgründung wollen wir noch schlagkräftiger werden", sagte Vorsitzender Thomas Weiß am Montag. Ziele von Zivil Courage seien es, Landwirtschaft, Landschaft und Kultur der Region zu bewahren und zu fördern, Agrogentechnik-freie Wirtschaftskreisläufe zu schaffen und somit die Interessen der Verbraucher zu schützen. Hier tue sich laut Weiß inzwischen einiges über Neumarkt hinaus, in Kooperation mit der Metropolregion Nürnberg.

Der Verein:

1. Vorsitzender: Thomas Weiß
2. Vorsitzender: Sebastian Altenthan
Kassier: Marion Hofer
Schriftführer: Heike Gruhl
Beisitzer: Ludwig Zeberl
Beiräte: Ruth Dorner, Christa Joch, Geedo Paprotta
Durch Unterstützer wie Jura Fleisch, die kirchlichen Bildungswerke oder die Obst- und Gartenbauvereine und den Bauernverband, um nur einige Beispiele zu nennen, stehe Zivil Courage auf einer breiten Basis, sagte Weiß. "Wir sind überparteilich und in der Mitte der Gesellschaft angesiedelt."

Nachdem Zivil Courage vergangenes Jahr den alternativen Nobelpreisträger und Agrogentechnik-Gegner Percy Schmeiser aus Kanada nach Neumarkt holte, wird 2009 Vandana Shiva in die Stadt kommen, ebenfalls Trägerin des alternativen Nobelpreises. Sie leiste herausragende Arbeit in Indien, einem Land, das bereits massiv unter den gravierenden Folgen der Agrogentechnik leide, hieß es.

Der nächste Termin von Zivil Courage ist das Altstadtfest in Neumarkt vom 13. Bis zum 15. Juni. Am Info-Stand des Vereins kann sich jeder über Agrogentechnik und die Arbeit von Zivil Courage informieren.

Eine besondere Aktion ist für den Sommer geplant: Zivil Courage legt auf einem drei Hektar großen Maisfeld bei Sengenthal ein riesiges Labyrinth in der Form des Landkreises an. Ab Juli sollen hier Schulklassen spielerisch über das Thema Agrogentechnik informiert werden. Zu bestimmten Terminen, die noch bekannt gegeben werden, soll das Labyrinth für die gesamte Bevölkerung geöffnet werden.
09.06.08
Neumarkt: Irrgarten geplant
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