CSU erlebt zweites Fiasko


Zwei beinahe gleich hohe Balken: Die CSU in Neumarkt erlebte ein Fiasko, die UPW triumphierte. (Das Diagramm entstand nach der Auszählung von 51 von insgesamt 52 Wahlbezirken)

Impressionen der Wahlnacht















NEUMARKT. Die Neumarkter CSU erlebte nach dem Verlust des Oberbürgermeister-Sessels vor gut zwei Jahren bei den Kommunalwahlen am Sonntag ein zweites Fiasko: Nach erdrutschartigen Verlusten konnte sie mit Mühe und Not gerade einmal die einfache Mehrheit im Stadtrat retten.

Landrat Albert Löhner fuhr erwartungsgemäß für die CSU einen großen Sieg ein und ließ mit 71,57 Prozent seinen drei Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance. UPW-Kandidat und -Kreisvorsitzender Hans Gerngroß schaffte mit 17,7 Prozent ein achtbares Ergebnis, konnte dem Amtsinhaber aber zu keiner Zeit gefährlich werden. SPD-Kandidat Andre Radszun und Grünen-Bewerber Jürgen Kerkien blieben mit 6,54 und 4,16 Prozent nur Statisten.

Das "Waterloo" der Neumarkter CSU zeichnete sich schon bei der Auszählung der ersten Wahllokale ab: Die erklärten Ziele von einer Weiterführung einer absoluten Mehrheit zerstoben schon zu diesem Zeitpunkt.

Im Laufe der Nacht wurden die Gesichter der im Rathaus versammelten CSU-Politiker immer länger: Schließlich übernahm die UPW über weitere Strecken sogar die Position der (nach Wählerstimmen) stärksten Gruppierung. CSU und UPW hätten zu diesem Zeitpunkt jeweils 15 der insgesamt 40 Stadträte gestellt. Erst bei der Auszählung der letzten Wahllokale - insbesondere der Briefwahlbezirke - übernahm die CSU wieder die Führung und konnte sich schließlich sogar auf 16 Stadträte steigern.

Die UPW kommt auf 15 Stadträte, die SPD stellt vier Stadträte, die Grünen mußten im Laufe der Nacht einen Sitz abgeben und haben nun wie die Freie Liste Zukunft zwei Stadträte. Die FDP zieht mit einem Stadtrat ein.

Besondere Schmach für die CSU: Gleich vier UPW-Kandidaten (Franz Düring, Dr. Werner Mümmler, Rudi Bayerl und Erich Dorfner) schafften mehr Stimmen als der beste CSU-Mann Dr. Heinz Sperber (Stand: 51 von 52 Wahlbezirken).

Ein sichtlich gut gelaunter Neumarkter Oberbürgermeister gab schon unerwartet früh eine Stellungnahme ab. Er freue sich über einen offensichtlich "sehr bunten" künftigen Stadtrat, erklärte Thomas Thumann, nachdem deutlich mehr als die Hälfte der Stimmbezirke ausgezählt waren und am Erfolg der UPW und am Fiasko der CSU kaum mehr ein Zweifel möglich war.

UPW-Fraktionssprecher Dr. Werner Mümmler sagte, die Wähler hätten sich eindeutig "gegen absolute Mehrheiten" ausgesprochen und den Stadtrat dazu aufgefordert, stärker "miteinander" zu arbeiten.

CSU-Kreisvorsitzender Albert Füracker bezeichnete in der Nacht im Gespräch mit neumarktonline die Neumarkter Stadtratswahlen als "desaströs".

Die Bürgermeisterwahlen im Landkreis würden sich dagegen aus Sicht der CSU "durchwachsen" darstellen: "Wir haben Pilsach und Sengenthal verloren - das schmerzt. Auf der anderen Seiten hat die CSU in Mühlhausen im ersten Wahlgang gewonnen, was uns niemand zugetraut hätte". Die drei Stichwahlen im Landkreis seien angesichts der zahlreichen Kandidaten nicht unerwartet gekommen.

Zur Stadtratswahl in Neumarkt ließ sich Füracker von neumarktonline auf den allerneuesten Stand bringen. Man müsse dieses Ergebnis jetzt "in aller Ruhe analysieren", sagte er. Zum Feiern fand die CSU in der Wahlnacht jedenfalls nicht viel Anlaß.
03.03.08
Neumarkt: CSU erlebt zweites Fiasko
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15. Jahrgang
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