Gefährlicher "toter Winkel"


Grundschüler übten das richtige Verhalten im Öffentlichen Nahverkehr
Foto: Melanie Sedlatschek
NEUMARKT. Vor der Bushalle der Neumarkter Stadtwerke übten Grundschüler an einem Schulbus das richtige Verhalten im Öffentlichen Nahverkehr.

In einem praktisch angelegten Sicherheitstraining wollte Herbert Nedo von der Kreisverkehrswacht den Schülern der vierten Klassen beibringen, wie sie sicher in einen Bus ein- und wieder aussteigen.

Außerdem erklärt der pensionierte Polizist den Kindern, warum es so wichtig sei, an der Haltestelle Abstand zu halten, aufmerksam zu bleiben und nach rechts und links zu schauen. Doch die Grundschüler sollen vor allem eines lernen: Neben, vor und hinter dem Bus gibt es Bereiche, in denen sie für den Fahrer nahezu unsichtbar sind.


„Dieser Tote Winkel von Bussen und Lastwagen ist eine der größten Gefahrenquellen für Kinder und Radfahrer“, sagte Nedo. Biege ein Bus zum Beispiel rechts ab, könne der Fahrer trotz mehrerer Spiegel nicht die ganze rechte Seite des Fahrzeuges einsehen. Für Verkehrsteilnehmer, die sich in diesem Bereich befinden, werde so eine Situation schnell lebensgefährlich. Um Unfälle zu vermeiden, wolle man den Kindern genau diese Gefahrenquellen frühzeitig bewusst machen.

Seit über 15 Jahren gibt Herbert Nedo Verkehrserziehungsunterricht; früher als Polizeibeamter, seit zwei Jahren ehrenamtlich für die Neumarkter Verkehrswacht. Früh ist ihm dabei klar geworden, dass Kinder am besten durch praktisches Ausprobieren lernen. Darum schnappte er sich beim Sicherheitstraining zwei Seile, knotete sie an den rechten Seitenspiegel des Stadtbusses und spannte sie zusammen mit den Schülern auf der Beifahrerseite zu einem nach hinten offenen Dreieck. Während sich der Rest der Klasse in den so markierten Toten Winkel stellte, wurde immer ein Kind aus der Gruppe losgeschickt, um sich zur Busfahrerin neben das Steuer zu setzen. Dort angekommen war die Überraschung der Viertklässler groß: Kein einziger ihrer Klassenkameraden war im Rückspiegel zu sehen.

Die Verkehrserziehung sei in Neumarkt sehr gut miteinander verzahnt, hieß es. Das erste Mal kommen die Kinder im Vorschulalter mit dem Angebot der Verkehrswacht und der Polizei in Kontakt. Die Verkehrserzieher der Neumarkter Polizei veranstalten mit den Neumarkter Kindern in ihrem letzten Kindergartenjahr das erste „Schulwegtraining“. An vielen Grundschulen finden später dann zum Beispiel „Sicherheitstage“ statt, bei denen den Schülern die wichtigsten Verhaltensregeln im Straßenverkehr vermittelt werden.

Die aktuell stattfindende Aktion "Toter Winkel" soll eine Aktion sein, die die im Lehrplan vorgesehene theoretische und praktische Radfahrausbildung der Grundschulen ergänzt.
20.11.18
Neumarkt: Gefährlicher "toter Winkel"
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