Einsatzfahrten trainiert


Feuerwehrleute aus dem Landkreis ließen sich als „Multiplikatoren“ ausbilden
Foto: Daniel Gottschalk
NEUMARKT. Die „eingebaute Vorfahrt“ bringt Verantwortung mit sich: jetzt trainierten Feuerwehrleute das Fahren mit Blaulicht und Martinshorn.

Die ehrenamtlichen Maschinisten der Feuerwehren sind auf Einsatzfahrten einer hohen Belastung ausgesetzt, denn auf einer solchen Fahrt im Stadtverkehr müssen sie im Schnitt alle 19 Sekunden auf eine kritische Situation reagieren.

Um Unfälle zu vermeiden, müssen die Fahrer auf vieles gleichzeitig achten, hieß es vond er Feuerwehr. So müssen sie beispielsweise trotz aller Eile mit angepasster Geschwindigkeit fahren, um etwa auf das unerwartete Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren zu können. Es gilt der Grundsatz „Sicherheit vor Schnelligkeit“, sagte Kreisbrandmeister Daniel Gottschalk.


Die Versicherungskammer Bayern und das Bayerische Innenministerium haben gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern das Projekt »Sondersignal-Fahrt-Trainer SFT« gestartet, um Einsatzfahrer auf gefährliche Situationen bei Einsatzfahrten besser vorzubereiten. Im Zuge des Projektes wurden zwei Einsatzfahrten-Simulatoren im Wert von je 175.000 Euro beschafft. Die beiden Einsatzfahrten-Simulatoren sind fest in Anhängern verbaut, der Fahrersitz und das Armaturenbrett sind einem Transporter nachempfunden.

Das mittels Elektromotoren angesteuerte Bewegungssystem der Fahrerkabine vermittelt ein realistischeres Fahrgefühl. Auf drei großen Bildschirmen wird die Strecke dargestellt. Die Szenarien bieten dabei eine große Vielfalt, es stehen mehrere vorgefertigte Einzelstrecken als Stadt-Land- und reine Stadtszenarien zur Verfügung. Dadurch fährt im späteren Training jeder Teilnehmer eine andere Route mit unterschiedlichen Gefahrenstellen. Denn auch in einer gleichen Ortschaft kann an der gleichen Kreuzung eine andere Gefahrensituation wiedergegeben werden.

Auch verschiedene Witterungen wie Regen oder Gewitter in verschiedenen Stärken, Nebel mit unterschiedlichen Sichtweiten oder Dämmerungs- und Nachtfahrten stehen in der Software zur Auswahl.

Ziel ist es, die Fahrer von Einsatzfahrzeugen insbesondere auf die Risiken einer überhöhten Geschwindigkeit hinzuweisen und für die möglichen Gefahren zu sensibilisieren.

Im ersten Schritt wurden nun die „Multiplikatoren“ für den Landkreis Neumarkt vor Ort durch Lehrkräfte der Feuerwehrschule Regensburg an zwei Abenden in die benutzerfreundliche Technik und den möglichen Trainingsablauf eingewiesen. Während der Einweisung wurden Themen wie Sonder- und Wegerechte, Unfallursachen auf Einsatzfahrten sowie Stressfaktoren für die Fahrer behandelt. Die Teilnehmer sollen dann selbstständig die etwa zweieinhalb Stunden langen Schulungen mit bis zu sechs Teilnehmenden leiten.
27.12.21
Neumarkt: Einsatzfahrten trainiert
Telefon Redaktion


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