Vergewaltiger gefaßt !

NEUMARKT. Der brutale Vergewaltiger von Hilpoltstein ist gefaßt ! Der Mann hatte nach Polizei-Angaben Kontakte nach Berching.

Wie damals berichtet wurde im August eine 22jährige Studentin am Burgfest in Hilpoltstein brutal vergewaltigt. Jetzt, dreieinhalb Monate nach der Tat, konnte nach einem DNA-Abgleich ein 28jähriger Albaner in Norddeutschland überführt werden. Er soll in Niedersachen über eine weitere Frau hergefallen sein.

Möglicherweise ist der 28jährige Albaner, der sich bei seiner Festnahme als Türke ausgab, noch für weitere Verbrechen verantwortlich. Nach Angaben der Polizei hat der Mann Kontakte nach Berching und befand sich damals zu einem Verwandtenbesuch in Hilpoltstein.

Die 22jährige Studentin aus dem Landkreis Roth besuchte damals, am 6. August, zusammen mit Freunden das Burgfest in Hilpoltstein. Anschließend war sie auf einer "After Hour Party" in der Uhlmannhalle in Hilpoltstein. Sie vereinbarte mit einer Freundin, dass sie bei ihr übernachten könne und begab sich kurz nach 3 Uhr in die Gundekarstraße.

Hier wurde sie in einem Garagenhof von hinten überfallen. Ein ihr unbekannter Mann hielt ihr den Mund zu und bedrohte sie mit den Worten "Halt den Mund, ich mach dich tot". Er zerrte sie in eine Garage und verging sich brutal an der jungen Frau.

Der Täter konnte damals unerkannt flüchten. Eine sofort eingeleitete Fahndung unter Unterstützung eines Polizeihubschraubers verlief im August ergebnislos.

Von dem Mann lag eine Beschreibung vor: etwa 170 bis 180 Zentimeter groß, 25 bis 30 Jahre alt.

Die vergewaltigte Frau ging bereits damals davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen Ausländer handelt, was sich jetzt im Nachhinein auch bestätigte.

Am Tatort konnten DNA-Spuren gesichert werden. Diese wurde in die Datenbank beim Bundeskriminalamt eingestellt.

Am 21.September wurde ein 28jähriger Albaner, der sich seit 2003 illegal im Bundesgebiet aufhielt, unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Er stand in Niedersachsen in Verdacht, eine 20jährige Joggerin am Nachmittag des 21.September überfallen zu haben. In einem Wald lauerte er der 20jährigen, sportlichen Frau auf und versuchte sie, wie im Fall Hilpoltstein, nach einem von hinten ausgeführten Angriff zu vergewaltigen. Auch hier versuchte er, dem Opfer den Mund zuzuhalten.

Wegen der heftigen Gegenwehr des Opfers musste er flüchten, konnte aber im Rahmen der Fahndung von Polizisten aus Niedersachsen festgenommen werden.

Der Mann, der sich als 27jähriger türkischer Staatsbürger ausgab, kam in Untersuchungshaft. Die Aufklärung seiner Identität dauerte jedoch noch eine Weile an.

Im Rahmen der Sachbearbeitung nahmen Polizisten aus Rotenburg (Wümme) eine Speichelprobe des Täters. So wurde über das LKA Niedersachsen am 28.November ein Treffer in der DNA-Datenbank gemeldet. Die Spur führte dann zum Fall der Schwabacher Kripo und zu der Vergewaltigung in Hilpoltstein.

Der 28-jährige Täter, der zwischenzeitlich in Untersuchungshaft sitzt, zeigt sich nach Auskunft der Polizei wenig kooperativ. Die Beamten erfuhren jedoch, daß der mutmaßliche Täter Beziehungen nach Berching hatte und zur Tatzeit vermutlich im Rahmen eines Verwandtenbesuches am Burgfest in Hilpoltstein war.

Neben der DNA-Spur passt auch die Personenbeschreibung auf den 28jährigen Albaner. Die Kriminaldienststelle in Rotenburg an der Wümme erhofft sich durch eine Veröffentlichung im Bundeskriminalblatt noch weitere Erkenntnisse über den Mann bzw. ob noch im Bundesgebiet weitere Taten geklärt werden können.

Im Rahmen der Ermittlungen der Kripo Schwabach gaben bislang 25 Männer DNA-Speichelproben ab, um bei der Aufklärung der Tat behilflich zu sein. Durch die DNA-Speichelprobe kann man jeglichen Tatverdacht ausräumen. Um den Speichel zu sichern, wird von einem Beamten des Erkennungsdienstes mit einem Wattestäbchen ein Abstrich an der Mundschleimhaut entnommen.

Für den Fall in Hilpoltstein beantragt die Staatsanwaltschaft Nürnberg einen gesonderten Haftbefehl gegen den 28jährigen mutmaßlichen Täter.

Im Rahmen der Ermittlungen wäre von Interesse, wo sich der Täter vor und nach der Tat aufhielt. Derzeit überlegt die Polizei, ob sie neumarktonline ein Foto des Tatverdächtigen zur Veröffentlichung zur Verfügung stellt.
30.11.05
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