Masken-Händler in Haft


Eine Firma im Raum Neumarkt steht im Verdacht, mit Schutzmasken einen Schaden im Millionenbereich angerichtet zu haben
Foto: Pixabay (Symbolbild)

„Keinerlei Angaben“

NEUMARKT. Bei einem der betroffenen Männer soll es sich nach Informationen von neumarktonline um einen prominenten Lokal-Politiker und dritten Bürgermeister aus dem Landkreis handeln.

Am Mittag traf eine Stellungnahme der Freien Wähler ein, in der es hieß, man sei von der Meldung über die Razzia „bei einem Neumarkter Unternehmen, bei dem unser Mitglied Geschäftsführer ist“, völlig überrascht worden - vor allem auch wegen der „damit verbundenen angeordneten Untersuchungshaft“.

Der Kreisverband der Freien Wähler könne zu den Gesamtumständen „momentan keinerlei Angaben“ machen.
NEUMARKT. Eine Firma im Raum Neumarkt steht im Verdacht, Corona-Schutzmasken mit gefälschtem Qualitätsnachweis verkauft zu haben.

Der Schaden soll im Millionenbereich liegen. Am Mittwoch gab es mehrere Durchsuchungen von Wohnungs- und Geschäftsräumen. Die beiden Geschäftsführer wurden festgenommen und befinden sich in Haft.

Wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Donnerstag mitteilte, ermittelt man wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Betrugs beim Handel mit medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken. Am Mittwoch wurden mehrere Wohn- und Geschäftsräume im Raum Neumarkt durchsucht, sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke gegenüber neumarktonline. Zwei Beschuldigte wurden festgenommen.

Die Ermittlungen richten sich gegen die Geschäftsführer einer Firma mit Sitz im Raum Neumarkt . Die beiden Beschuldigten im Alter von 31 und 33 Jahren sollen im April 2020 in mehreren Fällen dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken verkauft haben.


Es besteht der Verdacht, dass diese Masken entgegen den Angaben nicht dem europäischen Schutzstandard mit entsprechender Zertifizierung entsprachen, sondern dass es sich stattdessen nur um sogenannte „Community-Masken“ ohne Zertifizierung handelte. Zur Täuschung über die Qualität sollen die Beschuldigten eine gefälschte Bestätigung vorgelegt haben.

Die gelieferten Masken - in Zeitungsmeldungen ist von bis zu zehn Millionen Exemplaren die Rede - waren für den medizinischen Gebrauch vorgesehen, sollen dafür jedoch ungeeignet gewesen sein. Dadurch soll ein Schaden „in siebenstelliger Höhe“ entstanden sein.

Am Mittwoch wurden mehrere Wohn- und Geschäftsräume im Raum Neumarkt durchsucht. Dabei waren fünf Staatsanwältinnen und mehr als 30 Polizeibeamte des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Polizeipräsidiums Oberpfalz im Einsatz. Sie stellten umfangreiche Beweismittel sicher, die jetzt ausgewertet werden. Beide Beschuldigte befinden sich in Untersuchungshaft.
15.07.21
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