Arbeitsplätze gerettet


Europoles konnte jetzt auch die Beleuchtungssparte verkaufen
Foto: Europoles
NEUMARKT. „Happyend“ für die in Schieflage geratene Firma „Europoles“: auch die Arbeitsplätze in der Beleuchtungs-Sparte sind gerettet.

Zum Jahresanfang wurden die bereits im März letzten Jahres unterschriebenen Verträge zwischen dem portugiesischen Erwerber Metalogalva und der Europoles GmbH & Co. KG wirksam. Alle 72 Arbeitsplätze in Neumarkt bleiben erhalten.

Das gleiche gilt auch für die Europoles-Standorte in Dinkelsbühl (53 Arbeitsplätze), Werl (38) und Stadtilm (38) sowie die Vertriebstochter in Frankreich (9) und das hochmoderne Produktionswerk im polnischen Konin (161). Alle Beschäftigten werden von dem strategischen Investor Metalogalva mit übernommen.

Nachdem bereits im April 2019 durch den Verkauf der Infrastruktursparte des in Europa führenden Herstellers für Masten und Türme an die Berchinger Firma Fuchs ein wesentlicher Schritt zur Sanierung und Fortführung erzielt wurde ging die Tochtergesellschaft Europoles RMP GmbH in Lutherstadt-Eisleben an die Kagelmann-Gruppe. Außerdem konnten die ebenfalls zur Europoles-Gruppe gehörende Europoles Kromiss sp.z.o.o in Polen und die Mehrheitsbeteiligung an der Europoles Middle East LLC an Investoren veräußert werden.


Das Neumarkter Unternehmen Europoles mußte im Oktober 2018 einen Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren stellen (wir berichteten), nachdem ein Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von über 110 Millionen Euro vom Auftraggeber plötzlich zurückgezogen wurde. Durch den Verlust des Großauftrags war die Unternehmensgruppe, die bereits erhebliche Mittel in die Abwicklung des Auftrags investiert hatte, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

„Mit dem Closing wurde der letzte Mosaikstein in einem hochkomplexen, sehr schwierigen und über Ländergrenzen hinweg umgesetzten Restrukturierungsprozess gelegt, sagte Vincenz von Braun, Rechtsanwalt und Sanierungsgeschäftsführer von Europoles. Die nachhaltige Sanierung der gesamten Europoles Gruppe sei somit gelungen und konnte nunmehr erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Werk in Polen verfügt über eine der europaweit modernsten Anlagen zur Herstellung von Lichtmasten. Es ist in der Lage, hohe Stückzahlen in kurzer Zeit zu erstellen, arbeitet stabil sowie profitabel und ist die wichtigste Produktionsstätte der gesamten Beleuchtungssparte von Europoles. Ohne den Verkauf des hochmodernen Produktionsstandortes im polnischen Konin wären die deutschen Standorte, die teils über alte Produktionsmaschinen verfügen, kaum an einen Investor zu verkaufen. Hier waren jedoch besondere rechtliche Schwierigkeiten zu überwinden.

Während des gesamten Verfahrens in Eigenverwaltung und der nunmehr abgeschlossenen Sanierung hat Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz das Verfahren im Interesse der Gläubiger überwacht und konstruktiv begleitet. „Europoles ist ein sehr gutes Beispiel für eine grenzüberschreitende gelungene Sanierung in Eigenverwaltung“, sagte Schwartz.
22.01.21
Neumarkt: Arbeitsplätze gerettet
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