Unfall nach Anlagebetrug


Unfall oder Kriminalfall ? Tatsache ist, daß eine junge Frau aus
dem Landkreis Neumarkt schwer verletzt wurde
Foto: Symbolbild/Pixabay
NEUMARKT. Nach einem Streit um einen mutmaßlichen Anlagebetrug wurde eine 26jährige Frau aus dem Landkreis Neumarkt im Raum München schwer verletzt.

Die junge Frau war in der Nacht zum Sonntag von einem Auto angefahren worden, das ein 32jähriger Mann aus dem Landkreis Neumarkt steuerte. Die Hintergründe sind noch unklar - sogar von einer Entführung im Auto-Kofferraum und einer Verfolgungsjagd ist die Rede.

Die Polizei in München bestätigte, daß am frühen Sonntagmorgen gegen 0.30 Uhr die Frau aus dem Raum Neumarkt im kleinen Ort Sauerlach im Landkreis München von einem rückwärts fahrenden BMW erfaßt und zwischen dem BMW und einem Audi eingeklemmt wurde. Dabei erlitt die Frau schwere Verletzungen.

Was sich in einer ersten Pressemeldung der Polizei als tragischer Verkehrsunfall darstellte, entwickelte sich schnell zu einem mysteriösen Fall, bei dem es nach einem Münchner Zeitungsbericht auch um eine Entführung im Kofferraum des BMW, um Goldgeschäfte, einen Anlagebetrug in sechsstelliger Höhe und einer wilden Verfolgungsjagd ging.


In einer zweiten Stellungnahme hieß es von der Polizei inzwischen, daß der 32jährige Mann aus dem Landkreis Neumarkt zuvor vermutlich Opfer eines Anlagebetruges geworden ist. Er soll in den vergangenen Monaten immer wieder hohe Bargeldsummen - jeweils mehrere zehntausend Euro - an einen 23jährigen Mann aus dem Landkreis München übergeben haben, der das Geld gewinnbringend in Goldgeschäfte anlegen sollte. Dazu trafen sich die beiden immer wieder an verschiedenen Orten, um das Geld in bar zu übergeben.

Am Sonntag kam es dann in Sauerlach zwischen den beiden Männern aus den Landkreisen Neumarkt und München zu einem Streit, bei dem auch die 26jährige Frau anwesend war, hieß es von der Polizei. Bei einem Rangier-Manöver mit dem BMW soll der 32jährige Mann dann versehentlich seine Bekannte angefahren und dabei schwer verletzt haben.

In einem Bericht einer Münchner Zeitung soll dem Vorfall aber eine regelrechte Räuberpistole vorausgegangen sein: der 23jährige Mann aus Sauerlach sei „ein polizeibekannter Betrüger“ der den Mann aus dem Landkreis Neumarkt „wohl mit Goldgeschäften übers Ohr gehauen“ habe, berichtete der „Merkur“.

Das Blatt berief sich dabei auf einen Informanten, der anonym bleiben will. Demnach soll der 23jährige Sauerlacher am Abend vor dem „Unfall“ zu seinem „Geschäftspartner“ im Landkreis Neumarkt gefahren sein. Dort sei er von mehreren Personen verprügelt, mit einem Bolzenschußgerät bedroht und in den Kofferraum seines eigenen BMW - des späteren Unfallfahrzeugs - gesperrt und wieder in Richtung Sauerlach gefahren worden sein.

Inzwischen habe der Zeitung zufolge die Familie des 23jährigen Mannes von der „Entführung“ erfahren und habe sich auf die Suche gemacht. Bei einer Verfolgungsjagd sei der BMW mit dem Mann aus dem Landkreis Neumarkt am Steuer dann entdeckt und gestoppt worden. Dabei soll es dann zu dem Unfall gekommen sein, bei dem die 26jährige Frau aus dem Landkreis Neumarkt bei einem „Rangiermanöver“ angefahren und schwer verletzt wurde.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums München wollte die Berichte im Gespräch mit neumarktonline weder bestätigen noch dementieren. Die Ermittlungen seien an die Staatsanwaltschaft abgegeben, wo derzeit geklärt werden soll, welche Abteilung überhaupt für den Fall zuständig ist, sagte Pressesprecher Werner Kraus.

Die Ermittlungen würden aber auf Hochtouren laufen.
13.05.20
Neumarkt: Unfall nach Anlagebetrug
Telefon Redaktion


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