Vom Stadtphysikus gestiftet

Von Dekan Richard Distler

An diesem Sonntag jährt sich in der Hofkirche die Einführung des sogenannten 40-stündigen Gebets zum 275. Mal. Dieses Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten mit großer Tradition wurde im Jahr 1733 vom Neumarkter Stadtphysikus Dominikus Fasing gestiftet. Noch heute ist auf seinem Grabstein auf der linken Seite am Südeingang der St. Johanneskirche zu lesen: "Sein Stiftung in der Hofkapelln -ist ein Arznei für die Selln (Seelen). Das Gebet zu vierzig Stunden-heilet manche Seelenwunden". Tatsächlich hat dieses große Gebet vor dem Beginn der Fastenzeit und die gesamte altehrwürdige Corpus Christi Bruderschaft, die schon 1628 gegründet wurde, Dr. Fasing sehr viel zu verdanken. Der große Verehrer des Altarsakraments stiftete im Jahr 1745 für die Hofkirche auch noch die Andachten zum Allerseelensonntag, einen barocken Kreuzpartikel und eine sehr wertvolle Monstranz, die heute noch bei der Fronleichnamsprozession verwendet wird.

So blickt heute die Corpus Christi Bruderschaft Neumarkt mit großer Dankbarkeit auf diesen edlen Gönner und Stifter zurück. Der Anstoß für diese geistliche Stiftung ist nicht genau bekannt. Es fand zum ersten Mal vom 15. - 17.Februar in der festlich geschmückten Hofkirche statt. Dr. Fasing stammte aus Landshut und studierte in Ingolstadt Philosophie und Medizin. Aufgrund seiner starken religiösen Prägung hatte er dort als Student enge Kontakte zu den Ingolstädter Jesuiten, die dieses Gebet u.a. auch in Eichstätt begründeten. Vielleicht bewog Dr. Fasing auch sein persönliches Familienschicksal: Nach nur kurzer Ehe starb seine Frau Susanne im Kindbett. Schon zwei Tage später starben auch die Zwillinge, die sie ihm geboren hatte. Erst siebzehn Jahre danach heiratete er Katharina Hörmann aus Kösching. Als auch diese Ehe kinderlos blieb, vermachte Dr. Fasing kurz vor seinem Tod am 8. 12. 1750 den größten Teil seines Vermögens per Testament geistlichen und caritativen Aufgaben in der Stadt Neumarkt.

Heute geht es der Bruderschaft, die etwa 400 Mitglieder zählt, vor allem um die würdige Verehrung der heiligen Eucharistie und um die Förderung geistlicher Werte. Der Mitgliedsbeitrag beträgt nur 2.-Euro und kann in der Hofkirche oder im Pfarrbüro abgegeben werden.

Die Gebetszeiten sind am Sonntag von 12 bis 18 Uhr, am Rosenmontag von 9 bis 18 Uhr und am Faschingsdienstag von 9 Uhr bis 15 Uhr. Anschließend findet in der Hofkirche eine feierliche Schlußandacht statt mit Prozession und Te Deum. Die Festpredigt hält heuer Stadtpfarrer Herbert Lang aus Wemding, der lange in Neumarkt als geistlicher Studienrat wirkte.
02.02.08
Neumarkt: Vom Stadtphysikus gestiftet
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