Langes Warten auf Handwerker


Entgegen einer schwächelnden Gesamtwirtschaft steht das
ostbayerische Handwerk gut da. Für die positive Geschäftslage
sorgt vor allem eine starke Baukonjunktur
Foto: Kadmy-Fotolia.com
NEUMARKT. Die Konjunkturdaten für die Region sind im dritten Quartal unverändert gut ausgefallen.

Das geht aus der vierteljährlichen Befragung der Handwerkskammer von über 2000 ostbayerischen Handwerksbetrieben hervor. „Während sich die gesamtwirtschaftliche Konjunktur abschwächt, bleibt das Handwerk weiter stabil und die Betriebe sind optimistisch. Handwerkliche Zulieferer hingegen blicken verhaltener in die Zukunft“, sagte Hautgeschäftsführer Jürgen Kilger.

Die Betriebe zeigen nach wie vor eine hohe Zufriedenheit bei der Bewertung ihrer gegenwärtigen Geschäftslage: 94 Prozent der Befragten schätzen sie als gut oder befriedigend ein. Mit einem aktuellen Auftragsbestand von durchschnittlich über zehn Wochen ist das Handwerk ähnlich gut wie im Spitzenjahr 2018 ausgelastet.


„Die gute Lage hängt wesentlich auch von der starken Baukonjunktur und der privaten Nachfrage ab“, so Jürgen Kilger. Das zeigt sich auch in den Wartezeiten für Kunden auf einen Bau-Handwerker: Im Bauhauptgewerbe liegt sie bei 12,7 Wochen, im Ausbaugewerbe bei 12,4 Wochen.

Erfreulich für das Handwerk sei die momentan gute Geschäftslage auch deshalb, weil sie zu weiteren Neueinstellungen führe, sagte Kilger. Ein Fünftel der Betriebe hat die Mitarbeiterzahl erhöht, so viele wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Auch auf die Verkaufspreise wirke sich die gute Konjunktur aus. 22 Prozent der Betriebe hätten die Preise in den letzten drei Monaten steigern können, insbesondere das Lebensmittelgewerbe, das Ausbaugewerbe sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf.

Mit Blick auf das vierte Quartal prognostiziert das Handwerk die weitere Entwicklung der Auftragseingänge teils etwas verhaltener, wenngleich die Mehrheit eine ähnliche Umsatzentwicklung und ein größerer Teil der Betriebe steigende Preise im Ein- und Verkauf erwartet.

Eine Abschwächung wie in der Industrie sehen die Handwerker aber derzeit noch nicht. „Eine rege Investitionsbereitschaft sowie positive Entwicklungen bei den Beschäftigten runden die aktuell gute wirtschaftliche Gesamtsituation für das Handwerk ab“, sagte Jürgen Kilger. Damit sorge das Handwerk für Stabilität in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Die in den letzten Jahren positiv verlaufene konjunkturelle Entwicklung sei jedoch kein Automatismus. „Die binnenorientierte Wirtschaft und damit auch das Handwerk sind auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen angewiesen und erwarten dazu die richtigen Weichenstellungen von der Politik“.
24.10.19
Neumarkt: Langes Warten auf Handwerker
Telefon Redaktion



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