„Frühlings-Seidenbiene“ schützen


Frühlings-Seidenbienen bei der Paarung, links Weibchen, rechts Männchen. Die Aufnahme entstand übrigens im Neumarkter Stadtosten
Foto: Alfons Greiner
NEUMARKT. Der Bund Naturschutz bat zur Rettung einer seltenen Bienenart im Raum Neumarkt darum, Palmkätzchen möglichst nicht abzuschneiden.

Immerhin über 18.000 Bürger haben im Landkreis das Volksbegehren zur Rettung der Bienen unterzeichnet - das sind rund 18 Prozent der Stimmberechtigten. Nun können sie aktiv auch selbst etwas für die „Frühlings-Seidenbiene“ tun, hieß es.

Der wichtige Schutz der Bienen geht nämlich nicht nur Landwirte an. Auch Hobby-Gärtner und normale Bürger können zur Erhaltung der Art beitragen, wenn sie darauf verzichten, im Frühjahr Weidenblüten abzuschneiden. Die Weiden sind nämlich lebenswichtig für eine zwar seltene Bienenart, die aber im Raum Neumarkt vergleichweise häufig vorkommt.


Wer in Neumarkt gut beobachtet hat, konnte in den letzten Tagen hunderte, ja tausende Bienen dicht über dem Boden schwirrend erleben, hieß es vom Bund Naturschutz. Im Neumarkter Raum sind sandige Böden weit verbreitet und dies ist der Lebensraum der Frühlings-Seidenbiene, auch Weiden-Seidenbiene (Colletes cunicularius) genannt. Sie gräbt ihre Nester in horizontalen bis leicht schrägen und meist nicht oder kaum bewachsenen sandigen Boden.

Neben der geeigneten Niststruktur mit offenen Böden braucht es eine weitere Voraussetzung für das Vorkommen dieser hochspezialisierten Seidenbienenart: blühende Weiden in erreichbarer Entfernung. Somit sind Salix-Arten die Grundlage für den Erhalt der Weiden-Seidenbiene. Früher galt es als Frevel, Weidenblüten - bekannt als Palmkätzchen - im Frühjahr abzuschneiden. Leider werden heute blühende Weidenbüsche nicht mehr geschont, sondern rigoros abgeschnitten und abgerupft, sagte Alfons Greiner vom BN. Deshalb wäre es dringend nötig, die Nahrungsgrundlage dieser Seidenbienenart besser zu schützen.

Hinzu kommt noch eine weitere Gefährdung der im Raum Neumarkt noch heimischen Art: der Hobby-Gärtner mit seinem Gift. Sobald im Frühjahr diese Seidenbiene die ersten Brut-Löcher für ihren Nachwuchs gegraben hat, wird häufig Ameisengift um diese Bruthöhlen gestreut, um das vermeintliche „Ungeziefer“ in Schach zu halten. Alfons Greiner: „Bitte die Bienen in Ruhe lassen und auf das Gift verzichten. Wir sollten froh sein, dass diese seltene Biene bei uns noch vorkommt“.
10.04.19
Neumarkt: „Frühlings-Seidenbiene“ schützen
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