Neumarkts größter Schatz

NEUMARKT. Es ging am Donnerstagabend im Stadtrat um nichts Geringeres als den wohl größten Schatz der Stadt: das Neumarkter Trinkwasser.

Und prompt gingen die Emotionen bei der Frage des „Bebauungsplanverfahrens Weißmarter“ hoch, bei der ein Antrag der Firma Egner zu einem geplanten Erweiterungsbau eines Bürogebäudes und eines Ausstellungsraumes im Mittelpunkt stand. Bei der bei der Aufstellung solcher Pläne üblichen „Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange“ hatten nämlich ausgerechnet die Neumarkter Stadtwerke unmißverständlich den Daumen gesenkt.

Die Pläne seien nicht „mit den Zielen eines geregelten und praktizierten Grundwasserschutzes“ sowie einer „nachhaltigen Grundwasserbewirtschaftung“ vereinbar, hieß es von den Stadtwerken. Der Oberbürgermeister sah zwar auch, daß der „Wasserschutz ein großes Thema“ sei, wies aber andererseits darauf hin, wie wichtig für die Stadt Neumarkt auch der Wirtschaftsstandort sei.


Einzelne Stadträte zeigten sich bei der Diskussion „fassungslos“, daß man im Rathaus „aus der Vergangenheit nichts lernen“ wolle. Schließlich habe es beim Sandabbau im Wasserschutzgebiet in der Vergangenheit schon viele Verstöße gegeben. Und immer wieder seien bei Bauanträgen von Firmen im Wasserschutzgebiet die Augen zugedrückt worden. Man hab es einfach geduldet, „aber so kann es nicht weitergehen“, sagte SPD-Sprecherin Ursula Plankermann. Eigentlich deftige Formulierungen umschrieb sie elegant und druckreif: "Passiert einmal wirklich was, sind wir im Allerwertesten!"

Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer verteidigte ebenfalls die Absage seines Unternehmens: neben den ursprünglich im Wasserschutzgebiet ansässigen Firmen hätte sich in der Vergangenheit ein „buntes Sammelsurium“ von Firmen entwickelt, die mit Sandabbau gar nichts zu tun hätten. „Die haben sich da einfach eingeschlichen“.

Auch Helmut Jawurek hatte Magengrimmen bei der Entscheidung und beantragte sicherzustellen, daß künftige Untervermietungen an irgendwelche Firmen verhindert werden müßten, die gar nichts mit Sandgewinnung zu tun haben.

Auch Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger war der Meinung, daß der Stadtrat endlich einmal „Mut und Größe beweisen“ und sagen müsse: „Mehr geht nicht!“ Schließlich sei „Wasser das Wertvollste, was wir haben“.

Für eine Mehrheit gegen die Pläne reichte es aber längst nicht: mit 24:12 Stimmen beschloß der Stadtrat die neue räumliche Ausdehnung des Bebauungsplanes.
12.07.19
Neumarkt: Neumarkts größter Schatz
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