Stadt-Kasse geschont


Das ist einer der Salzberge, vor denen Stadtrat Franz Hierl,
Oberbürgermeister Thomas Thumann und Stadtbaumeister
Rudolf Müller-Tribbensee mit der Schaufel posieren. Von dem
Vorschlag, die beiden Berge zu einem zu vereinen, hielten sie
nichts.
Foto: Erich Zwick
NEUMARKT. Der zurückliegende Winter fand an 41 Tagen statt. Dabei zeigte er 15mal richtig die Zähne, die ihm mit "großen Einsätzen" gezogen werden mussten; 26mal ließ er sich nur "auf den Zahn" fühlen, was sich mit "kleinen Einsätzen" erledigen ließ. Das ist die am Montag vorgelegte Bilanz des Winterdienstes 2006/07 im Stadtgebiet von Neumarkt.

Dabei hatte sich "General Winter" mit Beginn des Monats November heftig angekündigt: Am 3. 11. blies er gleich zum Großeinsatz, nachdem tags vorher schon zwei kleinere Räumkommandos ausrücken mussten. Aber schon am 4. November zog er sich für einen Monat zurück, um am 11. Dezember wieder zaghaft anzuklopfen. Von da ab lief es so tröpfchenweise, so dass der Bauhof nur an wenigen Tagen richtig gefordert war - zuletzt am 23. März, zwei Tage nach dem kalendermäßigen Frühlingsanfang.

Trotzdem können die Mitarbeiter erleichtert aufatmen: Denken sie doch noch mit Grauen an den vorausgegangenen Winter 2005/06 zurück, während dessen sie 60 große und 64 kleine Einsätze zu bewältigen hatten. Das war übrigens das Spitzenjahr seit der Jahrtausendwende: die Jahre vorher waren mit 115 (2004/05), 103 (2003/04), 85 (2002/03) und 80 (2001/02) "barmherziger" ausgefallen.

Einer wird am meisten frohlocken: der Stadtkämmerer. Musste er noch 2005/06 den stolzen Betrag von 846.838 Euro für den Winterdienst ausgeben, so reduzierte sich dieser auf 252.251 Euro.

Auch die Arbeitsstunden und die gefahrenen Kilometer gingen damit eklatant zurück: von 15.790 auf 4.502 Stunden und von 103.000 auf 27.400 Kilometer. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Mitarbeiter des Bauhofes deswegen auf die "faule Haut" hätten legen können. Durch den milden Winter seien nämlich andere Arbeiten möglich gewesen.

Schließlich ist auch der Verbrauch von Streugut drastisch eingeschränkt worden. Sand - das war vor der Wintersaison schon beschlossen - wurde überhaupt keiner mehr gestreut. Im Vorjahr waren es noch 1.542 Tonnen. Und mit dem "Salzstreuer" wurde sparsam umgegangen: 812 Tonnen blieben auf den Straßen - im Jahr zuvor waren es 2.066 Tonnen. 172 Tonnen Splitt (Vorjahr 431 Tonnen) machten Gehwege rutschfest und sicherer.

Als Oberbürgermeister Thomas Thumann zusammen mit dem Bauhof-Referenten Stadtrat Franz Hierl und Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee fürs Pressefoto zur Schaufel griffen, dachten sie darüber nach, wofür das eingesparte Geld sinnvoll angelegt werden kann. Sicherlich wäre ihnen was eingefallen, wenn sie die beiden verbliebenen Salzberge zu einem zusammenschieben hätten müssen. Aber darüber wäre dann wieder Winter geworden.
Erich Zwick
02.04.07
Neumarkt: Stadt-Kasse geschont
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