„Zahlen deutlich zu hoch“


Maskengebot an der Neumarkter Martkstraße: der allergrößte Teil der Neumarkter hält sich penibel daran
Foto: Archiv
NEUMARKT. Ausgangsbeschränkungen wegen Corona konnten in der Oberpfalz zum Glück bisher vermieden werden, sagte Regierungspräsident Axel Bartelt.

Der Landkreis Neumarkt trug am letzten Donnerstag mit einem Inzidenz-Wert von rund 180 die ungeliebte „dunkelrote Laterne“ in der Oberpfalz; am Freitag kletterte der Wert sogar auf über 200.

Der Regierungspräsident appelliert eindringlich, die Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert (Stand: Donnerstag) von 151 für die Oberpfalz - zwischen 109 (Stadt Amberg) und 180 (Landkreis Neumarkt) - lägen zwar erfreulicherweise alle Landkreise und kreisfreien Städte des Regierungsbezirks derzeit unter dem Schwellenwert von 200. Ein Blick auf die Statistik zeigt jedoch deutlich: die Zahlen, insbesondere die der täglichen Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 (Donnerstag: 288 Neuinfektionen) sind auch in der Oberpfalz weiterhin deutlich zu hoch, sagte Bartelt. Am Freitag riß der Landkreis Neumarkt prompt nach den Berechnungen des Landratsamtes die 200er-Inzidenz. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts lag er allerdings noch deutlich darunter (Meldung hier).


Von den derzeit 315 mit COVID-Patienten belegten Betten in den Krankenhäusern der Oberpfalz sind 75 Patienten auf Intensivstationen untergebracht, 64 davon werden beatmet. Im Neumarkter Klinikum waren nach Angaben des DIVI-Intensivregisters am Freitag (Stand: 11.19 Uhr) 21 der insgesamt 22 Intensiv-Betten belegt, davon sechs durch Corona-Patienten. Vier von ihnen werden invasiv beatmet.

Hygieneregeln beachten

NEUMARKT. Auch das Neumarkter Landratsamt bat am Freitag alle Bürger, weiterhin die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten.

Vor einer Ansteckung schütze man sich und andere am besten, wenn man die Hände regelmäßig mit Seife wasche, Abstand halte und einen Mund-Nasenschutz trage.

Das Risiko einer Übertragung des Coronavirus in Innenräumen lasse sich zusätzlich durch geeignete Lüftungsmaßnahmen reduzieren. Deshalb wird empfohlen, in allen Räumen, in denen sich Personen aufhalten, regelmäßig zu lüften.
Auch wenn dieser Stand noch deutlich unter den Höchstwerten der ersten Welle liege – der konstante Anstieg der medizinisch betreuten Patienten und die sich insbesondere in Alten- und Pflegeheimen weiterhin verschärfende Situation würden weitere Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie notwendig machen, sagte Bartelt. „Gerade die Lage in den Alten- und Pflegeheimen bereitet uns Sorgen“, erklärte der Regierungspräsident. In der Oberpfalz sind derzeit rund 30 Alten- und Pflegeheime in unterschiedlichem Ausmaß betroffen - im Landkreis Neumarkt haben sich bisher vier Altenheime als Hotspots erwiesen; mindestens 32 Heimbewohner sind dort inzwischen gestorben (wir berichteten mehrfach).

Mit der zum 1. Dezember in Kraft getretenen „Neunten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung“ hat die Bayerische Staatsregierung einen erweiterten Maßnahmenkatalog zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorgelegt.

Darin enthalten sind so genannte inzidenzabhängige Regelungen , die bei Überschreiten einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 pro 100.000 Einwohner eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt unmittelbar und damit automatisch greifen. Maßgeblich sind dafür übrigens ausschließlich die Zahlen auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts, hieß es von der Regierung der Oberpfalz. Bisher galten eher die - oft abweichenden - Zahlen des Landesamtes für Gesundheit als „offiziell“.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 Neuinfektionen muss nach der neuen Verordnung die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde in Abstimmung mit der jeweiligen Regierung unverzüglich weitergehende Beschränkungen anordnen. Dazu zählen neben angemessenen Beschränkungen von Besuchen in Einrichtungen, Schließungen von Dienstleistungsbetrieben sowie weitergehenden Einschränkungen des Schulbetriebs oder von Gottesdiensten sowie Beschränkungen von Versammlungen, notfalls auch Ausgangsbeschränkungen. Demnach ist das Verlassen der eigenen Wohnung nur bei Vorliegen von näher zu bestimmenden triftigen Gründen erlaubt.

„Solch hohe Inzidenzwerte mit den dann zusätzlich unvermeidlichen, strengen Maßnahmen gilt es unbedingt gemeinsam und mit vereinten Kräften zu verhindern“, sagte Regierungspräsident Axel Bartelt. Er appelliert an die Oberpfälzer: „Schränken Sie Ihre physischen Kontakte weiterhin weit möglichst und auf das notwendige Mindestmaß ein. Halten Sie sich bitte an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln, damit bei uns keine Ausgangsbeschränkungen, wie zum Beispiel aktuell bereits in Passau oder Nürnberg, notwendig werden.“

Die Situation sei für jeden Einzelnen eine immense Belastungsprobe, die jetzt zum Jahresende noch größer wird. „Doch wenn es um die Bekämpfung der Corona-Pandemie geht, sind wir alle gefragt. Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam meistern", erklärte Bartelt.
04.12.20
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