Ölbergspiel beginnt


Das Berchinger Ölbergspiel
NEUMARKT. Die Pfarrei Berching lädt zusammen mit der Stadt Berching ab dem ersten Fasten-Donnerstag (22.Februar) wieder zu den traditionellen Ölbergandachten mit Ölbergspiel in die alte Pfarrkirche St. Lorenz ein.

Mit grosser Freude und Dankbarkeit blicke die Pfarrei Berching heuer auf das 25jährige Jubiläum der Wiedergründung der Berchinger Ölbergandachten zurück, heißt es im Vorfeld. Der unvergessene Dekan und Stadtpfarrer Monsignore Heinrich Füracker war es, der zusammen mit vielen freiwilligen Helfern im Jahre 1982 (ein Jahr vor der 1100-Jahrfeier der Stadt Berching), dieses uralte Mysterienspiel wieder neu ins Leben rief. Viele tausend Gläubige haben im Laufe der letzten Jahre die Ölbergandachten in Berching besucht und die Möglichkeit der Vorbereitung auf das Osterfest genutzt.

Die Predigten stehen in diesem Jahr unter dem Wahlspruch des neuen Eichstätter Bischofs Dr. Gregor Maria Hanke: "Unser Glaube ist unser Sieg"

Zu den Jubiläums-Andachten in diesem Jahr konnte Stadtpfarrer Artur Wechsler bekannte Prediger verpflichten. Vertreter des Eichstätter Domkapitels, an der Spitze Generalvikar Dompropst Johann Limbacher, werden zu den Fastenpredigten nach Berching kommen.

Folgende Prediger werden die Andachtsreihe begleiten: Am 22.Februar Domkapitular Klaus Schimöller Die Andachten beginnen jeweils um 13.45 Uhr mit einem Rosenkranz und der Möglichkeit zur Beichte; gegen 14.15 Uhr schliesst sich die Predigt an. Nach der Predigt folgt das Ölbergspiel mit lebenden Darstellern. Eine eucharistische Andacht mit Segen beschliesst jedes Ölbergspiel.

Freiwillige Helfer haben den Altarraum der St. Lorenzkirche wieder in eine grosse Bühne verwandelt.

Busgruppen werden gebeten, sich vorher im Pfarramt Berching anzumelden, Telefon 08462/1262.

"In seiner Angst"

Im Einleitungslied des Ölbergspiels, zu dessen Text aus früher Zeit der ehemalige Eichstätter Domkapellmeister Prof. Wolfram Menschick die Melodie schrieb, heisst es:

"Gethsemani! Zu deinen Höhen
Erhebet dankend sich mein Herz.
Ich will den Heiligen Gottes sehen
In seiner Angst, in seinem Schmerz.
Ich will für seine Lieb´und Pein
Ihm meine ganze Seele weih´n."
In einer Chronik, erstellt von Karl Kienlein, ist zu lesen, dass die Berchinger Ölbergandachten auf einer sehr alten Überlieferung beruhen. Bereits im Jahre 1516 stiftete der Vikar von "St. Lorenz zu Nürnberg", Leonhard Griessel (vermutlich geboren um 1470 in Berching), angeblich für die St. Lorenzkirche zu Berching eine "Angst". Im Laufe der Jahre gab es verschiedene "Zustiftungen", so im Jahre 1595. Bürger und Verwalter Hans Bauer stiftete einen Gottesdienst, der allgemein "die Angst" genannt wurde, in dem "das Leiden Christi daneben zu Gemüte soll geführet werden".

Selbst mehrere Verbote im Laufe der Jahrzehnte, solche Heilsgeschehnisse szenisch darzustellen, konnten die fest eingewurzelte Volksfrömmigkeit und die Beliebtheit von Passionsspielen, wie das Berchinger Ölbergspiel nicht oder nur teilweise beenden.

Ab dem Jahre 1854 wurden die Spiele in der Berchinger Franziskanerklosterkirche eingeführt, teilweise nur als Andacht, teilweise als Spiel mit Engelsfigur, jedoch ohne lebende Darsteller.

Ab 21. März 1929 wurden im damaligen Franziskanerkloster Berching auf vielfachem Wunsch der Bevölkerung die Ölbergspiele wieder neu mit lebenden Darstellern in Szene gesetzt. Laut Überlieferung gab es damals bereits zwei bis drei Stunden vor Beginn der Andacht keine freien Plätze mehr in der Berchinger Klosterkirche.

Im Jahre 1967 fanden die vorerst letzten Ölbergspiele im ehemaligen Franziskanerkloster statt, da dieses aufgehoben und die Klosterkirche 1972 zum Pfarrzentrum der Pfarrei Berching eingeweiht werden konnte.

Im Jahre 1982 - ein Jahr vor der 1100-Jahr-Feier der Stadt Berching - kehrten die beliebten Ölbergspiele an den Ort zurück, wo sie vor nunmehr 491 Jahren ihren Anfang genommen hatten: in die altehrwürdige Pfarrkirche St. Lorenz, deren Grundmauerreste aus der Entstehungszeit Berchings (883) stammen.
18.02.07
Neumarkt: Ölbergspiel beginnt
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