Wieder „stabil und profitabel“


Europoles sieht sich nach der Sanierung stabil und profitabel aufgestellt
Foto: Europoles
NEUMARKT. Die vor einem Jahr in schwere Schieflage geratene Firma Europoles sieht sich jetzt „stabil und profitabel aufgestellt“.

Europas führender Hersteller von Masten, Türmen, Stützen und Tragsystemen habe die Chancen der Eigenverwaltung für eine nachhaltige Sanierung konsequent genutzt und sei nun wieder wettbewerbsfähig im Markt positioniert, hieß es am Montag.

Der Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren vor fast einem Jahr musste gestellt werden, nachdem ein Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von über 110 Millionen Euro vom Auftraggeber plötzlich zurückgezogen wurde (wir berichteten). Durch den Verlust des Großauftrags war die Unternehmensgruppe, die bereits erhebliche Mittel in die Abwicklung des Auftrags investiert hatte, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.


Europoles ist in den Geschäftsbereichen Infrastruktur, Beleuchtung und Energie tätig. Die Infrastruktursparte wurde im April 2019 an das Familienunternehmen „Fuchs & Söhne GmbH“ aus Berching verkauft. Die Infrastruktursparte, zu der insbesondere die Herstellung von Betonmasten und der Bau von Telekommunikationsanlagen mit mehreren Produktionsstandorten gehört, ist der größte Geschäftsbereich von Europoles. Durch den Verkauf an den Investor Fuchs konnten über 350 Arbeitsplätze allein am Standort Neumarkt erhalten bleiben.

„Der Verkauf fußt auf der zuvor erfolgten Neuordnung der Unternehmensgruppe“, sagte Eurpoles-Geschäftsführer Vincenz von Braun. Sie stelle die Basis für den Durchbruch dar. Durch die Konzentration auf die Unternehmenskerne Infrastruktur und Beleuchtung und die Konsolidierung sei Europoles jetzt solide aufgestellt und erwirtschafte wieder Gewinne.

Als Sanierungsgeschäftsführer in Eigenverwaltung haben Rechtsanwalt von Braun und Rechtsanwalt Alexander Reus die Sanierung der Unternehmensgruppe konzeptionell entworfen und die Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt. Beide Geschäftsführer haben bereits zahlreiche Unternehmen bei Restrukturierungen und Insolvenzen in kritischen Situationen begleitet und saniert, hieß es.

Während nun der Investor Fuchs die Infrastruktursparte als Fuchs-Europoles GmbH und die ebenfalls erworbene Schweizer Tochtergesellschaft, die Europoles Suisse GmbH vorantreibt, konnte parallel auch die Tochtergesellschaft Europoles RMP GmbH in Lutherstadt-Eisleben an die Kagelmann-Gruppe verkauft und somit alle Arbeitsplätze gesichert werden. In der Europoles RMP GmbH hatte Europoles die Herstellung von Gebäudefunkanlagen zur Unterstützung von behördlichen Einsatzkräften gebündelt.

Im Rahmen von weiteren Investorenprozessen konnten außerdem die ebenfalls zur Europoles-Gruppe gehörende Europoles Kromiss sp.z.o.o in Polen mit rund 190 Arbeitnehmern und die Mehrheitsbeteiligung an der Europoles Middle East LLC mit 90 Arbeitnehmern an Investoren veräußert werden. Während des gesamten Verfahrens in Eigenverwaltung hat Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz die Sanierung im Interesse der Gläubiger überwacht und begleitet.

Die Europoles GmbH & Co. KG wird derweil mit den verbleibenden geschäftlichen Aktivitäten, die im Wesentlichen den Bereich Beleuchtung ausmachen, in der Eigenverwaltung mit in Summe rund 360 Arbeitnehmern und einem konsolidierten Jahresumsatz von knapp 60 Millionen Euro fortgeführt. Dazu gehören die verbleibenden Standorte in Neumarkt und Dinkelsbühl. Zu der Beleuchtungssparte gehören auch die Tochtergesellschaften Eurocoatings GmbH mit Werken in Werl und Stadtilm, die Europoles SARL in Frankreich und die Europoles sp.z.o.o. in Polen. Diese Gesellschaften sind jedoch nicht insolvent. Insgesamt ist es seit dem Antrag auf Eigenverwaltung im Oktober 2018 gelungen, den Geschäftsbetrieb an allen Standorten von Europoles aufrechtzuerhalten und stabil fortzuführen, hieß es.
25.11.19
Neumarkt: Wieder „stabil und profitabel“
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