"Eine teuere Lösung"

NEUMARKT. Die von der CSU Pölling erneut geforderte Unterführung des Münchener Rings bei Pölling stößt im Rathaus auf wenig Begeisterung.

Oberbürgermeister Thomas Thumann bezeichnete solche Pläne als "eine teure Lösung". Mit fast 4 Millionen Euro bedeute sie eine gravierende Maßnahme, die damit wesentlich über den Kosten für die ursprünglich bereits beschlossene Radweg- und Fußgängerunterführung liege. Diese hätte rund 800.000 Euro gekostet und wäre inzwischen wohl, wie auch ein Vertreter des Staatlichen Bauamtes vor kurzem bestätigt habe, längst gebaut, "wenn das Vorhaben nicht auf Antrag der CSU im Mai 2007 gestoppt und eine Unterführung mit einer Durchfahrtshöhe auch für Kraftfahrzeuge von mindestens 3,50 Metern ins Spiel gebracht worden wäre", erklärte Thumann.

Da sich deswegen eine Verzögerung eingestellt hatte und die Situation an der Kreuzung für Radfahrer- und Fußgänger damit auf längere Sicht problematisch geblieben wäre, hatte Thumann noch im Mai 2007 reagiert und eine andere Ampelschaltung programmieren lassen. Bereits seit Juli 2007 sorge nun eine optimalere Ampelschaltung an dieser Stelle dafür, dass sich nicht nur die Wartezeiten auf die Grünphasen verkürzt haben, sondern dass die Querung des Rings für Fußgänger und Radfahrer dadurch auch deutlich sicherer geworden ist.

"Seither haben mich - abgesehen von den Äußerungen seitens der FDP und der CSU – von den Bewohnern aus Pölling keine Aussagen erreicht, die auf eine markant andere Lösung gedrängt hätten", so Oberbürgermeister Thumann. Ganz im Gegenteil hätten ihm zahlreiche Pöllinger bestätigt, dass sie die jetzige Lösung mit der neuen Ampelschaltung als ausreichend ansehen.

Im Hinblick auf die von der CSU im Mai 2007 geforderte Unterführung hatte die Stadt umgehend reagiert und ein Ingenieurbüro mit der Kostenuntersuchung für verschiedene Varianten beauftragt, dessen Ergebnisse im Oktober 2007 vorlagen. Im Hinblick auf einen möglichen Umbau müsse man aber auch bedenken, dass dieser zum Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamtes gehöre. Nach der Aufstufung des Münchener und Berliner Rings zur B299 liegt die Zuständigkeit bei dieser Behörde.

"Bezüglich einer Baumaßnahme müssten die Ausbauform, die Kostenanteile, die Fördermöglichkeiten und die Zustimmung der einzelnen Entscheidungsebenen erst geklärt und festgeschrieben werden", so Oberbürgermeister Thumann. Hierzu habe man in Gesprächen mit den zuständigen Stellen allerdings bisher das Signal erhalten, dass man dort keinerlei Notwendigkeit für eine erneute Neuplanung sehe.

Daher sei für die Stadt im Moment auch nicht ersichtlich, ob und in welcher Höhe der eventuelle Bau einer Unterführung von staatlicher Seite gefördert werde. Nicht vergessen dürfe man, so Oberbürgermeister Thumann, "dass selbst bei einem einhelligen gemeinsamen Wollen des Stadtrates und dem positiven Votum aller Beteiligten eine Realisierung frühestens nach den Straßenbauarbeiten am Unteren Tor und dem anschließend vorgesehenen Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung Berliner Ring/Altdorfer Straße beginnen könne. Eine andere Vorgehensweise würde eine funktionierende Verkehrsabwicklung unmöglich machen."

Da zudem für Oberbürgermeister Thumann nicht erkennbar sei, dass es in Pölling eine einhellige und breite Basis in der Bevölkerung zugunsten einer Unterführung mit mindestens 3,50 Metern Durchfahrtshöhe gebe, stehe eine mögliche Umgestaltung des Kreuzungsbereiches bei der Stadt im Moment "nicht an oberstes Stelle" - noch dazu, da ein möglicher Umbau der Kreuzung im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamtes liegt.

Dort sehe man zum Beispiel eine Unterführung mit 3,50 Meter Durchfahrtshöhe, wie von der CSU angeregt, als problematisch an, weil Einsatzkräfte und Busse die Unterführung nicht passieren könnten. Zudem seien bei einer solchen Lösung wegen der Gegebenheiten umfangreiche Arbeiten mit einem großen Kostenvolumen von fast 4 Millionen Euro nötig.

Auch im Hinblick auf die von der FDP ins Spiel gebrachten zusätzlichen verkehrsberuhigenden Maßnahmen für die Durchfahrt durch Pölling wie etwa eine Tempo-30-Zone oder gar Einbauten in die Straße könne die Stadt gar nicht realisieren, da die Straße als Bundesstraße eingestuft sei. Man habe zwar das zuständige Staatliche Bauamt auf die Anregungen hingewiesen, aber dort sei etwa das Ansinnen einer Tempo-30-Zone aus diesem Grund ausgeschlossen worden.
29.05.08
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